Eine Schwefelquelle bei Nierstein, das s. g. Sironab ad,verdient nicht sowohl wegen der Berühmtheit ihrer HeilkräfteErwähnung, als vielmehr wegen der römischen Alterthümer, diedaselbst aufgefunden wurden. Die Römer, welche diese Quellevielfach benutzt zu haben scheinen, wie die Gelübdesteine bewei-sen *), nannten dieselbe ^.quae Nori, wodurch auch der benach-barte Ort seinen Namen empfing. Nachdem sie viele Jahr-hunderte unbenützt gelassen worden war, richtete man vor etwa29 Jahren wieder Aufmerksamkeit auf dieselbe. Ein MainzerBürger, der die Heilquelle kaufte, ließ sie aufs neue einfassen,und erbaute bei derselben ein kleines Curhaus. Weil übrigensdas Wasser durch die Nähe des Rheins, dessen Bett zu denZeiten der Römer an dieser Stelle mehr östlich gelegen zu habenscheint, sehr häufig verunreinigt wird, so ist es seit einigenJahren fast gänzlich außer Anwendung gekommen.
Einer derselben, nach dem die Quelle benannt ist, trägt die In-schrift: Ueo ^pollini et 8!ro»ne äulis ?rontini> votum solvitübenter lubeoter merilis.
Unter den Merkwürdigkeiten in der Umgebung Oppen-heim's verdient ein seltsames Naturphänomen noch besondereBeachtung, welches jüngsthin in der Nähe der Stadt sich zuge-tragen hat. In der Nacht vom 18. auf den 19. Mai 1845löste sich in den höchst gelegenen Weinbergen der DienheimerGemarkung die Erde los, und rutschte mehrere Tage lang berg-ab, bis sie sich in einer Entfernung von 25 Klaftern hinterdem Orte Dienheim als ein bedeutender Hügel von 39 FußHöhe festsetzte. Diese Erdbewegung dehnte sich über mehr als199 Morgen aus, und verursachte eine gänzliche Zerstörungsämmtlicher in diesem District gelegener Weinberge, indem dassrüherhin ebene Land eine wellenförmige Oberfläche mit beträcht-lichen Erhöhungen und Spalten von 39 Fuß Tiefe erhielt,und der Weg mit der daran stoßenden Mauer auf eine Breitevon 29 Fuß von ihren Stellen gerückt wurden. Schon imJahre 1776 hatte eine ähnliche Erscheinung stattgefunden, undman vermuthet, daß dieses Ereigniß durch unterirdische Gewässerverursacht worden sei.