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1 (1890)
Entstehung
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Diese Gült- und Pflichten- vergessene schändliche Austreter berausch-ten sich im Hause des besagten Loneux: liefen unter Trommelenund klingendem Spiele mit grünen Zweigen an ihren Hüten schaar-weise die Stadt durch, und vermengten sich mit den Rebellen unterimmerwehrendem Geschrey:vivatLonneux,vivatdie neue Parthey etc.

§ 35.

Nun hatte der Rath den völligen Ausbruch einer durch denbewafneten und besoldeten Pöbel unterstützten Rebellion des SchöffenLonneux und seiner Anhänger klar vor Augen. Ihm ahndeten dieentsetzlichsten Unglücker über die einstehenden gewöhnliehen Raths-Versammlungen vom 23. und 24ten Junius; das Erscheinen schienedemselben mit offenbarer Todesgefahr verknüpft und hieran zwei-felte Niemand der die fürchterlichen Auftritte, welche die Rebellenund ihre Anführer bereits vollbracht hatten, mit denjenigen ver-band, welche sie noch fürchterlicher droheten, und vorher verkün-digten. Der Rath beschloss also unterm 22ten Junius weiter nichtmehr zu Rathe zu gehen, bis Allerhöchst Kaiserl. Mayestät hierindie allergerechtesten Verordnungen allergnädigst würde erlassenhaben. Laut Anlage unter Ziffer 24').

§ 36.

Kaum wäre diese Entschliessung des Raths bekannt, als dieRebellion bis auf das üusserste getrieben wurde. Der Schöffen vonLonneux und Consorten veranstalteten eine Versammlung der aufihrer Seite angeworbenen Zunftsglieder, wobey all erdenklicherUnsinn aus Rache vorgetragen, in Ueberlegung genommen und ge-sehmiedet wurde. Die Empörung wuchs minutenweise. Die auf-gebotene Pöbelbande stürmte von allen Ecken der Stadt herbei.Noch nemliehen Nachmittags besetzten sie -— zu mehreren Hun-derten — das Haus des regierenden Bürgermeisters Dauven, dereben krank darnieder lag. Niemand wurde und zwar aus Ordredes Schöffen von Loneux, wie die Pöbelbande laut erklärte, ein-noeh ausgelassen. Es daurte lange ehe gar Aerzte und Medicinhereingelassen wurden. Dies geschähe endlich, jedoch änderst nichtals unter Erlaubuiss des Schöffen von Lonneux die eine Rotte ausdieser Bande jedesmal unmittelbar aus seinem Munde einnehmenging. Der mitregierende Bürgermeister Freyherr von Wylre be-gab sich unter der nemliehen Erlaubniss nach dem besetzten Hausedes Bürgermeisters Dauven, suchte verschiedene Mittel, die Pöbel-bande zu besänftigen, und fand sich aus schwerer Notli unter an-deren gedrungen gegen den Rathsschluss des nemliehen Tages(Ziffer 24) eine Rathsversammlung für die folgenden Tage den 23.und 24ten Juni ansagen zu lassen.

l ) Abgedruckt S. 210 dieses Bandes.