Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
183
Einzelbild herunterladen
 

183

werden die Spiele nach Willkühr treiben werden. Die gar zu be-queme Gelegenheit anderer Spielhäusern in der Gegend der StadtAchen, als nämlich eines in dem einen Büchsenschuss von Achenentlegenen Ortes Burdscheid, worüber der hohe Rath mit derAbtissinn bei selbigem Orte Burdscheid noch wirklich in Rechts-streit verfangen ist, und das änderte in dem nicht einmal einehalbe Stunde von Achen entlegenen Gülichschen Dorfe Bever, zuwelchen Spielhäusern die spiellüstigen Bürger zu jeder Zeit hin-schleichen, und ihr Geld ausser der Stadt vertragen werden, ohnedass es von dem Magistrate so genau bemerkt werden könne, an-dere Beschwerlichkeiten, derer noch mehrere vor sind, zu ge-schweigen.

All diesem ohngeachtet istjedennoch des Magistrats Meinunggewesen, sich über solche Beschwerlichkeiten hinauszusetzen, mit-hin das Spielverbot gegen die Bürger zu erneuern, und zu dessenAufrechthaltung alle Maassregeln vor die Hand zu nehmen. Auchwäre diese des Magistrats Erwägung samt beharrlichem Entschlüssegenugsam bekannt, und sollte eben entworfen, sonach aber demhohen Ratlie vorgetragen werden, als die ausser allem Zweifelhiervon Wissenschaft tragenden Missvergnügten sich eilten, solchedes Magistrats eigene Gedanken für die ihrigen auszustreuen, so-mit das Publikum zu blenden, und glaubend zu machen, als wennsie hierinn dem Magistrat zuvorgekommen wären, da jedoch des-falls ihre Vorstellung nur ein gefliessentlich nachgemachtes Echodessen ist, was der Magistrat in mehreren Sitzungen bereits ziem-liche Zeit dabevorn vorgetragen, erwogen, sich vorgenommen hatte,und auch vollführen wird.

Unter solchen Missvergnügten sind mehrere, welche zu denFonds, oder Anlage der Spielbank, gegen Zinsen und Mitbetheili-gung in dem Spiele, Hauptsummen hergeliehen haben, und daselbige vor einiger Zeit, wo die Bank in Verlust käme, mit ihrenGeldern sich aus der Bank, oder Mitbetheiligung daran zurückgezogen,den vorherigen Gewinnst aber netto einsäckelten, wäre der Oktro-yirte genöthiget, andere Fonds, wo er solche haben konnte — inoder ausser der Stadt aufzusuchen.

Unter dem nächstvorigen Magistrat war die Spielabgabe weitgeringer, ist aber auch gestiegen, bis sie zuletzt auf 250 Karolinenangewachsen, und kein Mensch Hesse sich beifallen zu denken, dasssolche verhöhete Abgabe nicht proportionirt seyn sollte. Unterdem jetzigen Magistrate ist die Abgabe bis zu 4000 Rthlr., mithinmehr denn einmal so hoch gestiegen, als vorhin die höchste gewesenist, und wenn diese so hoch gestiegene Abgabe noch nicht pro-portionirt seyn soll, so muss der Maassstab ohne Ende seyn, mit