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3 (1719) Von dem alten und neuen Africa
Entstehung
Seite
59
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Der Nil hat vor Alters /.Arme, und eben so viel Ausgange gehabt:jetziger Zeit aber, hat derselbe nur drey, und einen durch Kunst gemachten Ca»nal, durch welchen das Wasser in /Uex-m-ln? geleitet wird.

Es halten steh in dem Nil sehr viel Crocodillen auf, worunter ihrer we»tiig von L-n-o hinunter ins Meer, aber sehr viel des Wassers austwartswider den Strom steigen. Dieses ist ein sehr gefährliches Thier, welchesseine Nahrung auf dem Land suchet, und keines Menschen, wenn es denselbenerhäschen kan, schonet. Man findet einige, so - 8. bis 20. Schuhe lang find.Dieses Thier hat unter allen allein keine Zunge, einen sehr kurtzen Halß, undeinen langen bis an die Kehle zugespitzten Kopff. Selbiges hat an einem leg*liehen Kiefer 5 6. Zahne, sehr niedrig, und gehet auf 4. Aussen, welche es viel»saltig beugen kan. Die zween vordem Füsse haben jeder s. die hindern abernur 4. Klauen. Diese find sehr spitzig, und hangen durch ein kleines Haut»lein an einander.

Dieses Thier lebt beydes auf dem Lande, und im Wasser, und haltman dafür, daß es,wann es ausser dem Wasser ist, ein überaus schärfst6 Gc»jichr habe.

Die Fischer, oder vielmehr die Jager, bedienen sich vieler Mittel, dieCrocodille zu hintcrschleichen; das allcrsicherste, und auch das gebräuchlichsteist, daß sie einen Hacken, oder Angel vest an ein Schwein, an einen Hammel,oder eine Geiß binden , und lassen nachgehends das Thier an einem Strick,welcher demselben an dem einen Ende um den Leib herum gehet, an dein an»der» aber an einem Baum gebunden ist, frey lausten. Wann nun dasCroco»dill hungerig ist, so verschlinget es mit grosser Begierde das Thier mit sammtdem Angel, welcher sich dann in des Erocodills Eingeweyde anhanget, unddasselbe um so ehe umbringet, je mehr es sich ängstiget und quälet.

Das Erocodill Fleisch ist weiß , eines guten Geruchs, und ist sehr an-nehmlich zu essen , weil es wie ein Eapaun schmäcket, dahero man auch das»selbe nicht in der Fasten isset.

Die Crocodillen können 40. Tage ungegessen bleiben,und sagt man, daßes seinen Unrath durch die Kehle auswerffe, weil man sonst nirgends keinenOrt findet, wo solche Ausleerung geschehen könte. Die Haut, oder vielmehrdie Schuppen, so es auf dem Rücken hat, ist ungleich, und kraußlicht, aberso bort, daß keine Musizuctcw-Kugcl dadurch gehet. Es bar einen so langenSchwantz , als dc^übrige gantze Leib ist, und wann es sich auf den Rückenleget, kan es sich nicht wieder umwenden, asso daß, wann sich das Weib'einauf solche Weise paaret, das Männlein selbiges wieder in seine vorige Stellelegen muß.

Man findet in seinem Bauch viel Steine, welche wie man dafür hält,das Schaudern, so vor dem Fieber hergehet, vertreibet, und dessen Fett eben

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