Druckschrift 
8 (1850)
Entstehung
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ZS r i e g.

D.

?er Kreis Brieg gehört unter die 22 Kreise des Regierungsbe-zirks Bresla» in Schlesien; er hat zwar schon mehr Bergrcihen als seineNachbarländer, ist aber doch meist eben und fruchtbar unv wird von zahl-reichen Wassern unter denen die Oder und Neisse sich bemerklichmachen durchschnitten. Die Kreisstadt

Brieg liegt (429' hoch) am linken Odernfer, SV, Meile nach S. O.von Breslau entfernt. Neber den Fluß geht eine 299 Fuß (nach Andern399 Schritte) lange Brücke. Die Stadt hat über 959 Häuser und gewiß11,999 Einwohner. Nach Sinapius zählte sie im Jahre 1897 nur erst8491, doch muß schon damals die Bevölkerung im schnelle» Wachsen be-griffen gewesen sein, indem derselbe Schriftsteller sie gleich nachher1898 in seinem Werke über Schlesien schon auf 8899 anschlägt. DieMehrzahl der Einwohner ist protestantischer Confeffio». doch leben etwa3999 Katholiken und zwischen 4 »nd 599 Juden daselbst. Außer einemkönigl. Oberbergamt hat Brieg auch noch andere Behörden; ein Gym-nasium mit guter Bibliothek, ein Kranken-, ein Arbeite- und ein Irren-haus; in dem Arbeitshaus werden Kattune verfertigt. Die hier sehr be-trächtliche Industrie liefert Tuch, Leinwand, Kattune, Strümpfe, Flor,Spitzen und Hüte, auch Tabak, Liqueur, Bier und Branntwein, Baum-wollenspinnerei ist zu bemerken; der Handel ist sehr ansehnlich, zumalViehhandel, in welchem Ochsen und Pferde abgesetzt werden; es fehle»uns darüber genaue Angaben ans der jüngsten Zeit, doch schon 1894wurden nach Sinapius auf dem Vichmarkt zu Ende Juli 2494 StückOchsen aufgctrieben,eine Zahl, die sonst bedeutend höher zu sein pflegte,"Auch mit Holz und Eisen wird ein ziemlich bedeutender Handel getrieben.Die Kahnfahrt nährt und beschäftigt viele Menschen. Schon im An-

fange des Jahrhunderts wurden über 2999 Stücke Tuch von dem hierverfertigten in das Ausland verkauft. Sämmtliche Manufakturen derStadt lassen sich als bedeutend bezeichnen.

Brieg, das noch im Anfang unseres Jahrhunderts durch Brand undBelagerung zu leiden hatte, ist im Ganze» recht gut gebaut; es hat 14Straßen, 5 öffentliche Plätze, 1 schönes Rathhaus, 2 evangelische, 2 ka-tholische Kirchen und 1 Synagoge. Ansehnlich ist die den Protestantengehörende Nikolaikirche, von gothischer Bauart; sie hat zwei Thürme undeine sehr gute Orgel; auch bcfiudet sich hier ein Denkmal des Feldmar-schalls Grafen von Geßler, der 1762 starb. Die Geschichte und dasSchicksal der Stadt, deren Gründung i» die frühste Zeit fällt, war im-mer mit der der schlcsischen Herzogthümer verwebt. Das HerzogthumBrieg stand in ältester Zeit unter der Herrschaft der Polen, Als »achdem Erlöschen des Stammes der Piasten 1673 die Herzogthümer ohneHerrn waren nnd der Kaiser die Erbschaft einzog, machte Friedrich II.,auf alte Verträge und Rechte sich stützend, Ansprüche auf Schlesien undfetzte diese Ansprüche auch mit dem Schwerte in der Hand durch. Briegwar bis in unser Jahrhundert eine Festung; nach der Eroberung durchdie Franzosen, im Jahr 1897, wurden die Werke derselben geschleift.Die Umgegend bietet zu verschiedenen Ausflügen oder Spaziergänge» Ge-legenheit. Ein Lieblingsort der Bewohner der Stadt ist die OderinsclAbrahamsgarten. Einen weiter« Ausflug macht man nach Löwen, 2Meilen südlich von hier gelegen, am linken User der Neisse, die Stadthat zwar nur 1299 E>, aber ein Schloß und einen Park auf einemWerder in der Neisse.

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^ie Grafschaft Glaz gehört zu den schönsten Theilen von Schlesien.Sie hat 6 Städte, zahlreiche Dörfer und wohl 299,999 Einwohner,meistens katholischen Glaubens Uebcrall erblickt man daher kleine Ka-pellen, das Kreuz oder die Stationen von Heiligen schauen uns anWegen und auf Hügeln, an Brunnen und unter alten, stattlichen Bäu-men entgegen; der Gruß: Gelobt sei Jesus Christ! klingt stärkend inunser Ohr. Die Glazer Gebirge erheben sich etwa 4799 Fuß über dieOstsee. Schön ist ihr Anblick, besonders bei FriedrichSwartha, in der Be-leuchtung des Morgens und Abends. Sie senden viel klare Quellen indie Tiefe; unter den Flüssen ist die Neiße, die von Süden nach Nor-de» strömt und deren Hauptthal den Kreis Glaz besonders ausmacht.Der Mittelpunkt und höchste Gipfel des Glazer Schneegebirges ist der

große Schneeberg, auch nach dem mährischen Dorfe Spiezlitz: derSpiezlitzer Schneeberg genannt. Er trägt oben etwa 4399Fuß hoch eine Hochebene, hier fehlt kaum 4 Monate im Jahre derSchnee; im Juni aber bildet diese Ebene eine prächtige Bergwicse. Aufder Mitte derselben berühren sich die Gränzen von Böhmen, Mährenund Glaz; trotz der Höhe ist übrigens die Aussicht wegen der Ausdehnungnur beschränkt und man muß den Rand umgehen, wen» man sie genießenwill. Die Hauptstadt des Kreises ist

Glaz 34° 19' L. 59° 23' Vr., ungefähr 998 Fuß über derMeeresfläche. Der Name dieser Stadt wird verschieden abgeleitet; nachEinigen kommt er vom slavischen Ir'Iii<I-> Holzhaufen; nach Andernhatte ein römischer Hauptmann Lucius hier ei» Kastell Lucca gebaut,