Druckschrift 
7 (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

in den Flammen begrub, während die Mönche alle auf dasGrausamste niedergemetzelt wurden. Als bald darauf Ver-stärkung der kleinen Besatzung ankam, vermochte Jaroslawnicht länger den Rachedurst seiner Krieger zu bezähmen. Den25. Juni 1241 früh vor Tagesanbruch drang er mit all seinerMacht unbemerkt ins Tartarenlager und verbreitete Tod undVerheerung in den wilden Scharen. Unzählige Opfer gerechterRache waren schon gefallen, als Pcta mit frischen Scharen sichihm entgegenwarf und den Sieg noch lange zweifelhaft machte.Eben aber in dem entscheidenden Augenblick, als die Christenschon zu weichen begannen, flog Sternberg mit neuer Hülfeherbei, erneuerte den Kampf und dieser endete mit der voll-ständigen Niederlage der Barbaren. Die Trümmer ihresHeeres retteten sich nach Ungarn. Der Anführer Peta fieldurch Sternbergs eigene Hand und dieser wurde zum Dankfür seine großen Verdienste Landeshauptmann von Mähren,erhielt ansehnliche Ländereien und das Recht den Herzoghut zutragen. 1348 wurde zu Olmütz die mährische Landtafel fürdie ganze Provinz Olmütz, welche den größten Theil des Lan-des enthielt, errichtet. 1354 erlangte die Stadt vom KaiserKarl IV. das Recht, eine Niederlage für fremde Waaren unddie Freiheit damit zu handeln. 1393 verzehrte eine furchtbareFeuersbrunst die ganze Stadt, so daß kein einziges Haus un-beschädigt blieb. 1450 brannte abermals ein bedeutender Theilab und drei Jahre darauf wurde der größte Theil der Stadtmit der St. Moritzkirche den Flammen zum Raube. 1408 er-gab sich Olmütz nach mehrwöchentlicher Belagerung dem Un-garkönige Mathias Corteinus, unter dessen Herrschaft sie biszu seinem Tode blieb. 1479 wurde hier der Frieden zwischendiesem Könige und dem König Wladislaw von Böhmen ge-schlossen. 1482 wüthete die Pest furchtbar in Olmütz, so wieauch in den Jahren 1521, 1529, 1540, 1559, 1570 und1584. In den Jahren 1492, 1544 und 1505 wurde durchBrand großes Unheil angerichtet. Im dreißigjährigen Kriegewar Olmütz oft der Schauplatz wichtiger Ereignisse. Schonden 11. Mai 1019 ergab sich die Stadt, deren Einwohnergrößtentheils protestantisch waren, den rebellischen mährischenStänden. Tags darauf wurde der Rath verändert und halbmit katholischen, halb mit protestantischen Mitgliedern besetzt.Am Pfingstsonntage, den 19. Mai, wurde zum erstenmale öffent-lich evangelisch communicirt und darauf der katholische Gottes-

dienst fast gänzlich abgestellt. Als sich jedoch Kaiser Ferdinandnach der Schlacht am weißen Berge die böhmischen Provinzenwieder unterwarf, leisteten auch die Bürger von Olmütz den13. Jänner 1021 dem Kaiser aufs Neue den Eid der Treueund darauf wurde am 22. desselben Monates die letzte evan-gelische Communion in der St. Moritzkirche vorgenommen.Diese wurde noch an demselben Tage den Katholischen einge-räumt und zwei Tage darauf auch die bis dahin gesperrtgebliebene Domkirche wieder eröffnet. 1024 wüthete die Pestso furchtbar in Olmütz, daß mehre Annalisten die allerdingsetwas unwahrscheinliche Nachricht mittheilen, es wären vomApril bis December allein in dieser Stadt 14,230 Menschendaran gestorben. 1037 wurde das in demselben Jahre zuBrünn errichtete königliche Tribunal hierher verlegt, jedochschon 1040 wieder nach Brünn übersetzt. 1037 und 1640 littdie Stadt wieder durch verheerende Fcuersbrünste. Im Juni1042 kam der schwedische Feldherr Torstensohn vor die Stadt,bemächtigte sich sogleich der Vorstädte und bekam den viertenTag nach dem Angriffe auch die Stadt in seine Gewalt, obwohlsie nebst der zahlreichen Bürgerschaft auch mit einer Besatzungvon 800 Mann verschen war. Fortan blieb sie durch mehreJahre in den Händen der Schweden und war deren wichtigsterWaffenplatz. Die kaiserlichen Truppen unternahmen zwar1044 durch EinVerständniß mit einigen getreuen Bürgern einenAnschlag, sie mit List wieder zu erobern, allein dieser Planwurde zu früh verrathen und die wenigen Truppen, welchebereits eingedrungen waren, wurden zusammengehauen. 1647wagte eine kleine kaiserliche Truppenabtheilung abermals einevergebliche Belagerung der Stadt und sie blieb bis 1650, zweiJahre nach geschlossenem westphälischen Frieden, in den Hän-den der Schweden. Nach deren Abzug fand man von 000Häusern in der Stadt, welche sie vorher enthielt, nunmehr 168bewohnt, 100 waren in Ruinen, 272 aber bis auf den Grundniedergerissen. Auch war die Stadt während der Besetzungdurch die Schweden fast ganz entvölkert geworden. Bei einer,den 3. December 1644 vorgenommenen Zählung wurden nichtmehr als 09 Bürger, 18 Bürgerinnen, deren Männer ab-wesend waren, 22 Bürger-Wittwen und 20 Mietheinwohnervorgefunden, welche obendrein durch die nachfolgende Pest größ-tentheils aufgerieben wurden. Auch hatte die Stadt zur Zeitdes Schwcdcneinfalles weitläufige rund herum liegende Vor-