Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
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Die alten Kastänienbäume waren zu nichts tauglich, gleich-wol sind an ihrer Stelle neue und kostbare Bäume gepflanzet, diePromenade erweitert, und in der Erweiterung mit neuen Mauernumgeben, die steinernen Pfeiler zur bedeckten Promenadenliniegebraucht, und sonst auf viele hundert Rthlr. ausgehende Kostendaran verwendet worden, ohne dass der Stadt ein Heller hiervonzur Last gefallen sey.

Schämen sollten sieh die Misvergntigte, mit solchen ungleichenSachen das Publikum bethören zu wollen.

Ad 19, Wenn man von andern, auch unter dem Skepter der streng-20 & sten und weisesten Fürsten stehenden Städten Deutschlandes21. höret, oder list, wie sehr deren Einwohner zu Anlegung neuerGebäude, und dadurch erwachsender Verschönerung der Städteaufgemuntert, wie willig ihnen hierzu die Plätze dargeboten,und noch öfters darzu die nöthigen Hauptsummen auf gewisseJahren ohne Zinsen vorgestreckt werden, so muss sich in der StadtAclien jeder vernünftiger und einsehender Burger billig ärgern,wenn einige Misvergnügte den hohen Rath deswegen tadeln wollen,dass derselbe etlichen Bürgern, die einen Tlieil ihres Vermögenszur Zierde der Stadt aufzuopfern sich entschlossen hatten, einenPlatz, und das noch zwar meist gegen Tax überlassen habe.

Von Versteigerung mag hier keine Frage seyn, die Plätzesind unterschiedentlich, und welche einem zu statten kömmt, kanndem andern unnutzbar seyn. Darbenebst sind dahier gar wenige,die Lust haben, Schöne Häuser aus dem Grunde mit schwerenKosten aufzuführen; hingegen fehlet es in der, dem Bezirke nach,grossen Reichsstadt Achen an Wohnungen, weil, wo nicht derhalbe, doch wenigstens ein dritter Tlieil in unbebaueten Plätzenbestehet, so, dass man gerne sieht, die unbebaueten Plätze in Häuserverwandeln, oder wenn sonst jemand um einen schicklichen Platzzur Hinstellung eines Hauses bei dem hohen Rathe sich meldet.

Die ehemaligen Vorfahren an der Stadtregierung haben vieleund zum Häuserbau bequemste Plätze in- auch viele ausser derStadt hingegeben, zu jetzigen Zeiten ist der Fall rarer, und be-stehet meist in des Erwähnens nicht würdigen Kleinigkeiten,überdies müssen die Vergebungen jetzt auch noch taxmässig zahltwerden, es seyen dann Ursachen vorhanden, die eine beschei eneNachsicht erfodern, z. B. Plätze, die ohne höhere Kosten nicht be-bauet werden können, oder wobei sonderbare Lasten anklebigsind, oder wodurch eine Strasse gradlinnicht wird. etc.

Diese Erlassungen der gemeinen Gründen kommen jedesmalin den grossen Rath hinein, so, wie die erlegten Taxgelder in derHerrn Neumännern Vierzehnnachten und Jahrrechnungen.