Druckschrift 
7 (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

und Haubitze». Gleich nach dem Abzüge der Besatzung zerstörten die Fran-zosen die Festung und verwandelten die Schlösser in große Schutt-haufen.

Nach dem im Jahre 1748 zu Aachen geschlossenen Frieden sollteFreiburg abermals befestigt werden, doch unterblieb es, und man be-schäftigte sich ernstlich damit, die Schutthaufen wegzuräumen und denalten Schaden nach und nach auszubessern. Auch kam Freiburg wäh-rend der jetzt erfolgten Friedensjahre wieder zu blühenderem Wohl-stande und aus den Trümmern der Vergangenheit begann eine bessereZukunft sich zu entwickeln.

Als die französische Revolution ausbrach und das nahe Breisachvon den Franzosen genommen wurde, begann wieder ein Krieg, unddie Freiburger bezahlten nicht nur eine freiwillige Kriegssteuer, sondernstellten auch ein freiwilliges Korps von 600 Mann, das am 7. Juli

1796 bei Wagenfladt und Tutschfelden in's Feuer kam und mit Aus-zeichnung focht. Der ganze Landsturm mußte sich aber zurückziehenund am 16. Juli rückten die Franzosen in bester Ordnung in dieStadt.

Nach Morcau's Rückzug kam Erzherzog Karl nach Freiburg undwurde, als er im folgenden Jahre wieder zurückkehrte, am 30. Januar

1797 daselbst feierlich'empfangen; das Breisgau wurde aber schon im ^nächsten Jahre durch den Frieden von Campo Formio an den Herzogvon Modena, Herkules III. von Este, abgetreten. Dieser nahm eserst 1803 in Besitz, und hinterließ dasselbe noch im nämlichen Jahredem Erzherzoge Ferdinand, bis eS in Folge des Prcsburgcr Friedens

im Jahre 1805 an den Großherzog Karl Friedrich von Bade" abge-treten wurde, und somit nach einer Reihe von sechs Jahrhundertenwieder an einen Sprößling des herzoglichen Hauses Zähringenkam, welchem Freiburg keine erste Gründung verdankte. Am 30. Juni1806 wurde dem neuen Regentenhause gehuldigt, aber Stadt und Landtrennte sich nur ungern von Oesterreich, unter dessen Obhut ssc mehrereJahrhunderte lang gewesen. Doch that die Regierung jetzt Alles, wasin ihren Kräften stand, um den Wohlstand der neuen Erwerbung zusichern und zu heben; es kam in die Stadt der Sitz aller Provinzial-regierungsstcllen, die Universität wurde neu dotirt, ein Erzbisthumund eine evangelische Kirchengemeinde errichtet und noch so manchewohlthätige Einrichtung getroffen, so daß Freiburg bald größere Zu-neigung zur neuen Negierung gewann und sich kaum mehr die öster-reichische Zeit zurückwünschen dürfte, was sich anch, als GroßherzogLeopold nach seinem Regierungsantritte mit außerordentlichem Jubelin Freiburg empfangen wurde, aufs Klarste zeigte.

Die jüngste Zeit hat dieser Stadt wieder neue Wohlthaten ge-bracht, und sind erst die projektirten Eisenbahnen fertig, so wird Handelund Verkehr sich noch mehr heben. Dabei bewahrt die alte Universi-tätsstadt immer noch eine hohe Liebe zu freieren Ideen und politischerSelbstständigkeit; wodurch sie sich nicht wenig ehrte, denn wenn auchjener Geist i der Ursache war, daß man dem edlen v. Rotteck, einenSohn Freiburgs, zweimal, obwohl erfolglos, zum erste» Vorständedes Gemeinwesens erwählte, schon mehrmals in den Hintergrundtreten mußte, so erhebt er sich doch immer wieder und wird niemalsuntergehen im Kampfe mit den Anhängern des Rückschrittes.