GRAFEN BETHLEN V. 1KTAR UND GRAFEN BETHLEN V. BETHLEN. 23
Freunde und liess sich, mit Hülfe der Türken, 1613 zum Fürsten von Sie-benbürgen erwählen, als welcher er später die Academie zu Weissenlmrgstiftete. Im Oetober 1619 kam derselbe den unzufriedenen Ungarn miteinem bedeutenden Heere zu Hülfe, wurde endlich, 25. Aug. 1620, zumKönige von Ungarn erwählt, liess sich aber nicht krönen. Das Waffen-glück Oeslerreichs bewog ihn zu Friedensunterhandlungen, welche er, jenachdem das Glück ihm günstig oder ungünstig war, abbrach oder wiederaufnahm, bis endlich, 26. Jan. 1622, zu Nicolsburg ein Friede geschlossenwurde. Bethlen Gabor leistete gegen GeldenLschädigung Verzicht auf denköniglichen Titel, erhielt 7 ungarische Gespanschäften und die schlesischenFürstenthüiner Oppeln und Ratibor zugesagt und wurde in den Reichs-fiirslensland erhoben, sali aber die ihm gemachten Zusagen nicht in Er-füllung gehen und fiel daher im August 1623 mit einem grossen HeereUngarn, Tataren und Türken verheerend in Mähren ein. Auf Grund desNicolsburger Frieden wurde 6. Mai 1624 ein neuer geschlossen, doch,wegen nicht gehaltener Friedensbedingungen und angeregt durch KonigChristian von Dänemark, König Carl 1. von England u. A. eröffnete BethlenGabor 1626 mit dem Grafen zu Mansfeld einen neuen Feldzug, welchermit dem Frieden zu Leutsehau, 2S.Dec. 1627, schloss. Zwei Jahre später,15. Nov. 1629, starb Bethlen Gabor, nachdem er sich 22. Febr. 1626 inzweiter Ehe mit Catharina, Schwester des Kurfürsten Sigismund von Bran-denburg, vermählt hatte, welche er, kinderlos, der Obhut des Kaisers Fer-dinand II. empfahl. Letztere folgte in der Regierung Siebenbürgens, wurdeaber, in Folge ihrer Liebe zu einem jungen ungarischen Edelmann, JohannCsäky, von den Ständen geuölhigt, dieselbe 1630 niederzulegen und dasLand zu verlassen, worauf Stephan Bethlen, Bruder des Bethlen Gabor, denFürslenstuhl bestieg, doch noch in demselben Jahre,das Land an Georg 1.Rakoczy überlassen und in das Privatleben sich zurückziehen musste. —
Die Linie Bethlen v. Bethlen hat eine lange Reihe von Männern ge-liefert, welche als sehr verdient in der Landesgeschichte genannt werden.Johann Bethlen v. Bethlen, geb. 1613, gest. 1678, war Canzler der Für-sten Barekschaij Kemeny und Apifi I., und Wolfgang, geb. 1648, gest. 1679,kommt als Geh. Rath des Fürsten Michael Apifi I., Provinzialcanzler undObergespan des Weissenburger Comitats vor und wurde 1678 als sieben-bitrgischer Gesandter nach Constantinopel gesendet. Beide gehören zu denbesten Geschichtsschreibern Siebenbürgens. Die Libri IV rerum Transylv.des Erslcren umfassen die Jahre 1629—1633 und die siebenbürgisehe Ge-schichte des Letzteren in 16 Büchern geht von der Schlacht hei Mohätsch(Mohacz, 1 526) bis zum Jahre 1609. Johanns Sohn, Niclas Graf Bethlenv. Bethlen, geh. 1642, gest. 16. Oct. 1716, als Linguist und Literalor be-kannt, wurde Obercapitain des Admarhelyer Stuhls und der Festung Hilst,Obergespan des marmaroscher Coinitats etc. und erhielt vom Kaiser Leo-pohl I. die Grafenwürde. Durch seine Unterhandlungen mit dem kaiser-lichen Hofe bei dem Ueberlrill Siebenbürgens unter österreichische Herr-schaft erweckte er sich viele Feinde, und diese erwirkten während der Zeilder Nakozischen Unruhen seine Verhaftung und Abführung nach Wien, docherwies er seine Unschuld ganz. — Was den Grafensland der Familie he-