Druckschrift 
5 (1846)
Entstehung
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I. >552, sie 25 Jahre später an ihre jetzige Stelle versetzt wurde.Die Jahrzahl, in arabisch-gothischen Zahlen, gehört indeß nicht dem8. Jahrhundert an.

Sechste Reihe. Auf der andern Seite der Thür ist das Stein-denkmal Raus von Holzhausen, von >588, eine trefflich gearbeiteteGrablegung. Die Vorkirche gegen den Leichhof enthäl fünf sehr be-merkenswerthe Denkmäler, wovon drei aus neuerer Zeit: das prun-kende H. Ferd. v. d Lepen, von >7>4, das Joh. Fil. v. Ostein, von>763 und das K. Em. v. Breidenbach (mit dem herrlichen Saturns-Kopfe), von >743, und zwei ältere, das bunte Schönenburgs, von>595, und das ausgezeichnete Weinsbergs, von >396. In dem jetztnicht mehr gebrauchten Weihwasserstein an der Thür, neben dem vor-letzten Denkmal, soll Gustav Adolf von Schweden, als er in denDom geritten, sein Pferd getränkt haben. Ausserhalb, über dieserLeichhofsthür, bemerkt man fünf sehr alte Figuren aus dem >l. oder>2. Jahrhundert. Beachtungswerth ist auch die alte, mit 8 Säulengeschmückte Rundbogenthür in dieser Vorkirche, als ältester Eingangdes Hochchors. Bardos Krppta oder unterirdische Kirche im Mittel-schiff ist nicht mehr zugänglich.

Memorie. In diesem zu Anfang des >3. Jahrhunderts erbaute»Kapitelsaal befinden sich der alte Bischofsstuhl und die Denkmäler Fran-kcnsteins, von >703, Ravensburgs, (eine Himmelfahrt), von >558,Liebensteins (eine Auferstehung), von >536; Heusenstamms (eine Kreu-zigung), von >550; ein uraltes Steinbild (ein Christuskopf) in byzan-tinischem Styl, vor der Thür der Niklauö-Kapellc, auf dem Boden undder Stein Vnlpcrts v. Ders, von >478; feriier viele andere auf demBoden ligende, wovon etwa >5 (unter andern ein solcher eines Gens-fleisch von Sorgenloch, der zweite vom Eingang) noch ziemlich gut er-halten sind, und wohl verdienen im Kreuzgang aufgestellt zu werden.In der zur Memorie gehörigen Aegidius-Kapclle ist ein Altar mit dreiguten Figuren, und diesem schräg gegenüber eine doppelte Wendeltreppe.

Kreuzgang. Südwest-Seite. Aus dem Kapitclsaal tritt manrechts in die wiederhergestellte Niklaus-Kapclle mit schönen Chorstühlenaus der Hofkapelle, und links in den von >397 bis >4>2 erbautenKreuzgang, wo bald fast alle Spuren der letzten Verwüstungen ver-wischt sein werden. Neben der zum ehemaligen Dombibliotheksaalführenden Thür (über welcher die schöne Bildsäule des VizedomS See-bold, von >573, steht) ist >842 Schwanthalers Denkmal zur Erin-nerung Frauenlobs aufgestellt: eine schöne weibliche Gestalt von weißemMarmor, die einen Kranz auf des Meistcrsängers Sarg legt. Ueberdem Rundbogen des Denkmals sieht man Frauenlobs Brustbild.

Südost-Seite. Hier sind mehre Denkmäler aus dem >5., >6. und>7. Jahrhundert. Die vorzüglichsten davon sind die von Konr. Rauvon Holzhausen, von >464 und von Ehrenburg, von >497 (beidefrüher in der Memorie), eine »later llaloros-, mit dem Leichnam, von>5>8 und ein heil. Martinus von >400, über den Eingang zum altenKapitelsaal, wo bisher die Erzbischöfe und Bischöfe gewählt wurden.

Nordost-Scite. Im Winkel steht ein sehr altes Steinbild, ohnekünstlerischen Werth, der bekannte Atzmann. Es war früher in demKloster auf dem JakobS-Berge und wurde zum Auflegen der Episteln-und Evangelien-Bücher benutzt. Daneben ist ein Stein in Form einesSpitzbogens, mit vielen lachenden und weinenden Figuren, letzteremit Ketten umschlungen. Er war ehemals in dem Kapuziner-Klosterund wurde errichtet zum Andenken des Bürger-Aufstandcs, am 24.Juni >>60, wobei Kurfürst Arnold umgebracht und mehre Klöster zer-stört und eingeäschert wurden. Einige Schritte weiterhin ist der >783,nach dem Muster eines ältern Steines errichtete, zum Andenken Hein-richs von Meisten, genannt Frauenlob. Dieser Meistersängcr starb>3>8. Sein Grab ist näher am Eingang vom Liebsrauenplatz, wo

auch der alte >774 zerschlagene Stein war. Auf dem neueren, eben-falls stark beschädigte», sieht man Fraucnlobs Brustbild und unten seineBeerdigung. Der mit drei Kronen bedeckte Sarg wird von 8 Frauengetragen. Das Denkmal des Henne Neffe, genannt Witzhenne, der,dem Steinbilde nach ein kurfürstlicher Hofnarr gewesen sein mag, istvon >467 An der ehemaligen Schulthür ist die 26 Jahre ältere Ge-denktafel des Dombaumeisters Joh. Wcckerlin und seiner Gattin. Vorder Domthür ligen zwei alte Grabsteine, wovon auf dem links eineund auf dem rechts zwei Figuren sich befinden. In dem von demKreuzgang und der Kirche umschlossenen Garten sind in einem Winkelebenfalls zwei sehr alte Familien-Steinbilder, nebst den Statuen einesApostels und einer Maria.

Dombibliothek und Domschatz. Raubsucht und Wandalis-mus haben beide verheert. Von der ersten ist nur noch wenig, vondem letzten nichts mehr vorhanden. Die vielen alten Handschriftensind vernichtet. Zwei alte Evangelien-Bücher aus dem >3. und >4.Jahrhundert, schön geschrieben, verdienen auch wegen der mit metalle-nen Bildwerken und gothischen Verzierungen geschmückten Decken ge-sehen zu werden. Sie waren früher in der Stefans-Kirche, eben soauch zwei goldene Kelche, die von Willigis herrühren sollen. Der einescheint dem >0. Jahrhundert anzugehören, ist sehr kunstreich gearbeitet,gleich dem größern Kelche und der dazu gehörigen ?->teiie. DerDomschatz war vor der franz. Revolution, schon vom ll. Jahrh, hin-weg, unermeßlich reich, namentlich an zahllosen kostbaren Tapeten,goldenen und silbernen Gefäßen, prachtvollen Gewändern, silbernenKruzifiren, Arm- und Kronleuchtern, mit Juwelen besetzten Evangelien-Büchern, Kelchen, Räucher-Gcfäßen, Wasser-Becken von gediegenemSilber, zc. zc.

Domthürme. Ueber der alten Memoriethür sieht man inner-halb ein Steinbild des heil. Martin aus dem >3. Jahrhundert, wel-ches den Willigis-Dom, von der Nordostseite gesehen, in der rechtenHand trägt. Er bestand nach dieser Abbildung aus dem Rundbau desalten Pfarrchors, den beiden Flügeln, mit niedrigen Dächern und ei-nem ebenfalls viereckigen Mittelthurm über dem Chor. Die dreiThürme sind gleich hoch und überrage» wenig das Dach der Kirche.Im >2. Jahrhundert wurden die beiden Trcppenthürme angebaut, spä-ter erhöht und mit schlanken Spitzen versehen. Das geschah ohneZweifel zur Zeit der Erbauung des südwestlichen ChorS, des ihn über-ragenden Hauptthurms und der beiden kleinen Hinterthürme von >239bis >260. Ihre heutige Gestalt erhielten diese letzten Thürme nachdem Brande von >767 und die ersten (wovon die beiden Treppen-thürme noch unvollendet) nach der Einschließung von >793.

Die Ersteigung der Domthürme ist nicht ermüdend. Auf der öst-lichen, hellen Wendeltreppe gelangt man auf den Kirchboden und aufdie Galleric des >90 Fuß hohen Pfarrthurms, von wo sich vor einigenJahren ein Mann hinabgestürzt. Die jetzige von v,-. Moller entwor-fene Eiscnkuppcl dieses Thurms wurde >828 aufgesetzt. Sie ist 43 Fußhoch und mißt ebensoviel im Durchmesser. Ihr Gewicht beträgt 26,57>Pfund. Ueber den Boden des Mittelschiffes der Kirche gelangt manzum Hauptthurm, der seit dem Brande von >767 ganz von Stein er-baut ist und eine Höhe von 283 rh. Fuß über dem Spcisemarkt hat.Bemerkenswcrth sind darin die Glocken und die schöne Schlaguhr vonMaiborn. Von den ersten ist nur eine alte, die vom Feuer verschontgeblieben. In der Uhrkammer ist eine Oeffnung, durch die man dentief unten befindlichen bischöflichen Hochaltar erblickt. Die Aussicht vomHauptthurm des Doms auf die Stadt und ihre Umgegend, bis zu einerEntfernung von vier bis fünf Stunden, ist sehr befriedigend.

Allgemeines. Die Länge des Doms beträgt 356 und seineBreite >40 rhein. Fuß. Ohne den Kreuzgang nimmt er einen Flächen-