A a n g e»»s ch w a l b a ch.
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Tadel »erdicnlc die Muse, wofern sie z» nennen »crsflimädicDich, woNllbäliger NnmrNcnchor im Laute der Chatlen,
Zehn Stahlquellen. verkündet tcr Ruf, enlricscln in Schwaltach sWaldigen Thälern, dem hohlen Gelinkt erzreicher Gebirge,
Jede mit Heilkraft schwanger, und reich an fluchtigem Aether-Kränkelnde deren Gebrechen der Kunsi der Mcisier nicht wichen,Schieden getröstet von hier und dankten den helfenden Nnmphen,
A'aiig enschwalbach, Stadt und Amtssitz mit 2199 Einwohnern,liegt in einem anmuthigen Gabelthale am nördlichen Abhang des Tau-nus, von fleißig bebauten Bergffuren und sanft ansteigenden Waldhöhenunigränzt und an der Lahnstrage, vier Stunde» von Wiesbaden und achtvon Ems. Seinen Namen verdankt es seine» Mineralquellen, die mansonst Schrvalborn nannte und seinen zwei langen Häuserreihen, zwischenwelchen ein zugewölbter und zum Theil mit dicken Dielen bedeckter Bachhinfließt.
In der frühern Zeit war es ein Dorf, dessen Namen „Langinschwal-bach" zuerst in einer Urkunde von 1352, wo es an die Adeligen von Er-lingcn verpfändet war, erwähnt wird. Wann und wie es an Katzcn-ellcnbogen gekommen, ist unbekannt. 1479, als das KatzenellenbogischcHaus ausstarb, ging es an Hessen über, kam 1567 an den LandgrafenPhilipp II, und nach dessen kinderlosem Tode 1584 an den LandgrafenWilhelm von Kassel; dann 1626 an Hessen-Darmstadt und 1647 wiederan Kassel, Letzteres trat es 1648 unter Vorbehalt der Landeshoheit undandern hohen Gerechtsamen an den Landgrafen Ernst, dem Stifter der Hes-sen-Rotenburgischcn Linie, ab, und in dieser Verfassung ist es bis I8l6, woes a» Nassau kam, und zur Stadt erhoben wurde, geblieben. Im vorigenJahrh, wurde der Amtssitz von Hohenstein nach Langenschwalbach verlegt.
Sein Emporkommen datirt sich vom 16. Jahrhundert, wo seineHeilquellen besonders durch Untersuchung und Empfehlung, welche derberühmte Arzt Tabcreä Montanus in seinem 1581 erschienenen Wasser-schatz mittheilte, bekannt wurden. Bis dahin nährten sich fast alleEinwohner voin Wollenwcberhandwerk. Dieses verschwand aber gänz-lich, als unter dem Landgrafen Georg von Hesscn-Darmstadt für einebessere Aufnahme der Kurgäste von 1626 an gesorgt wurde, und sich inder seitdem immer erweiterten Kur dem Orte eine reichere Nahruugs-quelie öffnete.
Unter der Regierung des Herzogs Wilhelm geschah für die Erwei-terung und Verschönerung Langcnschwalbachs so erstaunlich viel, daß esjetzt mit Recht zu den Kurorten ersten Rangs gezählt werden kann.
Die Zahl der Badegäste beläuft sich mit den Passauten, jährlichan 3 — 4660.
Eine Menge wohlthätiger Quellen cntsprudcln dem Thalgrunde mitmehr oder weniger mineralischen Theilen geschwängert, fast alle zum ge-wöhnlichen erquickenden Getränke benutzt. I» der Mitte des OrteS !quillt der auch öfters von den Einwohnern als gewöhnliches Trinlwasscrbenutzte Lindenbrunnen, so genannt, weil ihn ehedem ein Kranz duf-tender Linden umschattete; und tiefer unten schäumt und wallt der Bro-delbrunnen, so genannt, weil er wie kochendes Wasser aufbrodelt.Sei» Wasser ist sehr kühl, es enthält wenig Eisen und ist arm an feinerKohlensäure, daher in manchen Fällen als Zumischung zu den eigent-lichen Mineralbärcrn zulässig und brauchbar. Schon im lZ. Jahrhun-dert wurde dieser Brunnen, vor den übrigen entdeckt. Er hat 9 FußTiefe und 3 Fuß Breite. Ein Ablauf ist nicht sichtbar; das Wasser sinktin den Boden wieder ein. Die übrigen, zum Kurgcbrauchc allein benutz-ten, vorzüglichen Quellen Schwalbachs sind: I. Der Weinbrunnensag»!«- vin-uiiie vsipetui» ?) vielleicht so benannt, weil man ihm einenwcinähnlichen Geschmack zuschrieb, oder weil er, mit Wein vermischt,besonders labend und erfrischend ist. Er perlt im Vordergründe einesüberaus lachenden Wiescngrundes, in der Nähe des Wegs nach Wies-baden und Schlangenbad; eine doppelte Reihe alter, schattengcwährenderBuchen führt von der Straße aus dahin, und bietet erfrischende Küh-
lung. Das Wasser, welches der mehr gebundenen und reichhaltigenTheile wegen, dem des Stahlbrunnens vorgezogen wird, ist hell, wieCrpstall, und angenehm erfrischend. Früherhin Eigenthum einiger Fa-milien, ist er jetzt Nassauisches Domainialgut; seit dieser Zeit ist mehrfür Verschönerung der Gegend und Bequemlichkeit der Gäste geschehe»als ehedem. In einer Stunde liefert der Weinbrunnen 9 Rhein. Ohm-> 89 Maaß; die jährliche Versendung beträgt etwa 39 — 49,999 Krügc,ehedem mehr. Nach der neuesten Analyse des Herrn Hofrath Kastnerin Erlangen enthalt dieser Brunnen - Kohlensaures Natron; kohlensau-res Eisenorydul; kohlensaures Manganorydul; kohlensauren Kalk; kohlen-saure Dittererde; salzsaurcs Natron; salzsaures Kali; schwefelsaures Na-tron; Kieselerde; Thonerde, Strondian; hydrojodfaures Alkali; Lithionund Ertractivstoff. — 2. Der Stahlbrunnen, durch eine» sanft em-porsteigenden Bergrücken vom Weinbrunnen getrennt, doch mit demselbendurch liebliche Schattcngängc verbunden, quillt in einem entgegengesetz-ten, nach Westen hinziehenden, freundlichen Wicsenthal hervor, dessenRand eine Allee von schlanken Pappeln umgiebt. Dieser Brunnen warderst im Jahre 1749 entdeckt und verdankt seine nähere Empfehlung vor-züglich der Liebe eines Wetzlarischen Arztes, Schweizer. Mit demWeinbrunnen theilt er fast dieselben Bcstanbihcilc, doch ist die specifischeSchwere verschieden und der Gehalt an fire» Mineralien geringer. Diesebesondern Verhältnisse bestimmen den Gebrauch in den einzelne» Fäl-len. Der Stahlbrunnen liefert in einer Stunde 5 Ohm Waffer; diejährliche Versendung mag an 15,999 Krüge betragen. Als Stahlwasserist dieser Born von besonderer Wirksamkeit bei alle» Krankheiten dievon reiner Schwäche herrühren und wo jede Neigung zu Aufregung imBlutgcfäßsystem mangelt; außerdem bei mangelhafter Blutbcreitung,Bleichsucht, Schleimflüsse in Folge von Schwäche und entkräftigcndenKrankheiten. Bei Erregungszuständcn ist es aufs sorgfältigste zu ver-meiden, wenn ein solcher Zustand nicht die Folge wahrer Schwäche istund jedenfalls mit der schwächsten Quelle, der Pauline n q » e l le, dieKur zu eröffnen. — Die etwas rauhere Luft in diesem eingeschlossenenThale läßt die Kurzeit erst in der Mitte Juni beginnen und schon ge-gen Ende August schließen.
Zu diesen drei Hauptbrunnen kommen nun »och vier andere, theilsaus ihrer vorherige» Uubedeutcndhcit hervorgezogene, theils neu aufge-fundene, und der Beachtung allerdings würdige Heilquellen, der obereund untere Roscnbrunncn, und der obere und untere Ncubru li-tt cn, welche das Nachforschen nach Mineralwasser, und namentlich dieuncrmiidete Thätigkeit res Herrn Oderbaurath Zengerle in Wiesbadenentdeckt hat. Nach der Untersuchung des Herrn Hofrath Kastner ent-halten diese Quellen fast dieselben Bestandtheile, wie die drei obcngc«nannten Äurbruiincn, jedoch in etwas abweichenden Verhältnissen, undzum Theil auch begleitet von eigenthümlichen Beimischungen. Sie wett-eifern mit jedem andern rcichbcgabtcn Säuerlinge in Hinsicht auf Man-nigfaltigkeit der Bestandtheile; sowohl Salzgrundlagen, als Säurenverdienen Berücksichtigung des Arztes. — Der Ehebrunuen, von ei-ner daselbst zusammengewachsenen Eiche und Buche also genannt, istebenfalls von bedeutendem Gehalt, wird aber nicht mehr gebraucht. ImWiesenthal ist der Rösel oder Rumpelborn, der seit 59 Jahren öftersgetrunken wird.
Der obere Theil der Stadt, welcher etwas abhängig ist, enthältschöne und großartige Gebäude, deren innere Einrichtung ohne Aus-nahme elegant und comfortabel ist. Dieselben verleihen, da sie alle