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Das deutsche Volkslied : ein Vortrag, gehalten im deutschen Sprachverein zu Innsbruck am 7. Januar 1889
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Stellen gemacht und so wird es der echte Kunstdichter stets machen, demEinheit der Darstellung ein Hauptgcsetz ist.

° Jüngere und schlechte Volkslieder zeigen diesen Parallelismus manch-mal schon verknöchert! das Naturbild ist rein formelhaft geworden, und nurin der Zusammenstellung der fremdartigsten Dinge liegt ein gewisser Witz:

Der Spielhahn im WaldHat an Schwoaf an krump'n;

Wann i drei Diandl'n hätt,

Könnt i zwoa valump'n.

' Ab und zn begegnet man der Neigung, die lateinische Vaganten-poesie selbst als Volksdichtung zu betrachten! allein das verbietet schon diefremdländische augelernte Sprache.

" Dieses Motiv ist in das Schnaderhüpfel eingedrungen und lebtdaselbst heute noch. So meldet Hörmann (S. 279) aus Voralberg!

Und das Moadli, das i lieba thue.

Das ist im Keller drunta,

Hat a eiches Kittle aUnd ist mit Reafli bunda.

° Litterarisches Centralblatt 1884, 221: „Der allgemeine Theil desBuches (von Meister - Bäumker) hat seine Hauptbedeutung in dem Nach-weise, daß das deutsche Kirchenlied nicht ein Produkt der Reformation ist.Diese namentlich auf Wackernagels Darstellung gestützte Ansicht muß jetztals ein für allemal widerlegt gelten, da Bäumker. Deutsche Lieder in derkatholischen Kirche, nicht bloß in einigen vereinzelten Fällen konstatirt,sondern auch überzeugend klarstellt, daß über das Verhältniß des deutschenLiedes zur Liturgie in der vorreformatorischen Zeit allgemeine Bestim-mungen herrschten."

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