440
klagenden ßathspersonen und Herrn Bürgermeister Dauven ge-stiftet, welche noch jetzt fortwähret.
§. 47. Diese schnelle Vereinigung machte das Volk, welchemdie eben neuerdings berührten Beschwerden in frischem Andenkenlagen, aufmerksam, und es konnte die erstere ohne wirklicheHebung der letztern, weder begreifen, noch gutheissen. Diesmalblieb es aber bey dem blosen Gemurmel.
§. 48. Bald hierauf verpachtete man die städtischen Kaffee-häuser, und da solche ebenfalls Konstitutions-mässig (§. 42.) öffent-lich versteigert werden sollen, so misfiel auch hierbey der Bürger-schaft, dass man sie liinterrucklich an eine Schwester des mit derSpieloktroy begünstigten Reumont und einen gewissen Scheinsvergab. Ja sie war darüber um so schwüriger, da sehr viele unterihr waren, die gerne mehr dafür geboten hätten, durch die vor-genommene heimliche Verpachtung aber nicht dazu kommenkonnten.
§. 49. In Aachen ist es nicht weniger bekannt, dass, vermögeines Raths Ueberkömmst vom Jahr 1550*) jeder erst sieben JahreBürger gewesen seyn inuss, ehe er zu einem öffentlichen Amt ge-langen kann; dem ungeachtet, gab Herr Bürgermeister Dauvenim Jahr 1782 dem Lizentiat Peltzer, da er erst in die Stadt ge-kommen war, und eben seine Tochter geheurathet hatte, dasWerkmeister- und ein Jahr hernach das Baumeisteramt.
§. 50. Bald hernach in demselben Jahr ward dem ebenerwähnten Scheins auf eine, Namens seiner und Konsorten,(s. §. 51.) im Rath übergebene Bittschrift das städtische Bucli-druckereyhaus nebst einem beträchtlichen Theil der an selbesstossenden öffentlichen Promenade, zu einem zur Verschönerungder Stadt aufzubauenden Bildersaal, eingegeben.
Dieser Platz, welcher, nebst dem darauf gestandenen Haus,wenigstens 10000 Rthlr. werth war, wurde gegen eine jährlicheZinse von 22 fl. Frankfurter Währung weggegeben; und nunerhob sich darauf der zu den Hazardspiclen hauptsächlich bestimmteneue Rcdoutenbau **), zu dessen Aufführung viele städtischeBaumaterialien verwendet wurden.
Bin sogenannter Marienthurm wurde abgelegt, das Besteder-Mittelthor abgebrochen, und die Steine davon dahin geführt, wiedies das der Anlage sub Num. 11. (§. 53.) nachgeschriebene
*) Chron. Noppii üb. II. pag. 149. Edit. 1774.
**) Wohl zu bemerken, dass ein bemittelter Bürger Aachens aufdes ehemals regierenden Bürgermeister Kalir Verlangen, und auf seineeigene grosse Kosten bereits eine Redoute erbaut hatte, welche noch be-steht, und es daher des neuen Baues folglich keineswegs bedurfte.