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Die Niersjunker : ein Beitrag zur Kulturgeschichte des 17. Jahrhunderts
Entstehung
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Armee brandschatzte und plünderte 1584 die Vogtei, verheerte das DarfNieukerk und zerstörte unter Andern die beiden Wedemhöfe derSt. Jacobi- und St. Georgi-Altäre. Aus der Seveler Heide, umhinalles Vieh geflüchtet war, schleppte man zudem nicht weniger als500 Stück Pferde, Kühe u. s. w. weg').

Im Neeramt Geldern sah es nicht besser aus.

Das Kirchspiel Capellen lag 1500, wie bezeugt wird,seiteinigen Jahren unbebaut da"'). Das befestigte Schloß Haag hatteseit 1570 gegen den Willen der greisen Besitzerin, der Erbmarschallinvon Boedberg eine Besatzung staatischer Truppen; 40 Mann haustendort in erschrecklicher Weise. Die Erbmarschallin, welche ans einembenachbarten Bauernhöfe ihre Zuflucht suchen mußte, klagt:Eswerden geldrische und klevische Unterthauen von der Besatzung täg-lich beschädigt und molestirt und ich muß zu meinem großen Leidwesenund Verdruß sehen, wie brave Leute von meinem Hause aus so be-schwert und spoliirt werden, daß man weit und breit davon sprichtund dem Hause und seinen Einwohnern Böses wünscht." DasSchloß wurde total ruinirt, das Blei von den Dächern gebrochen,das Dach durchschossen, die Wälder gelichtet, der Vorhof gänzlich nie-dergerissen ").

Ein anderer Hof unter Capellen, der BrocckmanS-Hoi, wurdegänzlich mit Hans und Scheune niedergebrannt').

Vom Dorfe Wetten sind noch genauere Berichte vorhanden.Das Kastell H oenselae r wurde niedergebrannt I) die Burg G estel n1584 nach kurzer Belagerung durch den staatischen Obristen von Ho-hensachsen zerstört, nachdem der Besitzer Wilhelm von .Hörnum ge-nannt Schramm gefangen weg geschleppt worden warJ) SchloßWankumimJahre 1582 mit allen Gebäulichkeiten von dem staa-tischen Kriegsvolk verbrannt, ruinirt und in den Grund verdorben,so daß das zum Gute gehörige Land von 1582 bis 1502 wüst, leerund als Vogelweidc gelegen hat und erst 1502 wieder bebaut wer-den konnte"'). Die Ländereien des Hauses Di er fort h lagen von15841501 als Vogelweide und verwilderten so, daß Holz und

') A. a. O. S. 328.

'tz Gcrichtsprotokollc im Stadtarchiv zu Gelder».

Handschriftliche Nachrichten im Archiv Hang.

') A. cu O.

°) A. a. O.

°) L»r, 0orspronx;lr cior neiisrt. Oortozzen. II, S. 4ö3.

') Ger. Prot, im Stadtarchiv zu Geldern.