politische Wirren zerklüfteten die Einwohner, die gegen Magistratund Landesherrn verschiedene Male aufstanden.
Im Jahre 1549 legte eine schreckliche Feuersbruust dieganze Stadt in Schutt und Asche. Die protestantischen Fana-tiker maaßen dies Unglück einem katholischen Bogt, NamensHeinrich Diek, bei, der jedoch aller Wahrscheinlichkeit nachan dem Brande vollkommen unschuldig war. Sie nahmen ihngefangen und ließen ihn das erlittene Unglück auf eine eben sograusame als ungerechte Weise büßen. Diek wurde mit glühen-den Zangen gemartert und zerrissen, seinen zerfleischten Körperbestrick) man mit Honig und hing ihn in einem Käfig am Thoreauf. Der Unglückliche lebte noch drei schreckliche Tage bis sichder Tod seiner erbarmte. Heinrich der Jüngere, dem um jeneZeit alles öffentliche Unglück beigemessen wurde, und der mitDiek den Brand von Eimbeck veranstaltet haben sollte, warzehn Jahre später Veranlassung, daß die Verblendeten ihr Un-recht einsahen und den Käfig am Thore fortnahmen.
1549 wurde Eimbeck abermals vom Brande heimgesuchtund die Pest raffte über 3999 Menschen hinweg. So sank dieStadt allmäh lig von ihrer Höhe. Im 39jährigen Kriege rückteErzherzog Wilhelm von Oesterreich vor Eimbeck und er-öffnete, da die Stadt sich ihm nicht ergeben wollte, die Lauf-gräben. Am 12 Octobcr wurden so viel Bomben in die Stadtgeschleudert, daß sie zur Hälfte in Flammen aufging. Sie über-gab sich und ward von den Kaiserlichen in Besitz genommen.Der Obristwachtmeister Görtzen büßte aber die voreilige Ueber-gabe mit dem Tode; denn die Stadt hätte sich nur nochwenige Stunden halten sollen, so würde sie durch anrückendeHülfe Ersatz bekommen haben. Die Kaiserlichen faßten indeßin Eimbeck für länger als zwei Jahre festen Fuß.
Auch unter den Nachfolgern der Grubenhagenschen Herzöge,die zwar viel zur Hebung der Stadt aufboten, konnte Eimbeckseine frühere Bedeutung nicht wieder gewinnen. Das Bierwar allerdings noch immer eine bedeutende und berühmte Er-
Mord
Ä^ordheim hatte noch im zehnten Jahrhundert seineeigenen Grafen. Ueber die Entstehung des alten Ortes istnichts Bestimmtes ausgemittelt. Die erwähnten Grafen, welcheunter den Herzögen von Sachsen standen, residirten auf der inder Nähe der Stadt belegenen Bomeneburg oder auch wohlBodemerburg genannt. Im Jahre 1892 ward einer der-selben, Graf Siegfried zu Pölte ermordet, und Nordheimkam deshalb im folgenden Jahre an den Pfalzgrafen H einrich.Mauern erhielt die Stadt ums Jahr 1246; Herzog Albrechtd. Gr. schenkte Nordheim dieselben Gerechtsame, deren sichGöttingen erfreute.
Das Mittelalter, die Hansa und die Reformation brachtenin Nordheim ähnliche Erscheinungen zu Wege, wie wir sie inGöttingen, Osterode u. a. Städten dieser Gegend gesehen haben.
Zwischen Nordheim und dem nahegelegenen Höckelheimwurde Herzog Heinrich der Jüngere von Braunschweigam 21 Octobcr 1545 durch die schmalkaldischen Bundesgenossenumringt und gezwungen sich nebst seinem Sohne Carl Victorund dem Landgrafen Philipp von Hessen zu ergeben.
werbsquellc, aber die Brauerei allein war für die Hebung desGesammtverkehrs nicht hinreichend.
In der Mittte des Jahres 1761 besetzte der französische Mar-schall Broglio, der im siebenjährigen Kriege in die hanuöv^r-schen Lande eingefallen war, die Stadt Eimbeck und hauste in ihrund der Umgegend als Feind. Die Häuser und Kirchen wurdenzu Magazinen, Lazarethen und Pferdeställcn umgewandelt. Vorseinem bald darauf erfolgten Rückzüge ließ der Marschall Brogliodie übrigens ohnehin im schlechten Staude befindlichen Festungs-werke der Stadt schlecken, was für die Eimbeckcr minder schmerz-lich sein mußte als die Gelderpressuiigen, welche der Feind bisauf die letzten Stunden grausam und unerbittlich fortsetzte.
Unter dem kurzen Regiment des Königs von Westphalenward Eimbeck 1898 zur Hauptstadt des Distrikts erhoben.
Im Jahre 1819 erhielt die Stadt ihr noch gültiges Ver-waltungsreglemeiit, welches zur innern Leitung der städtischenAngelegenheiten einen Bürgermeister, einen Syndicus, vierSenatoren und acht Bürgerrepräsentanten bestimmt.
Im Jahre 1826 erlitt Eimbeck abermals eine bedeutendeFeuersbrunst, bei welcher auch die Marien-Magdalcncn-kirche abbrannte.
Zwei Kirchen sind noch übrig geblieben, die Kirche desSt. Aleranderstifts und die Jacobikirche. Die Stadtzählt an 999 Häuser und über 5999 Einwohner. Garten- undLandbau, Bierbrauerei, Handel mit Linnengarn und Ledergerbe-reien bilden gegenwärtig die Hauptnahrungszweige der Eimbecker.
Der an der nördlichen Seite der Stadt sich erhebende Berg,die Huve (Hübe) genannt, bietet eine köstliche Aussicht aufdas Keienthal; bei heiterem Wetter erblickt man von hierdie Thürme Göttingens sehr deutlich. Auf der Höhe ist einWirthshaus errichtet, das fleißig besucht wird. In der Näheder Stadt liegt das königl. Jagdschloß Rotenkirchen, dasErnst August alljährlich für einige Wochen zu besuchen pflegt.Die in der Nähe befindlichen Salinen von Salzder-Heldenwerden von Eimbeck aus oft besucht.
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Die Stadt liegt in einem fruchtbaren Thale an der Ruhme,zählt 4999 Einwohner, die in mehr als 599 meistentheils nett-gebauten Häusern wohnen und Handwerke, Acker-, Flachs-und Tabacksbau treiben. Man sieht es der Stadt an, daßsie zu verschiedenen Zeiten von den Flammen heimgesucht wor-den ist.
Die lutherische Pfarrkirche ist groß und im Besitz einervorzüglich guten Orgel. Unter den Gebäuden zeichnet sich dieKavallerickascrne vor dem nach Eimbeck führenden Thore aus.
Eine halbe Stunde von der Stadt auf dem Wege nachOsterode liegt: der Schwefelbrunnen, dessen Quelle imJahre 1894 entdeckt wurde. Die lauwarmen Bäder, welchehier genommen werden, sind sehr wirksam und werden sehr ge-rühmt Die Bewohner der Stadt und der Umgegend Pflegenbesonders an Sonntagen an dem genannten Orte zusammenzu-kommen. Die Göttinger Studenten, die die ganze Gegend zudurchstreifen lieben, sind hier keine seltene, und immer gern ge-sehene Gäste.