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5 (1846)
Entstehung
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im Geheimen den geläuterten Begriffen zu, ohne jedoch auf die derBevölkerung entscheidend einzuwirken. Unter seinem Nachfolger Se-bastian überfiel 1552 der kriegerische Markgraf Albrecht von Bran-dcnburg-Kulmbach die Stadt, plünderte den Dom, die Martinsburgund mehre Stifter, welche er sodann in Brand stecken lies.

Unter Daniel begannen die Verfolgungen gegen Andersglauben-de. Auch wurde die Martinsburg wieder hergestellt und 1562 die Je-suiten, zu den Lehrstellen an der Hochschule, nach Mainz berufen.Schwcikard von Kronbcrg legte in den ersten Jahren des 17. Jahr-hunderts die Zitadelle an, welche nach ihm Schweikardsburg genanntwurde. Denn immer mehr näherten sich die Verheerungen des drei-ßigjährigen Krieges, und den lZ. Dezember 1631 besetzten die Schwe-den Mainz, befestigten es regelmäßig, nach den Begriffen der neuernKunst, und behaupteten sich vier Jahre darin. Während dieser Zeitwurde die Stadt durch Brandschatzungcn, muthwillige Zerstörungschöner Gebäude und vieler Bürgerhäuser, hart mitgenommen, so daßfle 1636, nach der Wiedcrbesitznahme von Seite des Kurfürsten An-selm Kasimir, eher einem Schutthaufen als einer Residenz ähnlichwar. Die Franzosen besetzten sie den >6. September 144, gaben sieaber nach dem westfählischen Frieden 1648 wieder zurück.

Johann Filipp, der eigentliche Urheber dieses Friedens, liesnun durch den Italiener Spala, von 1659 an, Stadt und Zitadellemit Basteien umschließen, welche gegenwärtig noch vorhanden sind. Aufder Stelle, wo schon die Schweden eine Schiffbrücke, zur Erleichterungihrer Verbindung mit der von ihnen auf der linken Mainspitze erbau-ten Gustavsburg, angelegt, lies auch er 1661, vom Holzthor hinweg,eine solche Brücke bauen. Von demselben vortrefflichen Fürsten rührtauch die Stiftung des Seminars und des Waisenhauses her. Unterseiner Regierung lebte der große Leibn itz in Mainz.

Dieses blieb von den Verheerungen am Rhein, im orleans'schenKriege, verschont, war aber während dieser Zeit von französischen Trup-pen besetzt. Mehr litt es durch den spanischen Erbfolgekricg von 1702bis 1714, und durch die große Theuerung »ach dem harten Winter von1769. Kurfürst Lothar Franz lies von 1713 an, auf der Stelledes befestigten Schwcdcnlagcrs, den Hauptstci», zum Theil an dersel-ben Oertlichkeit aufführen, wo zur Römcrzeit das untere Kastell ge-standen. Auch wurden unter ihm, 1713, die Josefs-, Filipps- undKarls-Schanzen angelegt. Das Deutschordenshaus, das Lustschloß Fa-vorite und die drei Bleichen (letztere 1666 unter Johann Filipp be-gonnen), nebst dem neuen Brunnen, entstanden ebenfalls, von 1714 bis1728, unter seiner Regierung. Die Universität wurde durch ihn berei-chert und das Rochus-Hospital 1721 gestiftet.

Filipp Karl vermehrte die Festungs-Werke und lies 1736 so-wohl das Zeughaus, als zwei Jahre später das Zuchthaus aufführen.Das von 1627 bis 1673 erbaute kurfürstliche Schloß, wurde 1752 undfolgende Jahre durch einen neuen Flügel vergrößert. EmmerichJosef, ausgezeichnet durch seine Leutseligkeit, wurde in seinen wohl-wollenden Bestrebungen durch seinen vortrefflichen Kanzler Ben-tzel-Stern au würdig unterstützt. Durch ihn wurden 1773 die Je-suiten von allen Lehranstalten im Kurstaat entfernt. Sein NachfolgerFriedrich Karl Josef hob 1781 drei der reichsten Klöster auf, undwendete ihre Einkünfte der Universität zu, die unter ihm, seit 1783,eine der berühmtesten in Deutschland wurde. Auch beschickte er 1786den geistlichen Kongreß zu Ems.

Alles in Mainz und im ganzen Kurstaatc blühte einer vielver-sprechenden Zukunft entgegen, als die französische Revolution ausbrachund jene schönen Keime erstickte. Das jährliche Einkommen des Erz-stifts belief sich um diese Zeit auf 1,766,666 fl. Den 21. Oktober 1792wurde die Stadt an ein französisches Corps, unter Cüstine, über-geben. ES entstand nun bald ein Jakobinerklubb, der Mainz auf die-

selbe Weise zu beglücken strebte, wie ähnliche Klubbs das große Frank-reich beglückten, wo Ludwig XVI., am 21. Januar des folgenden Jah-res, das Blutgerüst besteigen mußte.

Die Belagerung der Stadt durch preußische Truppen, begann den6. April 1793. Der Dom, einige andre Kirchen, öffentliche undPrivat-Gebäude wurden durch die Beschießung in Asche gelegt. End-lich kam eine Kapitulation zu Stande, in Folge derselben die wichtigeFestung den 23. Juli von den Franzosen geräumt und den Belage-rungs-Truppen übergeben wurde. Allein schon im Herbst >794 erschienein französisches Heer abermals vor Mainz, umschloß es und bestandbis zu Ende des Oktobers im nachfolgenden Jahre mehre hartneckigeGefechte mit den Belagerten, wonach es unverrichteter Sache abzog.

Mainz blieb bis gegen Ende 1797 von den östreichischen Truppenbesetzt. Durch den Frieden von e»inpo r»i-,n!o wurde es, wie durchden Frieden von Lüneville das ganze linke Rheinufer, an Frankreichabgetreten, welches am 29. Dezember das erstere in Besitz nahm. Wäh-rend den Kriegsstürmen war die Universität eingegangen. Zwar solltesie wieder hergestellt werden; aber es kam nicht dazu. Ucberhaupt warder öffentliche Unterricht, während der Dauer der französischen Herr-schaft in Mainz, nicht besonders lobevswerth. Dagegen wurden 1866die Festungswerke, vorzüglich gegen Weißenau, sehr erweitert und dasam rechte» Rheinufer gelegene Kastel in eine regelmäßige Festungzweiten Ranges umgewandelt.

Bei Napoleons Rückzug aus Rußland, und nach der VerlornenSchlacht bei Leipzig, drängten sich die Trümmer der großen französi-schen Armee, und mit ihnen das Kriegsungewitter gegen Mainz, dassich in ein ungeheures Krankenhaus verwandelte, worin binnen kurzerZeit 16,666 Krieger und 4666 Bürgerliche am Lazareth-Fieber starben.Die Besatzung der Stadt belief sich auf fast 36,666 Mann, wodurchnicht geringe Noth veranlaßt wurde, welche sich durch die am 2. und3. Januar 1314 erfolgte Einschließung der Festung, durch die Truppender Verbündeten, noch vermehrte.

Durch den im April zu Paris geschlossenen Frieden, wurde Mainzund seine Umgegend an Deutschland zurückgegeben. Die Franzosenräumten die Stadt, und den 4. Mai zogen die Verbündeten in dieselbe! ein. Bald nachher wurden ihre Festungswerke als Gesammteigenthumdes deutschen Bundes erklärt, und die von denselben umschlossene Stadtim Juni 1816, nebst der ganzen Provinz Rheinhessen, dem Großher-zogthum Hessen einverleibt.

Alterthu in s-Ueberre st e.

Römische Ringmauer. Die Kriegsstadt »i->xunti->c»m, aufdem Rücken des Hügels gelegen, von dessen nordöstlichem Abhang dieneuere Stadt gegen den Rhein sich senkt, war von einer mit vorsprin-genden Thürmen besetzten, wahrscheinlich 36 Fuß hohen Mauer umge-ben, um welche sich, in einiger Entfernung, ein zweiter, mit Grabenversehener Umschluß schlang. Ein Theil dieser inneren Ringmauer istnoch vorhanden. Er geht zu Tage der nordwestlichen Seite der Zita-delle gegenüber, im sogenannte» Altweiber-Graben, unfern dem Wind-mühle-Hügel und der Defensions-Kaserne. Die Fortsetzung dieser Mauerzeigt sich in der Nähe des Pulver-BehältcrS in der Jvhanns-Bastei, aufder andern Seite unter der Stefans-Kirche und im innerstädtischcnWeinberg Kästrich, der dadurch in den untern und ober» geschiedenwird.

Wasserleitung bei Zahlbach. Der römische Aquädukt, wel-cher die Kriegsstadt nl->xu»«i!>cum mit Wasser zu versorgen hatte, wurdegleichzeitig mit ihr aufgeführt. Er begann am sogenannten Königs-born, eine Viertelstunde seitwärts von dem Dorfe Finthcim. Wo diealte Brunnen-Stube, welche 15 bis 16 Quellen in sich aufnahm, eigent-