städte. Diese zerstörten die Feinde gänzlich und machten siedem Boden gleich, um die Stadt besser vertheidigen zu können.Nach der Zeit wurden jedoch an deren Stellen wieder andereaufgebaut und bevölkert und diese bestanden bis zu der um1750 vorgenommenen Befestigung der Stadt. 1653 wurdeOlmütz abermals durch die Pest verheert. 1662, 1675 und1703 litt die Stadt durch Feuersbrünste. Besonders furchtbaraber war der große Brand den 21. Juli 1709. Nebst derKirche St. Moritz und den Kirchen und Klöstern der Domini-kaner- und Katharina-Nonnen brannten über 349 Bürger-häuser ab. Den 27. December 1741 nahm der preußische Feld-herr Schwerin die Stadt, die damals noch schlecht befestigt war,mit Accord ein und sie blieb bis zum 23. April 1742 in der Ge-walt des Feindes. Nach dem geendigten zweiten Feldzuge wurdeder Anfang zur Befestigung der Stadt gemacht. Alle Vorstädtewurden geschleift und binnen wenigen Jahren war die Haupt-festung hergestellt, die jetzt eine der stärksten im Kaiserthume ist.Kaum war sie indessen zu Stande, so brach ein neuer Kriegmit Preußen aus und 1758 kam König Friedrich I!. selbst mitseinem Heere vor Olmütz an. Bald daraus wurde die ordent-liche Belagerung mit Eröffnung der Laufgräben begonnen. Siedauerte, bei heldenmüthiger Vertheidigung der Besatzung undder Bürgerschaft, sieben Wochen lang, vom 17. Mai bis 2. Julian welchem Tage das preußische Heer die Belagerung aufhobund nach Böhmen abzog. Alle zur Zeit dieser Belagerung inActivität gewesenen Nathsglieder wurden zur Belohnung ihrerTreue und ihres Eifers in der Vertheidigung der Stadt sammtihren Nachkommen in den erbländischen Adelstand erhoben undauch die Bürgerschaft erhielt ehrende Beweise der landcsfürst-lichen Huld. Gleich nach dem Abzüge der Feinde wurden dieFestungswerke ausgebessert und mehre derselben neu angelegt.In der Folge blieb Olmütz zwar von unmittelbarer Feindes-gefahr befreit, doch theilte sie auch das Schicksal der Zeitver-hältnisse mit andern Städten des österreichischen Kaiscrthums.1793 wurde der berühmte französische General Lafapctte, derzu Rochefort gefangen genommen wurde, nach Olmütz gebracht.Ein Versuch ihn zu befreien, schlug fehl und er erlangte erst inFolge der Unterhandlungen zu Leoben 1797 wieder die Freiheit.In neuerer Zeit ist für die Verschönerung der Stadt ungemcinviel geschehen und die seit 1840 dahin geführte Eisenbahn trägtsehr viel zum bessern Verkehre und einer bedeutenden Lebhaftig-
keit bei. — In topographischer Hinsicht liegt Olmütz fast mit-ten im gleichnamigen Kreise am rechten Ufer der March, auswelchem Flusse die Festungswerke unter Wasser gesetzt werdenkönnen, in einer sehr fruchtbaren Ebene. Die Gewässer derMarch können im Nothfalle durch mehre Schleusen auf eine be-trächtliche Weite und Höhe geschwellt werden. Die Stadt ist vonziemlichem Umfange und besteht eigentlich aus zwei Theilen,der inuern oder äußern Stadt und der sogenannten Vorburg.Ursprünglich hatte sie sechs Thore, von diesen wurden jedoch zweiThore vermauert und an deren Statt nur Eingangspfortenoffen gelassen. Die Aussenwcrke dieser wichtigen Festung sindgroß und fest. Die fünf, übrigens nicht bedeutenden Vorstädtesind: Neugasse, Greinergasse, Neustift, Salzergut und Ostrau.In Allem hat Olmütz drei Pfarren, sechs Kirchen und bei 1100Häuser. Im Verhältniß ihrer Größe ist Olmütz jedoch gegenandere Städte nicht sehr bevölkert, da die Einwohnerzahl nur10,560 beträgt. Man trifft hier zwei große Plätze, den Ober-ring und Nicderring. Den ersteren zieren eine der schönstenDrcifaltigkeitssäulen des Kaiserthums und mehre geschmackvolleSpringbrunnen von dem berühmten Künstler Raphael Donner.Unter den Gebäuden verdient das alte Rathhaus mit dem 41Klafter hohen Thurme bemerkt zu werden, welches ein von al-len Seiten freistehendes ansehnliches Gebäude ist und aus demschon 1268 bestehenden Kaufhause errichtet wurde. Es über-stand glücklich alle Stürme der bewegten Zeiten. Die kunstvollemathematische Uhr auf demselben wurde schon 1422 verfertigt,ist jedoch jetzt nicht mehr im Gange. Auf dem Bischofsplatzesteht die erzbischöfiiche Residenz und das herrlich erbaute mili-tärische Zeughaus. Die ursprüngliche Domkirche war zu St.Peter und Paul, die um 1785 entweiht und zu einem Mili-tär-Depositorium verwendet wurde. Die heutige Metropoli-tankirche wurde von dem Olmützcr Fürsten Wenzeslaus an derStelle seiner Burg zu bauen angefangen, doch erst von seinemSohne Bretislaw vollendet. Die Uebersetzung des bischöflichenStuhles in dieselbe geschah 1130. Unter Markgraf Jodokwurde sie 1370 ganz in Asche gelegt, Bischof Johann X. bautesie jedoch bald wieder auf. Bischof Stanislaus PawlowSkp er-richtete 1589 den großen Thurm an derselben. Sein Nachfol-ger, der berühmte Cardinal Franz von Dietrichstein, erbauteden großen herrlichen, aber mit dem übrigen Theile der Kirchenicht im Verhältniß stehenden Chor und seine Nachfolger trugen