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5 (1846)
Entstehung
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Geschichte.

Alte Zeit. Ob die Oertlichkeit, wo die Römer in den Jahren13 bis ll vor Chr. Geb. ihre Kriegsstadt !U»xunt!»cun> erbauten,früher auf eine regelmäßige Weise bewohnt gewesen, läßt sich eben sowenig mit Zuverlässigkeit behaupten als verneinen. Einige Alterthums-Forscher folgern, aus den beiden ersten Splben des von Drusus fürseine Feste auf dieser Stelle angenommenen Namens, daß dieselbenvon dem keltischen Wörtchcn Magon oder Magun herrühren, waseinen bewohnten Ort andeutet, welchem Wörtchen er den Namen desBaches t)i» (später Zep, jetzt Zahlbach) beigefügt, der die Stadt aufder Südseite umschlang. So viel scheint zuverlässig, daß schon vomJahre 3S vor unsrer Zeitrechnung, unter Agrippina, ein befestigtesrömisches Winterlager auf der vorangedeutetcn Stelle bestanden habe.

Dem c »5tru,n «l-gu»ti»cum gegenüber gründete Drusus, eben-falls im I. ll vor unsrer Aera, das nach ihm benannte Kastel, amrechten Nheinufer. Die römische Kriegsstadt war nicht hart am linkenUfer erbaut, sondern eine Viertelstunde davon, auf dem Rücken desgegen Nord und Nordost ziemlich steil abfallenden Hügels. Sie bil-dete ein längliches Viereck, und-hatte längs der innern, mit vorsprin-genden Thürmen besetzten, Umschlußmaucr einen Umfang von fast dreiViertelstunden.

Der erste Schlag des Kriegsgeschicks traf diese Römer-Feste im I.70, wo der Rebell Lieilis, ein Bataver, fast ohne Schwertstreich sichihrer bemächtigte; doch konnte er sie nur wenige Monate bewahren.Mit der 22. Legion soll im I. 8l der erste christliche Bischof, Cres-centiuS, hierher gekommen sein. Die große Steinbrücke über denRhein, von fast 2500 Fuß Länge, wurde in den Jahren 98 bis 102,unter Trajan, erbaut, welcher fast gleichzeitig das nach ihm benannte»luui,uei,«uill auf der linken Mainspitze anlegen lies.

Hadrian wird als der Erbauer des obern und untern Kastellsbei Mainz bezeichnet. Das erste lag auf dem höchsten Punkte der vonWcißenau gegen Laubenheim sich ziehenden Hügelreihc, nahe am Rhein,das letzte nahm zum Theil die Stelle des heutigen Hauptsteins ein.Beide Zitadellen wurden im ersten Viertel des zweiten Jahrhundertsaufgeführt.

Um diese Zeit war schon eine bürgerliche Ansiedelung am nördlichenund nordöstlichen Fuße der Kriegsstadt vorhanden. Ursprünglich auseinzelnen Gehöften bestehend, die nach und »ach Weiler (eici) bilde-ten, scheint erst gegen Mitte des zweiten Jahrhunderts mehr Zusam-menhang in diese Kolonie gekommen zu sein. Jedenfalls begann daseigentliche Entstehen der Munizipalstadt lU-,xui>ti»cu>», wie ihre wei-tere Ausdehnung gegen den Rhein, erst um diese Zeit. Der Ortscheint jedoch binnen 25 Jahren zu solchem Flor gediehen zu sein, daßim I. l77 bereits große Märkte, veranlaßt durch die drusianischcn Er-inncrungS-Fcste, gehalten wurden. Während der langen, bis zu Endedesselben Jahrhunderts dauernden, Ruhe, gewannen Handel und Gc»Werbthätigkeit einen so außerordentlichen Schwung, daß die bürgerlicheStadt wohl um das Doppelte sich vergrößerte. Das Land ringsumschmückte sich mit Meiereien, deren Eigenthümer theils Veteranen,theils Landes-Eingeborne oder Einwanderer vom rechten Rhcinuferwaren.

Mit dem Anfang des dritten Jahrhunderts begannen die ernstli-chen Feindseligkeiten der Allemanncn gegen die Römer. Jene ginge»im I. 220 über den Rhein und verheerten das Land. AlexanderSever schloß mit ihnen einen für seine Waffen schimpflichen Frieden,weshalb er 235 von seinen eignen Soldaten ermordet wurde. Dervon diesen gewählte Kaiser Marimin versetzte den Krieg ans rechteNheinufer und zerstörte, laut seinem eignen Bericht, 40,000 deutscheOrtschaften. Valerian gewann durch Bestechung einen mächtigen

Franken-Herzog und sicherte sich dadurch einige Jahre der Ruhe. Alleinnach seinem Tode gingen die Deutschen abermals über den Rhein undkonnten erst nach einer gräßlichen Niederlage, durch Probus, im I.28l, über diesen Strom zurückgedrängt werden. Nichts desto wenigererfolgte der Einbruch der Burgunder und Allemannen schon vier Jah-re nachher. Mariminian ging 28k über den Rhein und nöthigtedie Franken zum Frieden; doch lies sich der ungeheure Vordrang derVölkerschaften vom Morgen gegen Abend, bekannt unter dem Namender Völker-Wanderung, kaum länger zurückhalten.

Konstantin der Große hatte im ersten Jahrzehnt des viertenJahrhunderts eine ziemlich starke Kriegsflotte auf dem Rhein, womitseine Nachfolger durch den Mai» wiederholte Angriffe gegen die Kat-ten bewerkstelligten. Diese von den Sueven, Franken und anderndeutschen Völkern gedrängt, versuchten mehr als einmal auf dem lin-ken Rhcinufer sich fest zu stellen; doch lange vergebens. Julian liesim I. 357 die zerstörten Römer-Festen im Lande der Katten und Mat-tiaken wieder aufbauen. Im folgenden Jahre gestand er freie Schiff-fahrt auf dem Nhcine zu, gelangte aber dadurch nur zu der Nothwen-digkeit eines vierten Feldzugcs gegen die Allemanncn. Diese stürmtenvon nun an immer gewaltiger gegen das Römerland auf dem linkenRheinufer an und verheerten große Strecken desselben. Die von ihnenim I. 360 zerstörte Rhcinbrücke, wurde nur unvollkommen wieder her-gestellt. Der Frankenfürst Rando überfiel sechs Jahre nachher l»l»xuntioeum und zog mit reicher Beute von bannen. Eine ähnliche Ue-berrumpelung wiederholte sich ein Jahrzehnt später.

- Mit den Hunnen im Rücken, überfielen die Franken die Römer-stadt am letzten Tage des Jahres 406 und schleiften sie. Viele tausendChristen wurden bei dieser Gelegenheit mit ihrem Lehrer Aureus er-mordet. Stadt und Festung hatten sich zum Theil wieder aus ihrerAsche erhoben, als beide 451 durch Attila gänzlich zerstört und dieEinwohner zerstreut wurden. Jene lagen nun mehre Jahre in Trüm-mern; nur die Kastelle wurden durch den llomen ügickius einigerma-ßen wieder hergestellt.

Nach der Schlacht bei lolbincum lZülpich), im I. 496, wodurchdie Römer- und Allemannen-Hcrrschaft am Rhein ihr Ende erreichte,waren die Franken Besitzer der Gegend von Mainz, deren nun fastdurchgehend deutsche Bewohner bereits Christen waren. Die ersten Ar-beiten zum regelmäßigen Wiederaufbau der Stadt, begannen 534, un-ter Theodebert I, doch erst durch Dagobert, seit 622, wurden siemit größcrm Nachdruck betrieben. Dieser fränkische König ist also dereigentliche Urheber der heutigen Stadt, auf der Stelle des alten, rö-mischen Munizipiums. Bischof Siegbert lies sie 712 mit Mauernumgeben.

Mittelalter. Mit Pipin beginnt auch für Mainz ein neuerZeitraum, dessen Früchte aber erst unter seinem Sohn und Nachfolger,Karl dem Großen, zur Reife gediehen. Dieser begründete in hiesigerGegend den Mittelpunkt seiner rastlosen Thätigkeit, baute sich eineprächtige Pfalz zu Niedcr-Jngelheim, dritthalb Stunden von Mainz,stiftete das Albans-Kloster, mit einer gelehrten Schule, verlieh demzuerst unter Probus begonnenen Weinbau im Rheingau eine größereAusdehnung, beförderte Handwerke und Künste, verbesserte die deut-sche Sprache, lies von 793 bis 803*) auf den Pfeilern der alten Brückeder Römer eine solche von Holz über den Rhein schlagen, die jedoch,einige Jahre nachher wieder abbrannte.

Der erste Erzbischof Bonifaz, ein vielfach ausgezeichneter Mannhob Mainz sehr. Unter ihm wurden die Klöster Pflanzschulen der Kul-tur. Kaiser Karl hielt im I. 800 die gewöhnliche Maiversammlung

») Schnob, IN seiner "Geschichte der Stadt Mai»,.» sogt im ersten Bond, S.,7», dieser Brückenbau sei von kva bis SIZ bewerkstelligt worden.