Druckschrift 
Hamburgische Wappen und Genealogien
Entstehung
Seite
XIII
Einzelbild herunterladen
 

XIII

Bei der'Wappenwahl ist streng zu beachten, daß nach den heraldischenGrundsanen niemand ein Wappen annehmen darf, welches bekanntermaßen bereits von einer anderen Familie geführt wird, Es ist daherauch ganz widersinnig und gleichbedeutend mit einem völligen Vernichtendes werthes der Wappen als Familien-Unrerscheidnngsnuttel, wenn jemanddas Wappen einer zufällig gleichnamigen Familie aninmnic ohne nachweisbar derselben Abstammung zu sein. Aus Eitelkeit und Unverstandgeschieht dies leider sehr häufig. Besonders sind es die sogenannten„wappcnmacber" und „wappenfabrikaureu", welche darin Großes leisten,Diese „wappenmachcr", richtiger äVappcn fälsch er — denn es sind mirdem wort nur die Betrüger gemeint, welche Wappen alter Familien^womöglich adeliger!) Unkundigen als deren „Familienwappen" aufleimenund beurkunden, — die wappcnfälscber sind es, welche dem Wappcnwcsc»des Bürgcrstandes einen unberechenbaren Schaden zugefügt haben,")

Ueber die Heraldik der Gegenwart sagt Dr, Ed. v. Sacken inseinen» ,,'Ratechismus der Heraldik" - „Man trifft nur selten "Wappen, welcheden Anforderungen der echten Heraldik entsprechen; es hängt den meistennoch viel von dem Ungcschinack und der heraldischen Unkenntnis» der RococoPeriode und der Scillosigkeic der darauf folgenden Zeit an. Es muß aber,soll die Heraldik das vorstelle,», was sie ihrer Natur nach ist,auf ihre Grundlagen und Gesetze zurückgegangen, aus diesen die Wappenkunst herausgebildet und in» Geiste der guten, blühende»» Zeit gearbeitetwerden".

Diesen Weg ist Ed, Lorenz Meyer, Raufmann in Ha,»bürgi früh er Singaporc) in seinen» Wappenbuch Hamburgischer Sena-toren und Bürg er in ei st er (Theil I dieses Buches ^) und in den»Wappen buch Hau» b u r g isch c r Familien (Theil 2 dieses Buches)gegangen. Er hat sich in seinen Entwürfen an die alte, schöne, verständnißvolle Heraldik der spätgochischcn Periode angelehnt und die Freudeund Genugthuung gehabt, daß seine Richtung von berufenster Seiteanerkannt wurde, indem ihn, auf der „Heraldischen Ausstellung" zuBerlin im Jahre 1882 für seine Zeichnungen, als „vorzüglicheLeistung auf den, Gebiete der H er ald ik," der erste Preis zuerkanntwurde.

Die G eneal og »e e n") bezw, Theil I und das Vorwort betreffendsage ich zunächst meinen Dank den Herren Archivar Dr. Gtto AdalbercBeneke^ profeffor Dr. Franz Rudolph Eyssenhardt, Archiv-ReglstrarorJohann Christian Martin Meyer und Dr. phil. C, H, F, walchcr fürdas bewiesene Entgegenkommen, die Rathschläge und Hinweise, sowie den

>7) lLm solcher Fälfchcr der frechsten Are wnr ein zcwifstr pk>, »ruh, Utnrnin,, welcher in den 40,t'is 70, Inhren stnn Unwcien in Haml-nr? rriev. !Lr rcrfcrrizre zcsälfchre Urkunden »der »vnppc^ nnrcrder Firinn' 'Znnpr »rnppen - lerpedilie>n in -Znindnr? der vd. »rill). Utnrnir;, um Sreinste'tr l ir, 00.Gänzlich ungebildet. wie er war, kam es ihm auf die plumpsten tilgen nicht an. Go z. 25. versuchte er esder Familie wieder das Wappen der v. 25iebra aufzuleimen, obwohl die erstere Familie bereits ein anderesWappen führte (mitgetheilt Theil 2. Seite 41). "as Marnikz^ber wohl nicht wustte — er war ein Auswärtigerund gab stch garni'chr die Muhe hamburgischc Verhältnisse keimen zu lernen. Stand nur ein annäherndähnlicher Name im Sievmacher. fei es unter Fürsten. Grafen oder Rittern so wurde das betreffende Wappenals uralres Familienwappen beurkundet, mit der Unterschrift, 'Lrtrahirt aus Professor Siebmachers altenWappenbuch 25and I, pag, WP oder- Europäische wappenrolle Nr. 5Z0 oder dcrgl. . Ic-ztereS ein Werk,welches niemals e.ristirt hat! Für feine Mache erbettelte Marnirz dann Geld.

48) !Die Schraffirilngen find die allgemein gebräuchlichen. Nach der 2lchse^des Schildes,bezw. des Helmes bezeichnet', schlicht weis;-, stlber (weis;)Punkte-. Gold^(gelb); senkrechte striche, roth;wagerechte'Striche . blau; schräge Striche von links abwärtsgrün; schräge striche von links aufwärts, Purpur,senkreci)te lind wagrechte Striä?e gekreuzt: schwarz; Naturfarben-, ohne Bezeichnung oder leicht schrafstrt.

49) Für weitere, biographische ' Mittheilungen verweise icli^auf das ,,^erikoii der BamburgischenSchriftsteller", ferner die „-Famburgischen Bürgermeister' (seit 1517) und die „vamburgischen Gberalten ,beide von vr. F. Georg 25uek.