Druckschrift 
3 (1719) Von dem alten und neuen Africa
Entstehung
Seite
109
Einzelbild herunterladen
 

Von der Rüste Qmns.i. i «9

»>i--

T' Eleitsmann nennen, dermahleins zeugen werde, ob man wohl oder übel gele»bet habe. Sie haben Brodt von Bohnen, und trincken Waffer. ^ Der»»>,. König zu ^vei ri ist ein Vasill des Königs von Lenin. Bey dem Dorffe ^^crn" haben die Portugiesen ein Kauffhauß.

^ ' vi l. Das Röttigrelch Groß- gränzet an das Königreich L-nm.

Es hat seinen eigenen König, welcher mit dem Konige zu bicla in steter Feind»schafft lebet, lind ob er wohl weit mächtiger, als dieser ist, so unterstehet er. sich dennoch nicht die bMciNcr anzugreiffcn. Zu Groß» ^lra gehören auchdie Lander: i- vier Meilen von bicl.i, das der König von ^rcii-u durcheinen vice- Köi ig regieren lasset; und 2. klein ärM--? oder dtchz, welches die

- Po'penstr Ain >6??. gar sehr verwüstet h"bcn. Die Hollander pflegten sonst nach

i).l, vcha zu handeln, und hatten daselbst ein Kausthauß; seit dem aber ihr Kauff»

" mann daselbst umgebracht worden, haben sie das Wiederkommen vergessen.

Das Königreich hat seine Haupt» Stadt, welche ohne Unter»

" scheid /srära, Xr.lrez, und genennet wird. Sie ist 12.. Meilen vondem Meer abgelegen, und hat eineRbeede, allwo die Schiffe zu anckern pste»" gen, ihre Handlung zu treiben. Diese Rheede wird la pic/e von einem klei»^ ncn Dorffe", welches an den, Ufer des Meeres lieget, genennet. Dieses Dorff

bestehet in einer geringen Anzahl schlechter Hauser.ö Die Stadt würde uns fast unbekannt seyn, wenn uns Herr l>!-

tzce nicht in seinem Tagebuche von der Reise nach Luinea An. ,669. berichtet» hatte, daß er, als er in diese Stadt kommen, durch zwey oder drey Thore der Reisegegangen sey. Die Mauren der Stadt sind sehr dicke, und ziemlich hoch, ob nachü»«-sie schon nur von Erden, oder von einer so dichten Kisrene gemacher sind, daß «e^.der Kalck dergleichen Würckung nicht würde haben können. Er setzet fernerhinzu, daß die Graben innerhalb der Mauren, wieder den Gebrauch der Völ»tker in Europa, welche dieselben auswendig herum führen, gemachet waren.

Des Königs Pallast ist groß und tveit, und ziemlich wohl gebauet, obschon die Mauren nur von Erden sind, und lassen sich die Gebäude und Gassenwohl sehen.

Der Bau ist überall mit Pfeilern umringet, unter denen man, wie un»ter einem bedeckten Gang, längst an der Seiten der Höfe, als der Gar»ten spatzieren gehen kan.

Das gantze Gebäu hat zwey Stockwerck, und verschiedene sehr grosseund weite Gemacher, Säle und Kammern. An diese Orte, insonderheit indes Königs Zimmer, darff niemand kommen, er werde dann ausdrücklich be»ruffen, ausgenomnren der Groß»Kizrsbom, welcher zu allen und jeden Stun»den, es sey gleich Tag oder Nacht, einen freyen und ungehinderten Zugangbat.^ Der Groß» ^ar-bour ist die zweyte Stands»Person, welcher nicht al»lein über die Neligions» sondern auch über politische Sachen zu sprechen, und zumtheilenhal. Oz Die