modcll von der steinernen Brücke, welche Napoleon nach dem von St.Far entworfenen Plane über den Rhein bauen lassen wollte.
Kommandantur-Palast, einige Jahre lang Wohnung desVize-Gouverneurs der Bundes-Festung. Dieser ehemalige Hof derGrafen von Stadion, kl 55 u. 56, ist auf der großen Bleiche gele-gen. Unter der französischen Herrschaft war er Sitz der Gerichte. Erist in einem ziemlich großartigen und geschmackvollen Stpl gebaut.
Iohannis-Kaserne, Hintere Bleiche, kl, 189 u. 190. Früherwar dies Gebäude ein Militär-Krankenhaus und hatte seine eigeneKapelle, nebst Kirchhof. Jetzt dient es als k. k. östr. Minirer-Kaserne.Derselben schräg gegenüber ist ein k. pr. Militär-Hospital im ehema-ligen sogenannten Lappenhaus, kl. 182.
Regier »ngS-Palast, I», 186 in der Thiermarktstraße, worindie großh. Hess. Provinzial- und Kreisbchörden ihren Sitz haben. Diesschöne Gebäude, früher der Familie Erthal gehörig, welche dem Kur-staat einen Regenten gegeben, dient gegenwärtig, neben seiner vorge-dachten Bestimmung, auch dem verdienstvollen Regierungs-Präsidenten,Freiherrn von Lichtenberg, zur Amtswohnung. Die innere Einrichtungdieses in gutem Stande erhaltenen Hauses ist nicht nur eine sehr ent-sprechende, sie wird auch durch den in diesen Räumen herrschenden Geistfür den Besucher derselben eine recht erfreuliche. Unter der Fremdherr-schaft war hier das Lokal der Präfektur des Departements vom Don-nersbcrg.
Altmünster- und Ilniversitäts-Gebäude. Die ehemals un-ter diesem Namen bezeichnete Häuser-Reihe, kl. 195 bis 262 in derThiermarkt-Straße und kl. 241 bis 249 in der ueucn Universitäts-Straße, gehörten, die ersten von 1699 bis 1762 erbauten zum Altmüu-stcr-Nonnenklostcr, die letzten, 86 Jahre später aufgeführten acht Ge-bäude zur Universität, welche sie zu Wohnungen für die Professorenund andern Lehrer eingerichtet hatte, ebenso wie die beiden Häuser kl,193 u. 194 am Münsterplatz, weshalb das ganze Stadtviertel die Uni-vcrsitäts-Insel genannt wurde. Die Franzosen bemächtigten sich der-selben und verwandelten sie in Militär-Wohnungen, welche Bestim-mung sie noch jetzt haben.
Militär-Krankenhaus, im gewesenen Altmllnstcr-Nonnenklo-ster, kl, 221. Es hat immer noch ein klösterliches Ansehn und ist aufder einen Seite für die östreichischen, auf der andern für die preußi-schen Kranken der Bundes-Besatzung bestimmt. Die ehemalige Kircheist in mehre Stockwerke geschieden und zu Kranken-Sälen eingerichtet.Ein k. pr. Rekonvaleszentcnhaus ist in Nähe des Gauthors,hinter der mittelalterlichen Stadtmauer, dem alten Gauthorthurm ge-genüber.
Schönborner Kaserne, kl. 263 bis 265, in der Thiermarkt-Straße. Im Mittelalter stand hier der schwabenhcimer Hof, an dessenStelle die gräfliche Familie Schönborn gegen Mitte des 18. Jahrhun-derts den nach ihr benannten Hof erbaute, zu dem ein großer undschöner Garten gehörte, wovon jetzt ein Theil als k preuß. Wacht-paradcplatz benutzt wird. Nach der französischen Revolution dientedies Gebäude einige Zeit als Militär-Krankenhaus; das obere Stock-werk ist jetzt Kaserne. Im Erdgeschoß befindet sich das Lokal des kön.preuß. Militär-Kasinos. Unfern davon ist das Kasino des k. k, östr.Offizierkorps, im Vorderhause des ehemaligen Weißfrauen-Klostcrs.
Bassenheimcr-Kascrne, kl, 267, am Thicrmarkt. Ein schönes,großes, leider durch seine schmutzige Außenseite etwas düstres Gebäu-de, früher der im vorigen Jahrhundert erbaute bassenhcimcr Hof. Eswar einige Zeit Sitz der großh. Hess. Ober- und Kreisgerichte, jetzt istes eine k. pr, Artillerie-Kaserne.
GouvernemcntS-Palast, kV 325. Dies von der gräflich osteinschen Familie ebenfalls im <8. Jahrhundert erbaute Hotel, erhebt sicham Fuße der Gaugassc und ist mit seiner Vorderseite gegen den Thier-
markt gewendet. Es enthält sehr anständige Räumlichkeiten und dientefrüher dem Kommandanten, jetzt dem Gouverneur und dem Vize-Gou-verneur der Bundes-Festung, als Wohnung.
Schauspielhaus. Auf dem Gutcnbergs-Platze erhebt sich diesschöne, in den Jahren 1832 u. 1833 aufgeführte Gebäude. Es bestehtaus einem gegen den Platz vorspringenden Rundbau und zwei Flügelnauf beiden Seiten. Nach den von dem geheimen Baurath Dr, Möllerin Darmstadt entworfenen Zeichnungen und Plänen, wurde dasselbevon dem Baumeister Wetter aufgeführt. Seine innere Einrichtung isteine sehr wohl verstandene. Im westlichen Flügel des Theater-Gebäu-des befinden sich die Versammlungs-Lokale des Vereins für Kunst undLiteratur (worin einstweilen auch die rheinische naturforschcnde Gesell-schaft ihre Sitzungen hält), der Liedertafel und der damit verbundene»Vereine Der Rundbau wird während einem Monate in der schöne»Jahreszeit zu den großen Ausstellungen des Kunstvereins benutzt. Inder im östlichen Flügel bestehenden Industrie-Halle werden die verschie-denartigsten Erzeugnisse des Mainzer Gewerbstandes, unter Garantieeiner eignen Prüfungs-Kommission und zu festen Preisen, die an jedemStück angedeutet sind, verkauft.
Gutenbcrgs-Denkmal. Dem Rundbau des Schauspielhausesgegenüber, erhebt sich die 1835 von Thorwaldscn in Rom modelirte und1837 von Crozatier in Paris gegossene schöne Bronze-Bildsäule, wel-che die Stadt Mainz dem Erfinder der Buchdruckerkunst im August 1837gesetzt. Die Statue an sich hat eine Höhe von 12 Fuß, der röthlicheMarmor-Sockel und die dazu gehörigen Stufen von grauem Marmor,haben eine solche von 15 Fuß, was für das ganze Denkmal eine Höhevon 27 Fuß macht. Auf der Vor- und Rückseite des Sockels sind Me-tall-Inschriften. Die beiden andern Seiten sind mit Bronzc-BaSreliefsgeschmückt, die ebenfalls von dem vorgenannten Künstler modelirt undgegossen worden. Das Ganze ist mit einem doppelten achteckigen eiser-nen Geländer umgeben und nimmt die Mitte des Platzes ein. DerUmfang des Denkmals, an dem innern gothischen Geländer, mißt 76und der an der änssern Abwehr 115 Fuß. Wenn es der Stadt nichtmehr an gutem Quellwasser gebricht, soll hier ein Laufbrunnen errich-tet und auf dem Platze hinter der Bildsäule soll einst ein neues Stadt-haus erbaut werden.
Fruchthalle. Dies große, massive Gebäude, unfern des Thea-ters, zwischen der Präsenz- und Gymnasiums-Gasse, hat eine Längevon 157 rheinl. Fuß, bei einer Breite von 111 und einer Höhe von 56Fuß. Es wurde von dem Banmeister k»r, Geier in den Jahren 1838und 1839 aufgeführt. Der Architekt hatte sich bei diesem Bau die Auf-gabe gesetzt, den bedeutenden Raum ohne Unterstützungen im Innern(die dem Betriebe des Fruchtmarktcs hinderlich geworden wären) zuStande zu bringen. Er stellte deshalb nur zwei schmale Säulen-Galerien auf beide Seiten des Gebäudes, welche in einer Entfernungvon 78 Fuß von einander einen hinlänglich geräumige» Platz für denMarktverkehr einschließen. Auf diesen Säulen-Reihen ruht die Kon-struktion des großen Dachwerkes.
Sowohl bei Gelegenheit der 466jährigen Gedenk-Feier der Erfin-dung der Buchdruckcrkunst, im Jahr 1846, als bei jener der jähri-gen Jubel-Feier der Vereinigung von Mainz und Rheinhessen mit demGroßherzogthum Hessen im folgenden Jahre, und der Versammlungder deutschen Naturforscher und Aerzte, wie der ersten allgemeinendeutschen Industrie-Ausstellung im Jahre 1342, wurden in diesem groß-artigen Lokale, welches zu dem bezeichneten Behufe besonders festlicheingerichtet worden, große Mahlzeiten, Konzerte, Bälle :e. gegeben, beiwelchen letzten 7666 Personen den ungeheueren Raum kaum zu füllenvermochten.
Gymnasium. I» der gleichnamigen Gasse, v 129 bi>, hinterder Fruchthalle. Früher stand hier der Hof zum dürren Baum, später