Druckschrift 
6 (1846)
Entstehung
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Vorwort zum sechsten Bande,

mit Rheinaiisichten vonAoblen ^ bis k ö l n.

Es regen sich i» allen Herze»

Viel vatcrländ'sche Lust ii»d Schmerzen,

Wenn man das deutsche Lied beginntVom Rhein, dem hohe» Felsenkind."

Max v. Schcnkendorf.

^^enn irgend ein Werk keines empfehlenden Vorwortes bedarf, so ist es der vorliegende Bandder Original-Ansichten. Nicht als ob die künstlerische Ausstattung der früheren Bande geringergewesen wäre, sondern weil Natur und Kunst unsrem Zeichner noch nie so viele Gegenstände vonso hohem Reiz und Werth ans so engem Raume dargeboten hatten, wie die Gegend innerhalb deroben angegebenen Gränzen. Das Schönste von dem Schönen in dem Rheinthal tritt uns hier ent-gegen.Sieh Neapel und stirb!" sagt der Italiener. O, wag' es nur, lieber Reisender, dich nochbis zum Rheine zn tragen. Auch wer am Gap von Sorrent gestanden und in die blaue Mcerflntund ans das bezaubernde Halbrund mit der amphitheatralisch sich erhebenden Stadt den wonne-trunkenen Blick gerichtet hat, dem lohnt es noch hier an dem Rheine zu leben. Um uns nicht answeltberühmte Namen zu berufen, um nicht die viel besungenen Punkte wiederum hervorzuheben, lenkenwir die Aufmerksamkeit ans einige noch minder gepriesene, und doch preiswerthe Schönheiten, wieans die Apollinariskirche bei Remagen, Burg Rheineck, das Kloster Heisterbach *), pm Dom znLimbnrg. Denn wie zur Linken die Abtei Laach mit ihrem tiefen See **), ^ ^ ^ Rechten auchdas Thal der Lahn mit seinen Heilquellen zn Gins bis zum Schlosse Weilbnrg init in den Rahmenunseres jetzigen Gemäldes gefaßt.

Die heutige Ausfahrt von Koblenz und von dem Fuße der schönsten Nheinseste war prachtvoll,und weiter abwärts erstarb nicht die Schönheit der Natnr, sondern sie gewann in den« Wechselihres Schmuckes, bis sie Bonn gegenüber ihren höchsten Reiz annimmt. In der heitren Musenstadtentrichten wir den schuldigen Zoll der Dankbarkeit und Verehrung, wie dein ehrenwerthen Vater-landssänger und allen übrigen edeldenkenden geistreichen Lehrern der Wissenschaft, so dem unsterb-lichen Tondichter, der hier in seinem Geburtsort die verdiente Ehrensäule fand, weil er so innigund klar zu den Herzen spricht, wie es die heilige Cäcilie, noch wenigen Sterblichen verliehen hat.Wie im Flug trägt uns sodann von hier, sei es das Deck der Victoria, sei es die schnellendeKraft eines Loeomotives an unser Ziel nach Köln. Da ladet uns Vieles ein, länger zu verweilen.Ist doch hier die Zahl schöner Kirchen so groß, daß sie für ein Herzogthnm ausreichten, und indem höchsten Gottesbau stellt sich der christliche Glaube, der zum Himmel erhebt, sinnlich in den

Eine wundervolle Sage vom Mönch zu Heisterbach, besungen von Wolfg. Mittler, theilt Simrock in den Rheinsagcn mit.In seiner Tiefe liegt nach der Sage ein versunkenes Schloß, von dem Fr. Schlegel in SimrockS Rheinsagen also zufingen anhebt:

Bei Andernach am Rheine liegt eine tiefe See;

Stiller wie die ist keine unter des Himmels Höh'.

Einst lag auf einer Insel mitten darin ein Schloß,

Bis krachend mit Gewinsel es tief hinunter schoß.