Druckschrift 
7 (1848)
Entstehung
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-^iese mährische Haupt- und Gränzfcstung war ursprüng-lich Mährens Hauptstadt, und noch immer behauptet sie denRang der zweiten Hauptstadt des Landes, seitdem Brunn alsSitz aller ersten Laudesbehörden jenen der ersten Hauptstadteinnimmt. Der mährische Name dieser Stadt ist llolomsuee,der lateinische kbmum oder in neuerer Zeit Olomueium. Siewar schon als änliomoiuium (Juliusberg) zu den Zeiten derRömer bekannt, und der römische Feldherr, nachmaliger Kai-ser Julius Marimius soll um 230 nach Chr. Geb, auf seinemZuge gegen die Markomannen und Quaden daselbst Station ge-halten und an dem östlich gelegenen Stadttheile, der sogenann-ten Vorburg, die heutige innere Stadt angelegt haben, welchevon ihm den Namen erhielt. Selbst der heutige Namen der-selben scheint am natürlichste» durch Verdrehung im Mundedes Volkes sich aus ckulimuvnlium allmälig in Olmütz gebil-det zu haben, und es ist überflüssig, als Ursprung dieser Be-merkung eine lächerliche Fabel anzuführen, wie in mehren selbstgediegenen Werken geschah, daß nämlich einst ein stolzer Bür-germeister einen Trabanten vor sich hergehen ließ, der gerufenhabe: Alle Mützen (herunter nämlich). In der Folgezeit theilteOlmütz das Schicksal des Landes unter den Markomannen,Ostgothen nnd Slaven, die sich das Land um 690 unterwar-fen. Der erste slavische König war Marowod, am bedeutenstenwar die Macht des Königs Swatopluk oder Zwentibold, der87l bis 894 regierte, unter dessen Sohn Swatobog jedoch dasslavisch-mährische Reich schon zu Ende ging. Die Residenz dermährischen Könige, so wie der Sitz der Landesbischöfe, derenerster der heilige Landesapostel Cyrill (856 871) war, be-fand sich zu Wellehrad, der zweite war dessen Bruder, derheilige Methud, schon unter dessen Nachfolger wurde dasBisthum nach Polleschowitz, 1092 aber nach Olmütz verlegt.Erst 1777 aber wurde das Bisthum zum Erzbisthum erhoben.Nach dem Ende des großmährischen Reiches wurde Mähren für

immer eine böhmische Provinz, nachdem Kaiser Heinrich IV.1086 den Herzog Wratislaw auf dem Reichstage zu Mainzzum König von Böhmen ernannte und zugleich die beständigeVereinigung Mährens mit Böhmen aussprach. Seit dieser Zeitwar die Stadt Olmütz auch oft der Sitz böhmischer Prinzen;der erste, welcher hier residirte, war Wratislaw selbst, derdiese Stadt, nebst einem ansehnlichen Gebiete, von seinem Va-ter BretiSlaw augewiesen erhielt. Um 1132 fiel Boleölaw,Herzog von Polen, in Mähren ein, rückte bis Olmütz und be-lagerte diese Stadt, von welcher er jedoch auf die Nachrichtvom Entsatz von Böhmen wieder abzog. >237 mußte sie aber-mals eine harte, obwohl vergebliche Belagerung durch KönigWenzel I. ausstehen. 1241 hatte der ewig denkwürdige Einfallder Tartareu in Mähren Statt. Ein ungeheures Heer der-selben unter ihrem Heerführer Peta erschien plötzlich vor Ol-mütz. Ein allgemeiner Schrecken ergriff.das Land, ja dieganze Christenheit bei der ungeheuren Gefahr, welche unabwend-bar aller Cultur Europas und selbst der Religion den Unter-gang drohte. König Wenzel traf alle Anstalten zur kräftigenGegenwehre. Der ausgezeichnete Kriegsheld Jaroslaw vonSternberg erhielt den Auftrag, Mähren zu retten. Mit einemHeere von 8000 Kriegern, das noch durch die Landesbewohneransehnlich verstärkt wurde, warf er sich in die Hauptstadt Olmützkurz vor dem Andränge der wilden Horden, deren Annäherungbereits ferne und nahe Feuerflammen von Dörfern und Städtenverkündigten. Der Sturm auf Olmütz wurde mit unerhörterTapferkeit zu wiederholten Malen abgeschlagen. Die Tartaren,deren eben so grausame als listige Anschläge Sternbcrgs klei-nes Heer nicht ins offene Feld zu locken vermochten, fingenan, den vermeintlich feigen Feind zu verachten und sorglos inkleinen Abtheilungen streifend, die übrigen Zufluchtsstätten zubestürmen und zu plündern. So gelang ihnen die Erstür-mung des nahen Klosters Hradisch, dessen kleine Besatzung sich