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8 (1850)
Entstehung
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hatten. Von der Wiederbelebung des ganzen Orts zeugtenunter Andern viele um diese Zeit ausgeführte Privat- undöffentliche Bauten.

Auch unter dem im Jahre 1760 zur Regierung gelangen-den Könige Georg III. machten die Harburger viele Versucheden brittischeu Handel mit den deutschen Binnenländern überHarburg zu ziehen. In einer Bittschrift baten sie den Königvon Großbritannien dringend, er möge Anstalten anordnen,welche Harburg zum Stapelplatz der englischen Waaren fürDeutschland erhöben. Sie schilderten alle Vortheile, welchefür den englischen Handel daraus erwachsen würden und for-derten sogar die engliche Presse auf, diesen Gegenstand bei derenglischen Kaufmannschaft in Anregung zu bringen. Die letzterehatte jedoch in Hamburg seit langen Zeilen eine zu gute Auf-nahme gefunden, und dort festen Fuß gefaßt, sie that keinenSchritt zur Uebersiedelung nach Harburg, sondern blieb, diekleinen in Aussicht gestellten Vortheile verschmähend, ihrenalten Handelsfreunden treu. Die Negierung begünstigte Har-burg, errichtete daselbst ein Handclscollegium, das sich speciellmit Handelsfragen beschäftigte und that Manches zur Hebungdes Transitohandels, ohne jedoch die kühnen Hoffnungen derHarburger selbst in ihrer ganzen Ausdehnung zu erfüllen. Ob-gleich die Landstraßen verbessert und theilweise gepflastert undfür die Elbschifffahrt und den Frachtverkehr eigene Anordnungenentworfen wurden, blieb der Waarentransport zu Lande ebenso kostspielig und langsam wie zuvor.

Im Jahre 1776 sah Harburg einen Theil der deut-schen, theilweise schmählich verkauften deutschen Truppen,welche der König von England in Norddeutschland für denKrieg gegen die Amerikaner hatte anwerben lassen. Hannoverlieferte zu diesem Kriege 2000 Mann, unter denen mehreHarburger.

Nachdem Frankreich 1789 dem Kaiser Franz II den Kriegerklärte und England sich dem deutschen Reich angeschlossen,um über den Rhein zu rücken, wurden 16000Mann Hannoveranergegen den Feind ins Feld geschickt. Das 12. hannövcrsche In-fanterie-Regiment, das in Harburg in Garnison lag, mußteaufbrechen um den Krieg mitzumachen. Dies war im Jahre1793, im darauf folgenden Jahre gingen aufs neue 6000Mann hannövcrsche Truppen gegen den Feind.

In Folge des 1795 geschlossenen Separatfriedens tratauch für die hannövcrsche Armee einstweilen Ruhestand ein.

Das zur Wiedereinsetzung der Bourbons zusammengetretenefranzösische Adels-Corps, welches einige Zeit unter EnglandsSchutz auf dem Continent hauste, und ein so schmachvollesEnde nahm, lag im Jahre 1795 eine Zeitlang vor Harburg,auf dem mehrerwähnten Schwarzenberg, und setzte in der Stadt

viel Geld in Umlauf. Der französisch preußische Separat-friede wirkte auf Harburg äußerst günstig. Handel und Schiff-fahrt nahmen einen ungeheuren Aufschwung und viele Einwoh-ner der Stadt wurden reich, obgleich sie mit Kriegssteuern reich-lich belastet waren.

So günstig das 18. Jahrhundert für Harburg zu Endegegangen war, so ungünstig nahm das 19. Jahrhundert fürdie Stadt seinen Anfang, denn es brachte ihr am 3. April1801 die feindlichen Preußen. Schweden, Dänemark, Preußenund Rußland hatten bekanntlich eine nordische Coalition gegenEngland geschlossen. Die Preußen besetzten die Mündungender Elbe, Eins und Weser und hemmten die ganze englischeSchifffahrt auf diesen Strömen, während die Dänen eine Flottein die Themse schickten. Der preußische Adler nistete sich imChurfürstenthume ein, und die preußische Garnison in Harburgmachte sichs bequem, ließ sich gut verpflegen und schaltete wieHerr im Hause. Am 25. October 1801 zog sie jedoch, inFolge der zwischen Napoleon und England eingeleiteten Frie-densunterhandlungen unter dem Jubel der Bevölkerung ab.Die Elbe ward wieder frei und Harburg gewann bald wiederdie alte Regsamkeit; leider nur für kurze Zeit, denn derWiederausbruch des Kriegs zwischen England und Frankreichim I. 1803, war in seinen Folgen für das Churland Hannoverin hohem Grade beklagenswerth.

Da man sich in der Diplomatie daran gewöhnt hatte,Hannover als eine englische Provinz zu betrachten, so behan-delte der Kaiser der Franzosen das Land als solche und richtetesein besonderes Augenmerk feindlich auf das erschöpfte Land.

Das alte Kriegsgcwirre nahm nun auch in Harburg wie-der seinen Anfang, die unter dem Commando des MarschallMortier stehende französische Armee, äUsnnovre ge-

nannt, besetzte Hannover und bereits im Juni 1803 hatteHarburg französische Einquartirung. Die Verbindung mit deinMeere war aufs neue unterbrochen, der Handel lag darnieder,der Feind stürzte das Land in Schulden. Der in Folge desAusbruchs des 3. Coalitions-Krieges der Russen und Oestrcichergegen Frankreich eingetretene Abmarsch der Mehrzahl der Fran-zosen im Jahre 1805 unter Bernadottc, der an Mortier'sStelle getreten war, verursachte auch in Harburg große Freude;die Durchmärsche der Kosacken und die Einquartirung der eng-lisch deutschen Legion, die neue von Napoleon selbst eröffneteAussicht Hannover mit Preußen zu verschmelzen, erregten abereben so viele und neue Besorgnisse, die durch den Eintritt die-ser Verschmelztmg nicht gehoben wurden.

Im Jadrc 1806 erhielt Harburg aufs Neue preußischeEinquartirung; das preußische Wappen wurde wieder überallangebracht, preußische Röcke wurden überall getragen und