gesindel der Arbeitsleute verbrani worden. In der St. Nicolas*Capelle stand ein merkwürdiger Granit-Peiler, welcher durch denfranzosen (doch muss man gestehen) unter dem Gewölbe kunstreichhinweg genommen und einer von blauem Stein, wie noch zu sehen,hergestellt worden.
Der gegenwärtig in besagter Kapelle hingestellte Christus istdem Herrn Bischof von der Familie Poek von Ehren st ein
geschenkt worden, und ist von dem berühmten Grypello ')
verfertiget worden.
Der nebenseitig bemerkte Grabstein, worunter der berühmteBürgermeister Chorus sollte begraben sein, ist bei Veränderungder Wolfstbüre weggenommen, aber keine Gebeine vorgefundenworden, sonst zu vermuthen, dass der Körper tief in der Erde liegt.
Bei Abnehmung des hohen Altars im Chor im Jahre 1805wobey ich zugegen war (fand sich) 2 ) in dem Reliquario, welchesgewöhnlich in den Monumenten der Altare, ein bleiernes versiegeltesKästgen, worin sich verschiedene Reliquien und auf Pergamentgeschriebenes Promemoria folgenden Inhalts befand:
Anno Domini milesimo quadringentesimo quarto decimodominica proxima post festum conversionis beati Pauli apostoliconsecratus est, chorus iste cum suo altari summo a Reverendissimodomino in Christo Patre Hendrico Dei Gratia episcopo Sindoniensi,vicario in pontificalibus, Reverendi in Christo patris ac Domini,Domini, Johannis de Bavaria eadem Gratia Apostolica confirmatiLeodiensis in honorem omnipotentis Dei et in memoriam sanctorumApostolorum Petri et Pauli et aliorum Apostolorum, sancti AdalbertiEpiscopi et mart.yris, et sanctorum Imperatorum Caroli et Henrich
Das nebenseitig bemerkte kleines goldene Kästlein oder soge-nannte „Noli nie taugere" ist im Jahre 1805 in meinem Beisein alsKirchmeisters der Kathedrale in der Sakristei, wo die KaiserinJosephine samt der ganzen kaiserlichen Familie, wohe Herr PräfeldMechin zugegen waren, von dem Hoclnv. Herrn Bisehofen MarcusAntonius eröffnet worden, und es befandeil sich unter verschiedeneukleinen Reliquien als Stücklein von den Windelen, Zähne ver-schiedener Heiligen besonders ein kleines vergoldetes Döschen, worinein über allen Begriff artiges in vielen Falten gepflegtes nesselartigesviereckig 3 ) und rund ein wie die feinsten Spitzen ausgearbeitTückeigen mit blulartigen Flecken durchspritzt, sodann ein wunderartiges vergoldetes, und auf dem obern Rand mit schönen Blümigeremaillirtes Kämge, und ein kleines Kettchen daran hangend,
B Die drei folgenden Worte sind undeutlich.
'-) Die eingeklammerten Worte fehlen im Originale.
3 ) Undeutlich.