Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
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Den 24. Jun. wurde beschlossen die sogenannte Chur zuhalten, welches in 40 Jahren nicht geschehen war.

Sonntag den 19Len Juli 1750 erhenkte sich mit seinem Hals-tuche Joh. Emondts Paulhansschen genannt aus der Weide aneinem Baume vor dem Kölner Thore bei dem Pillensack auf demButter Bend. Weil er nun nicht ganz bei Sinnen gewesen war,so wurde erlaubt ihn zu beerdigen. Als dieses ruchtbar wurde, sobewachten die Jacobsträsser und die übrige Bürgerschaft ihre Kirch-höfe. Im Gleichen thaten die Einwohner von Haaren. Daher mangenöthigt war, ihn bei St. Salamon in der gassen oder hohlen wegzu beerdigen. Als dieses kund wurde, so wollte ihn die dasigegemeinde nicht leiden, wurde daher wieder ausgegraben und aufein ihm zugehöriges Bendchen begraben. Seine begüterten Freundeaber arbeiteten, um ihm den Kirchhof zu verschaffen, und zwargemäss Attestaten der Pfarrer von Weiden, Haaren und Würselen,welche bezeugten, dass er wäre närrisch gewesen und deswegendreimal nach Gladbach Pilgerreise angestellt hätten. Hierauf er-kannte der Schöffenstuhl, dass er soll christkatholischem Gebrauchgemäss zur Erde bestätiget werden, wurde auch deshalb zu Haaren,Weiden und Würselen befohlen auf Strafe von 100 Goldgüldenund an die Kirchthüren geheftet. Allein die Gemeinden störtensich daran nicht, sondern rissen den Befehl ab. Endlich kam einBefehl von dem päbstlichen Nuntius in Cöln, ihm den Kirchhofwiderfahren zu lassen. Daher wurde er in der Nacht vom 9tenAugust zur Weiden heimlich begraben. Als dieses aber auskam,kamen die Weiber der Gemeinde, rissen die Leiche mit Misthackenaus und schleiften sie vom Kirchhofe. Als der Majorie-Amptmanndagegen Etwas einwendete, wurde er mit Schlägen vom Kirchhofegetrieben. Nun ging den 10. August ein Stadtcommando 28 Mannstark zur Weiden, um ihn mit Gewalt zu beerdigen. Aber dieBauern schlugen auf die Glocken also, dass über 3000 Männer undWeiber gleich zusammen waren und das Commando nöthigten,wieder zurückzukehren. Den Ilten wurde wieder ein Commando84 Mann stark nach der Weide geschickt mit der schärfsten Ordre,die Gemeinde zu zwingen, ihn auf dem Kirchhof zu begraben.Da solche ankamen, fragte der Kapellan im Namen des Pfarrers,was sie thun wollten und auf wessen Ordre sie kämen. Da sienun keine andere Ordre vorgaben als des Schöffenstuhls so prote-stirte der Kapellan mit Vorgeben, er könnte keine Ordre ehrenals die der geistlichen Obrigkeit. Nun gaben sie zwar vor, siehätten eine von der geistlichen Obrigkeit, aber zeigten es nichtvor. Worauf der Kapellan erwiederte, er hätte eben solches Recht