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7 (1848)
Entstehung
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Hier fanden auch zu ihrer Zeit viele Festlichkeiten Statt, so !z. B. die beiden Vermählungen Kaiser Joseph II., das große ^Ballfest zu Ehren der Anwesenheit des damaligen russischen iGroßfürsten Paul mit seiner Gemahlin zc. Kaiser Joseph war iindessen nicht sehr eingenommen für Schönbrunn, er zog Laren-burg und seine Lieblingsschöpsung, den Augarten, vor. 1800schlug der Erzherzog Carl hier sein Hauptquartier auf, 1805und 1809 bewohnte es, wie bereits erwähnt, Kaiser Napoleonund zwar den linken Flügel des Schlosses. Zur Zeit desCongresses fanden hier viele Festlichkeiten Statt, vbschon Kai-ser Franz ebenfalls den Aufenthalt in Larenburg und auf sei-nen übrigen Gütern, dann zu Baden, jenem in Schönbrunnvorzog. 1832 starb hier Napoleons Sohn und zwar in dem-selben Gemache, welches sein Vater bewohnt hatte. Der ge-genwärtig regierende Kaiser Ferdinand I. hat Schönbrunn wie-der ausschließend zum Svmmeraufenthalte gewählt. Der An-blick dieses wahrhaft kaiserlichen Palastes ist imposant undgroßartig. Ein schön gearbeitetes Eisengitter bildet den Eingangin den geräumigen Schloßhof. Zwei Obelisken, auf deren Spitzenvergoldete Adler glänzen, geben dem Ganzen ein kühnes undedles Ansehen. Den Hintergrund des weiten Schloßhofes bil-det das Hauptgebäude, die Flügel aber dessen Seiten. DieNebengebäude aber dehnen sich rechts gegen Hirtzing und linksgegen Meidling in weiter Linie aus. Die Mitte des Hofeszieren zwei Bassins mit allegorischen Gruppen. Zwischen denbeiden herrlichen Freitreppen führt der Durchgang des Schlossesin den großen Garten hinaus, dann auf den inneren Treppenin die Gemächer des Schlosses. Die Zahl aller Säle, Zim-mer und Gemächer desselben nebst einem kleinen Theater be-trägt über 1400 mit Einschluß der Nebengebäude. Vorzüglichsehenswerth sind: Die Schloßcapclle; der große Saal mit denSpiegelwänden; der Ccrcmoniensaal, die Zimmer mit den Ha-milton'schen Gemälden und die drei Landschastszimmer. In hi-storischer Hinsicht die Gemächer im linken Flügel, welche Napo-leon bewohnte und das Sterbezimmer des Herzogs von Reich-stadt. Ein Cabinet ist höchst merkwürdig wegen der darin be-findlichen Miniatur- und Pastellgemälde, welche sämmtlich vonGliedern der kaiserlichen Familie verfertigt sind. Der Garten

ist von außerordentlichem Umfange. Mit der Fasanerie und denNebengärten hat er einen größeren Flächeninhalt als die ganzeinnere Stadt Wien. Die langen Alleen mit den schön geschnit-tenen hohen Bäumen, die sich von dem großen Platze vor demSchlosse nach allen Seiten hin ausmünden, gewähren einenwahrhaft großartigen Anblick und das Ganze gewährt eine derherrlichsten Ansichten französischer Gartenkunst. Der Gartenhat auch eine über 100 Klafter lange Orangerie, drei großeBassins mit hochstrebenden Springwerken; sein Parterre ist mit32 schönen Statuen und Gruppen aus weißem Tyroler Mar-mor von Bepen geschmückt. Der westliche Theil, gegen Hirt-zing enthält herrliche Alleen, mehrere Statuen und Vasen, denkleinen Fasanengarten, die jetzt besonders reiche und guterhalteneMenagerie und den botanischen Garten mit sechs riesigen Ge-wächshäusern und vielen Seltenheiten, so z. B. Alpengewächse,Palmen, Parasiten- und Neuholländerpflanzen zc. Den östli-chen Theil gegen Meidling zu zieren verschiedene schöne Denk-male, so z. B. der Kaiscrbrunnen, ein Obelisk, eine künstlicheund geschmackvoll geformte römische Ruine ?c. Die Hauptallee,welche rechts vom Schlosse nach Hirtzing führt ist die besuch-teste und dient auch an schönen Sonntagen um die Mittagszeitzur Promenade. Im botanischen Hause befindet sich eine Büstedes römischen Kaiser Franz I. und das im kleinen ausgeführteModell von Kaiser Joseph's Denkmal auf dem Josephsplatzein Wien. Die Gloriette ist im herrlichsten Stple gebaut, 100Klafter lang, 18 Klafter hoch. Schöne Treppen, mit kolossa-len Trophäen geschmückt, führen zu dem eigentlichen Gebäude,welches aus einer dorischen Colonnade besteht, welche einengroßen Mittelsaal, eilf Arcaden und zwei Gallerten bildet.Eine bequeme Treppe führt auf den obersten Theil des Ge-bäudes, von welchem man eine herrliche Aussicht rings umhergenießt. Die nahe gelegenen Orte Meidling und Hirtzing sindsehr belebt, besonders aber letzterer, der eine altberühmteWallfahrtskirche, mehrere palastartige Gebäude und ein belieb-tes sogenanntes Casino mit schönen Sälen besitzt. Auch sinddie Umgebungen und Promenaden daselbst schön und mannig-faltig und der Ort hat beständige Frequenz nach Wien durchviele Gesellschafts- und sogenannte Zeiselwägen.