Uwischen ZSmgen und Noblen;.
Nsniannshausen. Dieser durch seinen Rothwei» urkundlich seit1103 bekannte Ort, welcher bald durch die wieder aufgefundenen Ther-men *) eine noch größere Berühmtheit erlangen dürfte, hat nahe an600 Einwohner, zwei ziemlich gute Gasthäuser: Anker und Krone, undist, als einer der beiden Endpunkte der Ausflüge auf den Niederwald,ziemlich stark besucht und durch eine sehr schöne Ansicht in diesem Werkeverherrlicht.
Rlieinstein. Diese wohlverstanden wiederhergestellte Burg erhebtsich, Asmannshausen schräg gegenüber, 260 Fuß über den Rhein. Sie istEigenthum des Prinzen Friedrich von Preußen, Vetter des jetztregie-renden Königs, und wurde ihrem ursprünglichen Stple getreu, nachden Zeichnungen des Bau-Inspektors von Lassaulr, von 1825 bis 1829durch den Baumeister Kühn aufgeführt. In 6 Minuten steigt manauf einem im Zickzack sich erhebenden Fußwege, der mehrere Ruhepunktebietet, zur Burg hinan, überschreitet die Fallbrücke und, nachdem stchdas äußere Gitterthor geöffnet, tritt man in den Hof, wo rechts einpaar Rüden klaffen und links ob dem Haupte ein Königsadler seineSchwingen bewegt. An einem hübschen gothischen Brunnen vorübergelangt man zum Haupteingang des Schlosses, über dem der preußi-sche Wappenschild angebracht ist. Man besucht den Rittersaal, der mitGlasmalereien, Rüstungen, Waffen, Humpen, verschiedenartigen Kunst-werken und vielen andern mittelalterlichen Uebcrbleibseln fast überfülltist. Dann ersteigt man den Vorderthurm, aus dem ein Feuerkorb vor-springt und von dem man eine, wenn gleich beschränkte, doch sehr in-teressante Ausficht auf die Umgegend und die auf drei Felsvorsprüngengelegenen Außenwerke der Burg hat; verweilt längere oder kürzere Zeitin den im Geschmack der Ritterzeit eingerichteten Wohnzimmern des Prin-zen und der Prinzessin, wo mehre merkwürdige Gemälde, unter anderneins von der Gattin Franz von Sickingens, sich befinden, wirft imHinabgehen einen Blick in die kleine hübsche Schloßkapellc und erkundigtsich nach den frühern Schicksalen der Burg.
Die Geschichte bleibt darüber stumm. Selbst in der traurigen Zeitdes Faustrechts scheinen hier friedliche Leute gehauset zu haben. Dertapfere und geistvolle Domprobst Kuno von Falkenstein rcfidirte einigeJahre als Statthalter von Mainz gleichzeitig auf dieser Burg (damalsFaits-, Vauts- oder Vogtsburg genannt), auf Ehrenfels und dem Kloppzu Bingcn. Die Gebäude wurden in dem für die Rhcinlande so ver-hängnisvollen Jahre 1689 zerstört. Die zu Rheinstein gehörige MeiereiFaits-, Vauts- oder Vogtsberg, 430 Fuß über dem Rhein, ist ver-schönert durch ein großes hölzernes, von 1842 bis 1844 erbautes Schwei-zerhaus, aus welchem man eine herrliche Aussicht auf Bingen, dasBingerloch, Asmannshausen, Aulhauscn, den Niederwald und die benach-barten Höhen hat. Man ersteigt diese freundliche Höhe auf einem Fahr-
Die 10 Minuten unterhalb des Dorfe« hervorbrechende warme Quelle hat eineTemperatur von ,26 Grad R.; die der übrigen vier Hauptquellcn beträgt zwi-schen t6 und 18 Grad, Ihre Hauptbcstandtheilc find Chlornatrium, doppeltkohlensaure« Natron, salzsaure Bittercrde, Glaubersalz, Kieselerde, kohlensau-re« Eiscnoxidul, Thonerde, kohlensaurer Kalk und kohlensaure Magnesia. E«wird jetzt bei diesen Thermen von einer Gcscllschastein Bad- und Gasihaus erbaut.
Wege von der Brücke, bei dem Straßcnstein 49,43, oberhalb des Wirths-hauses Jsambert, binnen V, Stunde oder in derselben Zeit auf dem vonRheinstein nach dem Hofe Faitsberg führenden Pfade. Von der altenMeierei ist nur noch ein Spitzbogcnthor vorhanden. Der Hofniann vonFaitsberg heißt Marcilius. Die Roßbachschlucht scheidet die Höhe vonFaitsberg von dem Drudenberge. Eine halbe Stunde oberhalb Rhcin-stein und halb so weit über Faitsberg, auf der zwischen dem Rhein unddem Morgenbachthal vorspringenden Höhe, soll im Alterthum ein römi-sches Lager bestanden haben. Man bemerkt davon nur noch auf derSüdseite einen 5 bis 6 Fuß hohen Erdwall.
Klcmens-Kirche. Sie ist 12 Minuten vom Fuße der BurgRheinstei» entfernt und befindet sich unfern sehr malerischer Felsen.Durch ein hübsches neues Portal im älteren Styl, versehen mit einerschönen Eiscnthür in durchbrochener Arbeit, gelangt man nach der16 Fuß tiefer als die Landstraße liegende» Kirche. Ihr schöugczcichne-ter Vordcrtheil im Rundbogcnstyl scheint aus dem 13. Jahrhundert, derHintere Theil, im Spitzbogenstyl, dagegen aus dem 15. Jahrhundertherzurühren. Das ganze Gebäude (welches der Sage nach zum Anden-ken der Ritter von Soneck, welche Kaiser Rudolf als unverbesserlicheFluß- und Straßen-Räuber hängen ließ, erbaut worden) ist schwer undgedrückt. Es ist sowohl im Innern als Aeußcrn auf Kosten der Prin-zessin Friedrich von Preußen, seinem ursprünglichen Plane gemäß, wie-der hergestellt worden, ebenso die Reben-Kapelle auf dem als Begräb-nißplatz dienenden Kirchhof.
Soneck. Hoch an dem Felsen des Kanterich schwebend, bildet dieRuine dieses Namens eine sehr schöne, wcithinschauende Warte. Manersteigt dieselbe von dem Straßenstein 18,81 zuerst auf einem Waldwege,dann steil hinanklimmend längs der Steinrassel, binnen Stunde, odervon dem Straßenstein 18,62, 5 Minuten oberhalb Nieder-Heimbach,binnen 25 Minuten. In dieser letzten Richtung verfolgt man theilweisim Walde den alten Burgwcg. Soneck besteht aus einem mehr als90 Fuß hohen Mittelthurm mit 4 hübschen Eckthürmchcn und den starke»Mauer» der dazu gehörigen Gebäude, ferner 2 Vorthürmen, von derenZinnen man eine herrliche Aussicht auf den Rhein, von Trechtingshau«sen bis Bacharach, und auf die wilde Fels- und Waldumgebung desSchlosses hat. Dieses, sämmtlichen Prinzen von Preußen gehörig, sollsehr malerisch in Tcrasscnform wieder hergestellt werden. Unmittelbarhinter Soneck erhebt sich ein Spitzberg, der äußerste Vorsprung desSonwaldes, zu den Füßen dehnen sich Gebüsch und Weinhügel aus.Gegenüber vom rechten Rheinufer ist die steile 1100 Fuß hohe Felswanddes Tcufels-Kanterich, neben der sich oben der aussichtrciche 840 Fußhohe Bacharacherkopf erhebt. Weiter unten ist der 1180 Fuß hohe Geis-berg, über den sich das Jägerhorn (1660) zwischen dem Forsthause unddem WiSperthal befindet.
Lorch, am rechten Ufer des Rheins, ein Flecken mit 1900 Ein-wohnern, vor und in der Mündung des Wisperthals, das in seinemInnern freundlicher und reizender, als an diesem seinem Endpunkte ist.Der 1842 niedergebrannte Theil, wohl des Orts, hat sich wiedererhoben. Die altehrwürdige Kirche aus dem 12. Jahrhundert, deren