Druckschrift 
5 (1846)
Entstehung
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tors-Kapelle der Altar Nieds von 1622, mit guten aber stark beschä-digten Bildhauereien.

Pfarrchor. Hier gewahrt man zuerst, unten an der Treppe,den Stein >1« Du^ri's, von 1264, das Zweitälteste Denkmal in derKirche. Auf der Treppe, zur Linken, steht das Denkmal Arnolds vonBuchholz, von 1669. Im Chor selbst ist das des Generals von Lam-berg (eine Figur die den Sargdeckel emporzuheben sich bemüht) von1686. Neben der schmalen Treppe befindet sich der Denkstein der bei-den Hohcneck, von l73S und daneben der Martins-Altar, von I. F.von Grcifenklau, von 1697, mit einer trefflichen Himmelfahrt Ma-rias. Am Fuße der zweiten schmalen Treppe rechts ist das DenkmalH. Christians von Hessen, von 1677, und daneben das CzackpS vonKerßtszeg, von 1734. In der Mitte des Chors steht das zinnerneTaufbecken von 1328, mit Figuren in erhabener Arbeit, das sich bis1864 in der Liebfrauen-Kirche befand und seitdem mit einem kupfernenDeckel verschen worden ist.

Zweite Reihe. Folgt man der nordwestlichen Reihe der Pfei-ler, so gewahrt man am ersten das Denkmal Eichspalts, drei Königekrönend, von 1326. Es ist das drittälteste im Dom. Am zweiten Pfei-ler befindet sich das Christofs und Joh. Filipps von Stadion, von1742. Am dritten sind die Denkmäler des h. Bonifaz, von 1357, Jo-hannes II. von Nassau, von 1419 und Frankensteins, von 1774. Derfolgende Pfeiler zeigt die Denksteine des Bischofs Human», von 1835und Heusenstamms von 1594. Am sechsten Pfeiler steht Diether vonJsenburg, ein steinerner Heuchler, von 1482. Am siebenten sind zweiDenkmäler W. v. Dalberg's, von 1661 und 1666, wovon das einesehr schön ist. Am folgenden befindet sich der ganz vorzügliche SteinAdalberts von Sachsen, von 1484 und L. Fr. v. Mctternichs, von1675. Der achte Pfeiler zeigt die Denkmäler I. W. v. MetternichS,von 1694, und Dan. Brcndels, von 1582. Der neunte Pfeiler (beidem die Treppe gegen die bischöfliche Kirche ansteigt) ist mit den Denk-steinen Seb. von Heusenstamm, von 1555 (ziemlich gut), Uriels vonGemmingen, von 1514, (ganz in Albr. Dürers Manier) und Bickens,von 1664, geschmückt. An dem folgenden starken Pfeiler sind die bei-den Denkmäler Alb. v. Brandenburg, von 1546 und 1565, wovon dasgegen das Seitenschiff gewendete, mit der Bildsäule des Kurfürsten, zuden ausgezeichnetesten im Dom gehört.

Dritte Reihe. Zur Maria Kapelle übergehend, findet man inderselben den Altar Hundts von Saulheim, von 1675, mit guten Ge-mälden: das Urtheil des PilatuS, nach L. Kranach, die Schmerzen-Mutter, nach Albr. Dürer und die Kreuzigung des Apostels Petrus,von Frank; ferner das Denkmal BrendelS von Homburg und Marg.von Niedesel, von 1653, das gesehen zu werden verdient. In der Vor-kirche aus der man in die verbaute ehemalige Gothards-Kapelle*)gelangt, durch die ei» AuSgang führt - sieht man den Bartholomäus-Altar, ein Denkmal Heinr. und Fil. von Nassau, von 1661, und dieSteine Kesselstadts, von 1738, Gpmmichs (Marmor-Mosaik von Mal-ta), von 1739, Breidenbachs (sehr gut) von 1497 und Gablenz's (einschöner geharnischter Ritter), von 1592. Die Steinschrift von 1457und die treffliche Laubvcrzicrung (welche eine abhanden gekommeneMetallplatte, mit einem Kruzifix umschloß), dicht neben der kleinenWendeltreppe, dürfen nicht unbeachtet bleiben. Alte Bronzeplattenund Wappen auf den ligenden Grabsteinen in dieser Vorkirche sindleider abgebrochen worden und verschwunden.

Hochchor. Im bischöflichen Chor ist das schöne Denkmal I. Fil.von Schönbor», von 1673 und das L. Fz. von Schönborn, von 1729.

Etc wurde IIZS und Iiöö von Adalbcrtz. erbaut und gehörte ursprünglich zumBischofshof. Der Urheber des FrcihcitSbricfeS auf den erzenen Thüren ligt inihr begraben. Diese Kapelle sollte wohl in ihrer ursprünglichen Form wiederhergestellt werden.

Mainz, ni.

Wenn gleich die in Mitte des vorigen Jahrhunderts, unter diesen bei-den Denkmälern aufgestellten, hölzernen Chorstühle, nebst den dazu ge-hörigen Figuren nicht als Meisterstücke zu bezeichnen sind und den schönenChor sehr verengen, kann doch nicht unerwähnt bleiben, daß einigevon den 18 Karpatiden und die Bildsäulen der Heiligen Martin,Kreszenz, Bonifaz, Willigis und Bardo nicht unbeachtet gelassenwerden dürfen. I» der Mitte des ChorS ist der Bischofsstuhl, aufwelchem die letzten Kurfürsten und die neuern Bischöfe, während desgewöhnlichen Gottesdienstes, Platz nähme». Vorn, an den obern Stu-fen des ChorS, stehen zwei Marmor-Bildsänlen von 1727 (eine Stif-tung der Familie von Galen): auf der einen Seite die des Aaronund auf der ander» die des Melchisedck, wovon die erste den Vorzugverdient. Das schöne gemalte Mittel-Fenster ist von den GebrüdernHelmle in Frciburg, von 1331. Es hat 1566 fl. gekostet. Sehr zuwünschen wäre es, daß die beiden Neben-Fenstcr auf eine ähnlicheWeise geschmückt würden. Im Hochchor ist eine kleine aber gute Or-gel. Die Sakristei enthält einen kleinen Altar und zwei Gemälde vonunbekannten Meistern; angeblich aus Lukas KranachS Schule. In derzweiten Sakristei soll ein solches von Rubens sein; jedenfalls eine rechtgut gelungene Kopie.

Vierte Reihe. Längs der südöstlichen Pfeiler-Reihe des Mittel-schiffs findet man zunächst das Denkmal Bertholds von Henncberg, von1564. Am zweiten Pfeiler stehen die G. Fr. von Greifenklaus, von1629, Liebensteins (recht gut), von 1569 und FechcnbachS, von >573.Der dritte Pfeiler hat nur den Denkstein Dam. Hat. von der Lcpcn,von 1675. Der folgende bietet deren zwei, die K. H. von Mctternichs,von 1679 und Bcrth. von Henneberg, von 1564, letzteres eines derschönsten Denkmäler im Dom. Am fünften Pfeiler ist das WamboldS,von 1647. Vor dem sechsten steht die Kanzel. Sie wurde l834 er-neuert und mit gutgcarbciteten Figuren der Apostel, von Jvs. Scholl,geschmückt. An den nun folgenden Pfeiler lehnt sich das trefflicheDenkmal Dam. Hat. von der Leyen, von 1678, und das ColmarS, von1834. An dem achten sind die Adolfs I. von Nassau, von 1396 unddas älteste Denkmal im Dom, zum Andenken Siegfrieds III, von 1249.Der neunte Pfeiler hat den Denkstein Jngelhcims, von 1695, und derletzte den Fil. K. von Elz, von 1743. Auf der Treppe am Pfarrchorsteht das Steinbild Bucheggs, von 1323, das viertälteste in der Kir-che, unter demselben das des Nheingrafen von Dhaun, von 1434, unddaneben das eines Jsenburg, von 1482. (Die nahe Kirchthür, wo-durch man auf den Liebfrauenplatz gelangt, ist verziert mit Säulen,deren eigenthümliche Kapitäler aus Thieren, ic. bestehen. Ueber derThür ist ei» beachtungswerthcs Steinbild.)

Fünfte Reihe. Im südöstlichen Seitenschiff befindet sich, in derAllerheiligen-Kapelle, das als Altar dienende Denkmal Scharfenstcins,von 1664, und in der ThomaS-Kapclle die gute Bildsäule des heil.Dionysius, von 1326, des heil. Thomas, von 1526 und das Marmor-Brustbild I. Fil. von Kesselstadt, von 1828. In der Johannis-Kapelleist der Altar Fürstenbergs, von 1668, und in der Margarethen-Kapelledas Denkmal desselben, ebenfalls von 1668. Die Andreas-Kapelle enthältein altdeutsches Klappbild, mit zwei Flügeln. Die Gemälde und dun-ten Basreliefs desselben sind nicht ohne Werth. Der Altar in derLaurentius-Kapclle hat ein gutes Blatt und ist ei» Denkmal Dam. Hat.von der Lepe», von 1676. Der in der Michaels-Kapelle ist das G.Fr. von Greifenklau, von 1662, mit recht guten Basreliefs. Hier istauch der Denkstein von Lindenfels und von Walbrunn, von 1573.

Fastradana-Tafel. Eine der beachtungswerthesten Steinschrif-ten im Dom, ist auf der Marmor-Tafel zur Linken des Eingangs indie Memorie. Sie ist angeblich von 794, von Kaiser Karl d. Gr.,zum Andenke» seiner Gemahlin I?s8tv»<l»»!> gestiftet, und befand sichfrüher in der Kirche des Albans-Nitterstifts, nach deren Zerstörung im