steht, wird der Verkehr zwischen beiden Ufern bedeutend gehobenwerden. Durch die von den hannöverschcn Ständen bewilligtengroßen Geldmittel zum Ausbau des Harburger Hafens, unterLeitung des Wafferbauinspectors Blohm, wird die Stadt diealte, liebgewonnene Idee eines größeren Hafens wenigstensannährungsweise zur Ausführung gebracht sehen. Zu einembequemen Seehafen eignet sich das Flußbett der Elbe vor Har-burg nicht. Der Strom theilt sich oberhalb der in seiner Mitteliegenden Insel Wilhclmsburg in zwei Arme, die sich unterhalbHamburgs und Harburgs wieder vereinigen. Das Fahrwasserdes Harburger Armes ist stellenweise so schmal und'seicht, daßdie flachgebauten Dampfschiffe oft kaum hindurch fahren können.Kräftigen Anstrengungen wird es gelingen, besonders die Was-serstraße tiefer und breiter zu bahnen. Die Verbindung mitAltona und der von dort nach der Ostsee führenden Eisenbahnist ein neuer Grund zu der Annahme, daß Harburg eine ganzbedeutende Stellung in der Handelswelt einnehmen, und fürdie deutschen Binnenstaaten werden kann und wird, was esunter den herrschenden Zuständen, ausgeschlossen vom Zollverein,noch nicht werden konnte.
Der thätige industriöse Sinn der Harburger begnügt sichnicht bloß mit der Spedition, sondern wendet sich auch mitdem besten Erfolge der Industrie zu. Die in Harburg be-stehenden Wachsbleichen-, Tabak-, Segeltuch-, Zucker- undAsphalt-Fabriken machen bedeutende Geschäfte.
Die Bevölkerung beläuft sich gegenwärtig auf 6<MSeelen.
Für die Hamburger ist Harburg zur Sommerzeit ein Haupt-anziehungspunkt, dem sie an Sonn- und Werktagen auf denbrausenden Dampfern, deren Näderschläge ambulanten Musi-kanten am Bord der Schiffe den Takt schlagen, in Schaarenzuströmen. Im Winter belebt sich, sobald die Elbe im Eisesteht, die Eisstraße zwischen beiden Städten; zu Wagen undzu Schlitten sagt es hinüber und herüber. Besonders beliebtist die bewaldete Anhöhe neben der Stadt, Schwarzenberg ge-nannt, auf welcher ein geräumiger, eleganter Pavillon errichtetist, von welchem man eine der herrlichsten Aussichten in Nord-deutschland auf eine eben so reiche, üppige Natur hat, als aufdas schöne Schauspiel einer der belebtesten Wasserstraßen, anderen Rand zwei große Städte sich nebeneinander ausbreiten.*)Auf dem Schwarzenberge, in dessen Nähe dem Alterthums-forscher Spuren eines vorchristlichen Zeitalters gezeigt werden,feiern die Harburger ihr Schützenfest, zu dem tausend von Ham-burgern zu kommen Pflegen.
Harburg geht einer Epoche entgegen, in welcher es unterden Handelsplätzen des nördlichen Deutschlands eine bedeutendeRolle zu spielen berufe» ist.
Der Stahlstecher hat in dem Vordergrund der Zeichnung vomSchwarzcnberg aus Versehen Wasser statt Rasen angebracht.