Druckschrift 
7 (1848)
Entstehung
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Stadt, sondern eine ganze Landschaft voll Sommergebäuden,wo Raum genug ist, um jeder architektonischen Laune folgen zukönnen, wo sich daher Villen jeden Styles finden. Die Perleder Gegend ist das reizende Helenenthal, an dessen Eingang dergroßartigste Landsitz thront, den Wien aufzuweisen hat, dieWeilburg des Erzherzogs Karl (siehe Abbildung). Badens be-rühmte Schwefelquellen ziehen an 6W0 Kurgäste herbei, aberWien sendet 2mal so viel Sommergäste, daher denn auch inBaden bedeutend vielStadt" auf dem Lande zu finden ist.Das eigentliche Kahlengebirge, von Hietzing nördlich, liegt derStadt viel näher, die Ortschaften an dessen Fuße, durch reizendeFernsichten ausgezeichnet, werden daher vorzugsweise von Jenengesucht, denen größere Entfernung von der Stadt nicht möglichwird. Zahllose Omnibus (Gesellschaftswägen) führen abendshinaus und früh wieder herein von Nußdorf, Heiligenstadt,Döbling, Grinzing, Währing, Weinhaus, Dornbach w. Hierfindet man weniger große Villen, dafür dem Bedürfnisse ent-sprechend eine große Anzahl kleinerer Häuser mit Gärtchen.

So wie die Stadt selbst so glücklich ist, öffentliche Gärtentrefflich vertheilt zu besitzen, so ist dieß sogar auch in den Um-gebungen der Fall, ein Vorzug den wenig Residenzen haben.Fast in jeder Gruppe von Ortschaften ist ein Privat-Park demPublikum geöffnet, welcher der Sammelplatz derSommcrpar-thein" ist, so in Heiligenstadt, Gersthof und Pötzleinsdorf, in

Dornbach der herrliche Park des Fürsten Schwarzenbcrg, inSchönbrunn der kaiserliche, so auch in Larenburg, in Badender Doblhofische, in Vöslau der Friesische und neuerlich kommtauch durch die Eisenbahn jener des Grafen Harrach in Brückmit zu rechnen, der nebst dem Larenburger zu den schönsten Parksin Europa zu zählen ist.

Merkwürdig ist es, daß der Wiener durchaus keine Sym-pathie für Wasserfahrtcn hat. Während die Elbe schon vonAußig an bei jedem Orte eine kleine Flotte von Gondeln hat,zählen alle Arme der Donau bei Wien kein einziges Lustschiff,und selbst die hübsche Spielerei der einigen Segelboote bei derSchwimmschule ist wieder verschwunden. Diese Abneigung gehtso weit, daß es fast niemand einfällt die schöne Donaufahrt von3 Stunden nach Preßburg mit dem Dampfboot zu machen;selbst die Lustfahrten stromaufwärts nach Greifenstein konntensich nicht erhalten. Der Wiener hängt nun einmal mit Vorliebean seinen geliebten Waldbergen und wer da weiß, daß manbinnen 8 Stunden aus der Kaiserstadt durch die reizendsten Ge-genden einen KOlXZ Fuß hohen Alpengipsel (Schneeberg) er-reichen kann und damit ein Panorama, dessen Diagonale über100 Stunden beträgt, von den Gletschern des Dachsteines bisin die ungarische Ebene, der wird allerdings entzückt einstimmenin den Ruf selbst was seine Umgebungen betrifftgibt es nurei» Wien"!