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1 (1890)
Entstehung
Seite
509
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ausgesetzt bleiben solle, bis an Kaiserl. Majestät berichtet wordenund von daher Entscheidung eingelaufen wäre. (§. 121.)

§. 202. Das Vorgeben des Raths war offenbar unwahr. Seitden auf der Krlimerwahl von Dauvenscher Seite angestellten Händelnwar alles ruhig gewesen und es konnte also in Aachen keinMensch darüber zweifelhaft seyn, was Herrn Bürgermeister Dauvenbewog, das besagte Ueberkönimst zu erlassen. Er sah nämlich dasEnd seiner Alleinherrschung herannahen, und da er dieses durchalle bisherigen Mäckeleyen und Kunstgriffe nicht hatte verhindernkönnen, so benutzte er die obrigkeitliche Gewalt, seine Konstitutions-mässigen Nachfolger von der Theilnehmung am Regiment abzuhalten.

§. 203. Dieses Ueberkönimst war von einem kleinen Theildes Raths, dem Ausbund Dauvensch Gesinnter, in einer ganzungewöhnlichen Rathsversammlung verfertigt worden, und dieHerren, welche Theil daran genommen hatten, fühlten selbst ihrUnrecht so sehr, dass sie sich heimlich zur hintern Thür desRathhauses hinausschlichen und weggiengen. (§. 121.) Das Volkwar aufmerksam auf diese Versammlung, weil sie ausserordentlichwar und weil es magistratischer Seits verlautet hatte, dass manschon Mittel finden würde, den Rathswechsel zu hemmen. Kaumward also das besagte Ueberkönimst bekannt, so stieg die Gährungauf den höchsten Grad. Die Bürgerschaft war aufs äussersteaufgebracht, dass der Magistrat, welcher bisher der Stadt so übelvorgestanden hatte, auch darüber nicht die geringste Rechtfertigungzu machen im Stande war, sich nun mit Gewalt am Regimenterhalten, sein bisher gestiftetes Unheil verlängern und gegen alleGrundverfassung ohne die geringste Ursache das AachenscheWahlrecht untergraben wolle. Der Pöbel aber, welchen diebisherige übele Verwaltung fast am meisten druckte und der dieGebrechen des Raths so gut als der Vornehmste kannte, schweifteaus, als er erfuhr, dass dieser die gewöhnlichen Wahlen zurück-gesetzt habe und mit dieser Zurücksetzung die Aussicht zu derso sehr gewünschten Verbesserung schwinde.

§. 204. Nun lief das Volk durch alle Strassen. Das DauvenscheHaus ward besetzt, weil das Gerücht erscholl, dass er sich mitden Urkunden der städtischen Privilegien davon machen würde.Auch äusserte es den Grund seines Unwillens und des Auf-laufs so deutlich, dass Herr Bürgermeister von Wylre bewogenwurde, aus dein Dauvenschen Haus demselben zuzurufen, dassfolgenden Tags die gewöhnliche Rathsversammlung gehalten undder Rathswechsel Konstitutions-mässig vor sich gehen sollte, wodenn das Volk zum sichern Zeichen, dass dies alles war, was esverlangte, ruhiger ward, auch sich vielleicht aller Aufstand gänzlich

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