Druckschrift 
Der Zustand des Erdinnern
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen
 

14

abhängt, so daß auch diese Beobachtungen die sonst beobachteteWärmezunahme mit zunehmender Entfernung von der Erdober-fläche zeigen.

Betrachten wir nun die vorstehenden Zahlen etwas genauer,so sehen wir auf den ersten Blick, daß von irgend welcherGleichförmigkeit in der Zunahme der Wärme nichtsin denselben zu erkennen ist. Die Zahlen schwanken inder auffallendsten Weise. Für zahlreiche Unregelmäßigkeiten hatman genügende Ursachen herausgefunden. So z. B. nimmt dieWärme in Kohlenbergwerken verhältnißmäßig rasch zu infolgechemischer Vorgänge in der Steinkohle. Die oben angegebenegeringe Tiefenstufe des Monte Masst erklärt sich aus der Näheheißer Quellen. Für die Unregelmäßigkeiten der Messungen vonSperenberg und Schladebach dagegen fehlt uns jegliche Erklärung.

Es ist versucht worden, die Wärmezunahme innerhalb einesund desselben Bohrlochs durch eine allgemeine Formel auszu-drücken. Für Sperenberg z. B. war eine Formel aufgestelltworden, welche innerhalb gewisser Tiefen eine einigermaßen guteUebereinstimmung zwischen den berechneten und beobachtetenTemperaturen ergab. Eine Verallgemeinerung derselben überdie der Beobachtung zugängliche Tiefe von 1300 Meterhinaus hätte aber von 14 000 Meter abwärts eine Temperaturdes Erdinnern unter 0 ° ergeben, ein gewiß unannehmbaresResultat.

Die Messungen von Schladebach haben ebenfalls zur Auf-s tellung eines Gesetzes, nach dem die Temperaturzunahme er-folgen sollte, geführt. Bei den Abweichungen aber, welche auchin diesem Falle sich zwischen den dem Gesetze entsprechenden undden wirklich beobachteten Wärmegraden herausstellten (dieselbenbetragen zum Theil einen Grad), überhaupt schon angesichts derUnregelmäßigkeit in der Aufeinanderfolge der Zahlen, welche die

(S2V>