Die vorzüglichsten Vergnügungsörter von Mündensind das alte Spdikum (Sichdichuin) ein Caffeehaus an derFuldaschlacht und das neue Spdikum ein Caffeehaus an derWerra belegen, wo Clubb- und Tanzlocale, beide mit verschie-denen, aber schönen Aussichten. Ferner Mepers, ehemals Frei-tags Werder, ein geschmackvoller öffentlicher Garten mit einemgroßen eleganten Hause auf einer Insel, in den ersten Jahrendieses Jahrhunderts von dem weil. Commerzienrath KaufmannFreitag angelegt. Der Eingang zu diesem mit manchen hübschenAnlagen gezierten Garten ist auf der Werrabrückc und an derSpitze der Insel bilden 2 Hauptarme der Fulde und Werra denAnfang des Weserstroms. Dort ist auch eine zweckmäßig einge-richtete Wasserheilanstalt nebst Flußbäder angelegt, welche imSommer auch von Auswärtigen benutzt zu werden pflegt.
Auf dem Tanzwcrder, einer mit Rasen bedeckten großenInsel in der Fulda, welche durch eine hölzerne Brücke mit derStadt verbunden ist, steht das vor einigen Jahren crbaueteSchützenhaus zum Clubb und zu Schießübungen der Bürgerdienend. Hier findet jährlich im Julp das einzige VolksfestMündens Statt, der Schützenhof, ein Freischießen mit Bällenund sonstigen Belustigungen, welches viele Fremde aus derUmgebung, aus Cassel, Göttingen und andern nahgelegenenOrten herbeizieht.
Der Werrabrückc gegenüber ist an der Höhe Andree's Berg-gartcn, ein vielbesuchter Vergnügungsort mit hübschen Anlagenbefindlich, welcher Fremden sehr zu empfehlen ist, weil man vondort eine der schönsten Aussichten auf das Thal und dessenBerge hat.
Außerdem werden das NeuehauS unterhalb der CasselerChaussee, die Landwehrschenke an der Göttinger Chaussee belegen,die Wirthshäuser in den Dörfern Gimte und Volkmarshausenhäufig besucht, da diese Vcrgnügungsörter höchstens '/- Stundevon der Stadt entfernt sind.
Münden ist sehr reich an anmuthigcn Spaziergängenin seiner nächsten und nähern Umgebung und fast alle sind soangelegt, daß sie die lieblichsten Aussichten gewähren. Wir wollendavon nur erwähnen die geschmackvollen Anlagen auf den alten
Bcfestigungswerken, welche sich um einen Theil der Stadt ziehenund die Anlagen am Kattenbühl, einer Höhe dicht hinter derStadt, wo vorzügliche Aussichten sich finden. Ferner Düring'sAnlage, die Anlagen an dem Blumerberge, wo man den Octogonmit der kolossalen Herkulcsstatue auf der Wilhelmshöhc hinterCassel sehen kann, die Anlagen am Molkenbrunnen, an denBergen der Knick und Starinke genannt, letzterer etwa l Stundeentfernt, über der Klosterdomaine Hilwartshausen, wo eine sehralte Kirche des unter Carl dem Großen gestifteten, früher hoch-berühmten Klosters an der Weser steht, sodann eine etwa '/- Stundeentfernte Anlage des Stadtbauinspectors FraaS mit modernerRuine einer Burg und noch viele andere köstliche Spaziergängein den schön belaubten Waldbcrgen um Münden. Die meistendieser Anlagen sind auf Kosten der Stadt durch die städtischenForstbediente in den letztern 2V Jahren geschaffen worden undjede Anlage um Münden gewährt dem Spaziergänger das Ver-gnügen eine andere, aber stets schöne Aussicht auf die Stadt,das Thal, die Berge und Flüsse zu genießen.
Von Münden aus erreicht der Reisende in etwa 2 h- Stundedie in so mancher Beziehung interessante Residenzstadt Cassel aufder in vielfachen Windungen am schönbewaldeten Lutterberge an-gelegten Chaussee, welche die herrlichsten Durchblicke auf diedarunterhinströmende Fulda und das Thal von Münden gewährt.Die in anderer Hinsicht merkwürdige Universitätsstadt Göttingenerreicht man in 4 Stunden auf einer von schönen Landschaftenumgebenen Chaussee. Hinter dem an diesem Wege belegenenStädtchen DranSfeld erhebt sich der höchste Punkt der Gegend,der Hohehagcu, berühmt durch ein umfassendes Panorama undein mächtiges, dem Geologen sehr interessantes Lager von Ba-salt; ein romantischer Weg längs der Werra führt von Mündenin etwa 2'/-Stunde nach der hübsch gelegenen kurhessischen StadtWitzenhausen, dem Endpunkte des deutschen Weinbaus, denn dortsieht man die letzten Weinberge in Deutschlands nördlicher Rich-tung. Das Dampfschiff führt den Reisenden zwischen eine Mengeder schönsten Landschaften an beiden Ufern der Weser, von wel-chen wir nur Carlshascn, Polle, Hameln und Minden mit derPorta Westphalica nennen wollen.