schule von drei Classen; eine Normal-Hauptschule mit einerZeichncnschule verbunden und das erwähnte Gymnasium mitUnterrichtsstunden in der Musik, italienischen Sprache und De-klamation. Die Seelsorge verwaltet der Pfarrer von Meranund Tyrol, der zugleich Dechant des Landgerichtsbczirkes Me-ran ist, mit vier Coopcratoren. Als Verwaltungsbehörden be-stehen das k. k. Land- und Criminal-Untersuchungs-Gerichterster Classe, der ökonomische Stadtmagistrat, das fürstlich Tari-sche Rentamt und andere untergeordnete Behörden. Zur ge-selligen Unterhaltung besteht ein eigenes Lese-Casino, verbun-den mit einem Musikvereine, wo jeder Fremde ungehinderten
das alte Sc
nebst Zenoberg, Brunnen
Der bequemste Weg dahin führt an der Pfarrkirche vor-über nach Stcinach. Man bemerkt hier zur linken Hand densogenannten Pulvcrthurm, wahrscheinlich den Nest des äußerenVorwerkes, welches einst mit der Zenoburg zusammenhing unddas eigentliche Schloß von Meran bildete. Jetzt steht derThurm öde und Geier nisten darin. Ein kurzer aber jäherAufstieg führt auf den Zenoberg, auf dessen Gipfel die Ze-noburg steht und an dessen Fuße sich der Zenogrund ausbreitet.DaS Schloß verdankt seinen Ursprung einer Römerschanzc.Später wurde dabei eine Kapelle zu Ehren des heil. Zeno,Bischofs von Meran, gebaut, wodurch Schloß und Bergihre Namen erhielten. Die Grafen von Tyrol bewohnten esmit großer Vorliebe, wegen der gesunden Luft und der herr-lichen Aussicht nach allen Seiten. 1347 brannten es die Böh-men bei ihrem Einfalle nieder, eS erstand jedoch bald wiederaus seinen Trümmern und blieb bis 1782 landesfürstliches Ei-genthum. Um diese Zeit wurde die Burg veräußert und istjetzt Privat-Eigenthum. Die Nebengebäude sind leider größten-theils verfallen und von Pflanzen überwuchert. Nur ein Thurmauf der Südseite trotzt noch der Zerstörung und birgt das Ar-chiv und die gesammelten Tyrolensia des Besitzers. Das Por-tal an demselben ist uralt. Von Zenoberg steigt der Weg linksauf die Höhe des Küchclberges, dessen höchste Spitze auf dieserSeite der Franzosenbühcl genannt wird, weil sie den höchstenstrategischen Punkt bildete, um welchen Franzosen und der Ty-rolcr Landsturm die eisernen Lose dcS Krieges versuchten. DerKüchclbcrg erstreckt sich von der Passer, die ihn südlich bespült,bis an das Hauptschloß Tyrol und gibt, beiläufig erwähnt, denberühmten Küchclbcrger, oder im Allgemeinen, Mcrancr-Wcin,der an Güte, Haltbarkeit und Nahrungsstoff mit den edelstenWeinen des Tyrolerlandes wetteifert. Von Meran bis zumDorfe Tyrol rechnet man eine mäßige Stunde. Tyrol selbstist ein Pfarrdorf mit einer Bevölkerung von 900 Seelen. Inälterer Zeit hatte Tyrol seinen eigenen Pfarrer, als aber Me-ran immer mehr aufblühte und der Adel aus den umliegendenBurgen in die Stadt zog, so begab sich auch der Pfarrer vonTyrol dahin und stellte einen Stellvertreter nach Tyrol. So
Zutritt hat. Kunstliebhaber finden auch bei einigen Privatenschätzbare Gemäldesammlungen, vorzüglich aus der altdeutsche»Schule. Es bestehen hier neun Wirthshäuser, zum Theile mithübschen Gärten und ein wohleingerichtetcs Bicrhaus. Unterersteren sind die Post, der goldene Adler und das weiße Kreuzdie besuchtesten. Fremde finden aber auch bei längcrem Aufent-halte in Privathäusern anständige Unterkunft. Die Umgebun-gen von Meran sind auf jeder Seite interessant und reizend,der erste Gegenstand eines Besuches außer der Stadt beibt je-doch für jeden gebildeten und empfindenden Reisenden stets
lofi Tvrol,
urg und das Knappenloch.
blieb es bis auf den heutigen Tag. Nur an gewissen Festenund einige Zeit im Sommer erscheint der Pfarrer persönlich inTyrol. Die Pfarrkirche ist im ziemlich baufälligen Zustandeund nicht so alt als die tiefer im Felde liegende Kirche zu St.Rupprccht, welche nach aller Wahrscheinlichkeit ursprünglichzum Pfarrgottesdienste diente. Das Volk betrachtet letztere alseine einstmalige heidnische Opfcrstätte, die später erst dem christ-lichen Cultus gewidmet wurde. Mitten im Dorfe steht dasfreundliche Armen- und Krankenhaus, auf Kosten des Fürst-bischofes Tschidercr von Tricnt erbaut, der früher Pfarrer zuMeran und Tyrol gewesen war. Gleich hinter dem Dorfebemerkt man fast mitten im Bcrgeinschnitte die Brunnen-burg im Etschthale. Sie stand einst mit der Hauptburg inVerbindung und diente als Amtswohnung für die fürstlicheKanzlei. 1362 kam sie an Ulrich von Matsch, 1470 an dieEdlen von Kripp in Hall, denen sie noch zinsbar ist. IhreRuinen, eine Zierde des Etschthales, schreiben sich wahrschein-lich noch aus der Zeit her, wo der römische König, Carl IV.,für seinen Bruder Johann das Schloß Tyrol belagerte unddiese Vorburg in einen Trümmerhaufen verwandelte. Von hierführt der Weg durch das sogenannte Knappenloch, einenunterirdischen Gang, dann an riesenhaften Ephcugewindcn vor-über, in die Hauptburg Tyrol, welche dem Lande den Na-men gegeben hat. Sie besteht aus drei Theilen. Der ältesterückwärts gegen das Gebirge liegt in Trümmern und umfaßteeinst die Fürstenzimmcr, in welchen die Schicksale des Bcrg-landes geleitet und verhandelt wurden, mit einem weitläufigenHofraume, wo besonders unter König Heinrich von BöhmenWaffen- und Minnespicle aufgeführt wurden. Der östlicheTheil, worin der Caplan und der Thorstchcr des Schlosses ihreWohnungen haben, ist der schmale Ncst eines weitläufigenBurgrevicrs, das der Sturm der Wildbäche längst größtcntheilshinweggespült hat. Der südliche, seiner Entstehung nach derjüngste, reicht gleichwohl als Bauwerk in'ö 14. Jahrhunderthinauf. Hier wohnt der Hauptmann des Schlosses, aus dessenFenstern man die herrlichste Aussicht genießt. Die uralte Ca-pelle, die von den Bayern einiger Alterthümer von hohem