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7 (1848)
Entstehung
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vertheidigen, Landvolk, Bürger und etwa 299 Studenten besetzten dieMauern und zwei Jesuiten besorgten das grobe Geschütz, da aber keinEntsatz herbeikam, das Belagerüngshcer bis zu zehntausend Mannheranwuchs und die Stadt mit Feuerkugeln zwei Tage und Nächtehindurch beschoß, mußte sie sich ergeben und Fcldmarschall Horn zogam 29. December in die Stadt ein, die ihm sogleich 30,999 fl, bezah-len mußte. Im nächsten Herbste zogen zwar die Schweden wieder ab,kamen aber im Frühjahre 1934 wieder und im darauffolgenden Jahrestellte sich großer Mangel ein.

Am 29. März 1933 erschienen die Schweden unter Herzog Bern-hard von Sachsen-Weimar wieder vor Frciburg, wo der ObristEscher von Bühningen kommandirtc und heftigen Widerstand leistete;er mußte sich aber am It. April ergeben, und bald darauf brach inder Stadt eine heftige Noth aus. Nun wurde der schwedische ObristFriedrich Ludwig Kanoffsky von Langendorf Befehlshaber der Festungund Stadt, der sehr schonend gegen dieselbe verfuhr, aber die Lchcncr-und Prediger-Vorstadt am 25. Juni >044 in die Luft sprengen mußte,um vor der heranziehenden baicrisch-östcrrcichischen Armee sich sichernzu können. Diese kam mit 8999 Mann zu Fuß und 7999 Mann zuPferd, und begann die Belagerung, da Türcnne mit 19,999 Mannihr nicht mehr zuvorgekommen war. Der Fcldmarschall stürmte un-aufhörlich, und am 23. Juli zog die Besatzung von Frciburg ehren-voll nach Breisach ab, während Türenne noch in der Nähe stand.Aber der Herzog von Enghicn, der nachmalige berühmte Condö, er-hielt jetzt den Befehl mit 19,999 Mann zu Türennes Heer zu stoßenund übernahm das Oberkommando. Türcnne hatte gerathen denSchwarzwald zu besetzen und dem Feinde alle Zufuhr abzuschneiden,Enghicn aber zog eine Schlacht vor »nd rückte am 3. August gegendie Verschanzungen, welche Mercy längs des nahen Schinbcrgcs ge-zogen hatte, vor. Mehrmals erneuerten die Franzosen den Sturm,es begann ein furchtbares Blutbad, Tausende fielen, aber die Ver-schanznngcn konnten nicht genommen werden Da zog sich Enghien inder Nacht vom fünften auf den sechsten August zurück^ nachdem er fastdas ganze Fußvolk verloren hatte, und wandte sich über Dcnzlingennach dem Schwarzwalde, um jetzt Türenne's Rath zu befolgen. Mercyblieb in seiner Stellung »och einige Tage stehen, legte eine starke Be-satzung in die Stadt, und zog den Schwarzwald hinauf. Von nunan würde Freibnrg in diesem Kriege nicht mehr angegriffen, und 1948erfolgte der wcsiphälische Frieden.

Weil durch diesen Frieden Vreisach an Frankreich abgetreten wurde,besserte man in Frciburg Mauer» und Gräben aus, der Schloßbcrgwurde durch mehrere Werke befestigt und in die Stadt eine bedeutendeBesatzung gelegt. Diese verminderte man jedoch bald auf eine höchstunkluge Weise, obwohl der Oberfcldherr, Herzog Karl von Lothringen,widersprach. Als daher Marschall Cregui diesen Fehler bemerkte, ginger unversehens über den Rhein und erschien am 19. November 1977vor Freiburg, dessen Besatzungstruppcn in den Umliegenden Dörfernzerstreut lagen. Dazu kam noch daß der Stadtkommandant GeneralSchütz sich nicht zu helfen wußte, obgleich er eine Besatzung von 2599Mann, Ucberfluß an Lebcnsmitteln hatte, und auf Bürgerschaft undStudenten hätte zähle» können; statt sich aber in das feste Schloß zuwerfen, vergeudete er die Zeit mit planlosen Anordnungen. Die Fran-zosen beschossen die Stadt alsbald von der Wühre aus, rückten mit denLaufgräben schnell vorwärts und setzten sich endlich auf der Bresche fest.Jetzt übergab Schütz am 19. November Stadt und Schloß, und zogmit seinen 2599 Soldaten und 2 Kanonen nach Nheinfclden ab. DieSieger rückten nun in Freiburg ein, machten große Beute, undjetzt blieb die Stadt zwanzig Jahre lang unter französischer Botmäßig-keit, denn im Nymwcgener Frieden (1979) wurde sie förmlich anFrankreich abgetreten. Zwar erhielten die Einwohner die bisherigeFreiheiten und Rechte bestätigt, aber Viele zogen fort, das HochstiftBasel ging im Jahre 1973 nach Arleshcim und die Universität hattesich schon früher wieder nach Constanz begeben.

König Ludwig XIV. beschloß nun Freiburg zu einer Festung nachVauban's System zu machen, und ließ deshalb außer den noch übrigenResten der schon früher abgebrochenen Lehener- und Prediger-Vorstadt,die Johanniter-Vorstadt, das Dorf Adelhausen und einige Häuser derSchnecken-Vorstadt niederreißen, um freien Platz für die Vorwerke derFestung zu erhalten. Die Stadt wurde jetzt mit den acht BasteienSt. Peter, St. Christoph, St. Thcrese, St. Ludwig, Dauphin, König,Königinn, Schloßbastei umgeben und die Drcisam in den Graben ge-leitet, während sich auf dem Schloßberge das Adlcrschloß, St. Peter-schloß und die Sternschanze erheben und die Stadt beherrschten. DieFestungswerke, besonders jene auf dem Schloßberge waren von außer-ordentlicher Stärke und wurden init großer Kunst und sehr schnellc be-gonnen und ausgeführt. Die Stadt litt dagegen durch die Zerstörungder Vorstädte sehr viel, so daß sie sich nicht erholen konnte, obgleichLudwig XIV. ihr alle Rechte bestätigte und den Verkehr sehr begünstigte.Sie kam aber auch in keine bessere Lage, als sie in Folge des Rys-wiker Friedens im I. 1997 an Oesterreich zurückgegeben worden war;denn der Hof zu Wien war gegen die Stadt mißtrauisch geworden,

entließ gleich nach der Huldigung alle Angestellten der Stadt, und setzteeinen Oberschultheißen ein, ohne welchen keine Nathssitzung gehaltenwerden durfte.

Der spanische Srbfolgckricg, welcher im Jahre 1799 begann, drohtesich auch in diese Gegend z» ziehen, weshalb der Kaiser, um sich derTreue der Stadt zu versichern, endlich, wiewohl erst nach mehrmaligenBitten, deren Rechte uud Privilegien bestätigte. Aber die Gefahrging vorüber, die Regierung benahm sich so feindselig gegen dieStadt, wie zuvor, und auch der Adel entzog sich von nun an allenstädtischen Aemtern.

Die Franzosen, welche das nahe Breisach »och immer besassen,suchten jetzt auch in den Besitz von Freiburg zu gelangen, richtetenaber durch List nichts aus. Nach dem Falle von Landau zog daherVillarS mit einer Armee von 159,999 Mann nach dem Oberrhcin, undkam am 2l. September 1713 vor Freiburg an, das eine Besatzungvon 19,999 Mann unter dem Oberbefehle des Fcldmarschalllieutcnantsvon Harsch hatte. Acht Tage später begannen die Belagerer ihrenAngrist; die Besatzung machte zwar zahlreiche »nd sehr heftige Aus-fälle, verlor aber sehr viele Soldaten, und der Kommandant sah sichzuletzt außer Stand, die Stadt länger zu vertheidigen, erklärte ainersten Oktober den Behörden, daß er sich in das Schloß zurück ziehcuwerde, und empfahl ihnen, wenn es aufs Acußerste komme, möge je-des Haus für sich nach bester Möglichkeit akkordircn. Da sank denBehörden der Muth, ohne einen Beschluß zu fassen, zogen sie aus-einander, die Soldaten begannen zu plündern, die gefangenen Fran-zosen brachen aus dem Stockhause, liefen durch die Straßen, und al-lenthalben entstand die größte Verwirrung, so daß sich Niemand mehrzu helfen wußte. Da nahm der Rathsschrcibcr Mayer (später wegendieser That zum Freiherr» von Fahncnberg erhoben) zwei Bürger mitsich, eilte auf den Nathshof, holte daselbst zwei weiße Fahnen, undbegab sich damit bis auf die Bresche, wo ihn Anfangs die Franzosenmit Gcwehrfeuer empfingen. Bald aber stiegen diese bis auf dieBresche und jubelten; Villars, der schon zu einem Sturme Anstaltengetroffen hatte, begann Unterhandlungen, versprach die Stadt zu scho-nen und die Plünderung zu unterlassen, wogegen er eine MillionFranken zur Entschädigung und 39,999 Reichsthaler als Lösung für dieGlocken verlangte und erhielt. Villars schloß auch mit den Schlösserneinen Waffenstillstand, bis denselben Eugen Verhaltungsbefehle sandte,worauf den 19. December die Uebcrgabe unterzeichnet wurde, und amfolgenden Morgen die 9999 Mann starke Besatzung mit fliegendenFahnen, klingendem Spiele, 4 geladenen Kanonen, zwei Mörsern undbrennende» Lunten abzog. Fvciburg blieb nun in französischen Händen,bis die Stadt durch den Badcncr Frieden im September 1714 an dasErzHaus Oesterreich wieder zurück gegeben wurde.

Durch diese Kriege und mehrere Belagerungen war Freiburg er-schöpft, sein Handel unterdrückt und die Zahl seiner Bürger bedeutendvermindert worden. Die Stadt hatte stets eine starke Besatzung, dasihr im Jahre 1794 zugetheilte Winterlager verursachte gegen 99,999 fl.Unkosten »nd im Jahre 1717 betrugen die städtischen Schulden mehrals 399,999 fl., während die Ausgaben die Einnahmen um mehr als5999 fl. jährlich überstiegen. Zwar erhielt Frciburg jetzt von der Re-gierung mehrere Erleichterungen zugestanden, und der Wohlstand be-gann sich nach und nach wieder zu heben, aber schon in kurzer Zeitbrachen wieder neue Kriege aus, und wenn auch der polnische Thron-folgekrieg keine Belagerung herbeiführte, so kamen doch die Feinde bisin die Nähe, und verheerten die Umgegend. Nach dem Tode desKaisers Karl VI , im Jahre 1749, kamen österreichische Truppe» indies Vorland, und versuchten, in's Elsaß zu dringen; da sie aberwegen des Einfalls der Preußen in Böhmen sich wieder zurückzogen,kamen die Franzosen über den Rhein, zogen am 17. September 1744mit 59,999 Mann unter dem Marschall Coigny von Brcssach aus gegendie Stadt Freiburg, und lagerten sich vom Schinbcrge aus in einemHalbkreise bis Zähringen, Dcnzlingen und dann auch im KirchzartcnerThal, wodurch Frciburg völlig eingeschlossen wurde. In der Stadtlagen 8999 Mann Soldaten unter dem Kommando des Generalseld-marschall-Lieutenants Frhrn. v. Damnitz, und schon am 9. Oktoberbegannen die Feinde auf die Stadt zu schießen, wo bald viele Häuserin Brand aufgingen. Unterdessen kam der König von Frankreich selbstherbei und sah vom Lorettoberge der Belagerung zu, die mit allerKraft fortgesetzt wurde, so daß sich Damnitz auf die innern Werke zu-rückziehen mußte. Am 29. begann das Brcschcschicßcn und schon sollteder Hauptsturin angeordnet werden, als Damnitz die weiße Fahneaufstecken ließ und am 5. November eine Kapitulation abschloß, wor-nach die Besatzung, wenn sie nicht kriegsgefangen sein wollte, sich i»die Schlösser zurückziehen mußte. Am nämlichen Abend zogen die Be-lagerer ein, und setzten die Arbeiten gegen die Schlösser mit größterThätigkeit fort, so daß sich endlich die noch 9999 Mann starke Besatzungergeben mußte. Sie durste mit klingendem Spiele und fliegenden Fah-nen durch die Stadt ziehen, mußte aber außerhalb derselben die Waf-fen ablegen und sich kriegsgcfangen geben. Die Franzosen erbeuteten175 metallene, 55 eiserne Kanonen und mehr als 39 metallene Bomben