wovon nur wenige Jsraeliten und noch weniger Protestanten find.Die katholische Kirche (vor welcher man die Gußmauer des letztenBrücken-Pfeilers in der Erde bemerkt) hat nichts besonders ausgezeich-netes und die Synagoge ist sehr klein. Es besteht in dieser Stadt eineEisenbahn-Werkstatt und eine Zucker-Raffinerie. Am meisten in dieAugen fallend sind jedoch die hübschen Bahnhof-Gebäude der Taunus-Eisenbahn, zwischen, dem als Brückenkopf und Kaserne dienenden dop-pelten Zangenwerke und den zuerst genannten Gasthäusern.
Die militärische Besatzung der Festung Kastcl besteht zur Hälfte ausk. k. östr. und k. pr. Militär, zusammen etwa 600 Mann. Zu Kastelgehört noch das eine Viertelstunde nördlich davon gelegene Fort Mon-tebello, zwischen welchem und dem Rhein die Straße nach Wiesbadensich hinzieht, während die Eisenbahn an der entgegengesetzten oder Ost-seite vorüberführt. Der Ueberrest des Forts Mars, auf der Südseitedes Städtchens besteht in einer großen Schanze und einem Wachthause.Der Spaziergang gegen diese Schanze, durch die Pappel-Allee jenseitder Mainlache und bis zur Mainspitze, wo der Main in den Rheinmündet, ist recht angenehm. Man hat auf demselben eine ebenso rei-zende als großartige Ansicht des gegenüber befindlichen Mainz. ImSommer bietet diese Strecke die sichersten, am meisten besuchten Badplätzeim offenen Rhein, zu welchem Zwecke für das Militär zwei besondersbezeichnete Plätze bestimmt sind, wo jedoch auch Zivil-Personen badenkönnen.
Auf der linken Seite der Mainmündung erhebt sich ein neues Fort,unterhalb der Stelle, wo im 30jährigen Kriege die Festung Gustavs-burg angelegt wurde, und wo schon zur Römerzcit das Zluuimcnlum
Iraz-ni bestanden haben soll, von dem man, beim Bau der Gustavsburg,nicht unbedeutende Ueberreste und schöne Steindenkmale ausgegraben.Dieser Stelle schräg gegenüber, auf der jetzt nur das Gasthaus Gustavs-burg vorhanden ist, dehnt sich das hübsche Dorf Kostheim, mit l600Einwohnern, am rechten Mainufer aus. Es hat einige gute Wirths-häuser (Mainlust, Krone, Adler:c.) und erzeugt in seiner Gemarkungeinen beliebten Wein, der im Handel als Hochheimer verkauft wird.Im frühern Mittelalter hieß dieser Ort Kuffstein. Es soll hier ein«kaiserliche Pfalz gestanden haben. In den letzten Kriegen wurde Kost-heim mehrmals abgebrannt und besteht jetzt größtentheils aus neuenGebäuden. Die Hauptstraße von Darmstadt nach Mainz führt hierdurch, weshalb eine fliegende Brücke über den Main eingerichtet ist.
Karte der Umgegend. Die beste Spezialkarte der Umgegend vonMainz und der Taunus-Bäder, ist die im Maßstab von 1—300,000von v, I. E. Wörl entworfene und bei V. von Zabcrn (Höfchen». 14) erschienene. Auf dieser sehr deutlich geschriebenen Karte, die denLauf des Rheins von Worms bis Koblenz und den des Mains vonOffenbach bis zu seiner Mündung; ferner Darmstadt, die Bergstraßeund einen Theil des Odenwaldes, die Provinz Rheinhessen, einenTheil der bairischen Pfalz und der k. pr. Rheinprovinz, das Taunus -Gcbirg, mit seine» sämmtlichen Bad- und Kurorten, :c. enthält, ist diejetzige Bevölkerung aller Orte in eingeklammerten und die Entfernungderselben von Mainz in offenstehenden Zahlen angegeben. Auch dieBerghöhcn und viele andre Merkwürdigkeiten find auf ihr angedeutet.Ihr Preis beträgt roh l fl. 2l kr. oder 24 sgr. und, auf Leinwandgezogen, nebst Futeral, l ff. 45 kr. oder t Thlr.
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