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Datum liess dennoch die Wuth am Hause des gedachtenBürgermeisters nicht nach, die Pöbelbande vermehrte sich vielmehr.Der hintere Theil des Hauses stösst an mehrere Nachbargärten,auch diese wurden mit ganzen Schaaren besetzt, in der Nacht warjeder Auftritt der schröckbarste Greuel. Bald erhob sich ein dumpfesGemurmel, bald ein tobendes Gebrülle, und bald der Klang undWiderhall der rauschenden Mordgewehre. Hier lag nun der mattekranke Bürgermeister, hier lag seine seit einem paar Wochen vonzuvor kindbetterische Gattin, hier lagen seine Kinder, alle in derMitte des mordschwangern grossen dichten Pöbelhaufens, alle ihrerEntleibung eben so nahe als dem Pöbel und ihren Anführern dieseLust nah am Herzen lag, hier läge sie, von keines Menschen Bey-stand unterstützt, dem tiefesten Schmerz und einer Angst über-lassen, die sie zernagte und gleichsam zu Gerippen machte, wiejeder mitleidig sähe, dem sie nach ihrer Befreiung zu Gesichtekamen.
§ 38.
Die wahre Absicht dieses höllenmässigen Verfahrs war keineandere, als den Bürgermeister Dauven lediglich dahin zu nöthigen,dass Er seine Bürgermeister-Stelle niederlegen, und sie den Re-bellionsanstiftern einräumen musste. Dies war im Kebellen-Rathevorzüglich und vom Anfang beschlossen, und hieran sollten unddürften sie nicht scheitern, und wenn gar auch der Untergangder ganzen Stadt davon abhangen würde.
§ 39.
Nicht Haarbreit besser ging es zu am folgenden Tage den23. Juuius bei den meisten Magistrats-Personen. Ihre Häuserwurden mit abgetheilten Pöbelbanden besetzt. Es war abgesehenund beschlossen, alle Communicatiou unter Ihnen zu versperren,und sie ausser Stande zu setzen, wegen der am folgenden Tageden 24. Juni zu wählenden Beamten und Neumänner die geringsteUnterredung pflegen zu können, wobey jene sodann des Siegessich vergewissert glaubten, mithin ward die strengste Ordre vonder nemlichen Quelle des Loneux und Cousorten gegeben, diesebesetzten Häuser recht fest bloquirt zu halten, und ja keiner Seeleden Ein- und Ausgang zu verstatten.
§ 40.
Nun erschien der 24. Tag im Junius, an dem der Magistratgewählt werden sollte, dieser Tag stellt einen Anblick des aller-schrecklichsten Greuels dar, wovon die Jahrbücher der Stadt keingleiches Beispiel aufweisen können, und in dessen Yergleichungdie vorherigen Scenen, so tragisch diese immer sind, noch sehr