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DomkirchL ?um hrtligen Ueter und Vanl
in Worms.
-^?on diesem Pracht- und Hauptgebäude der Stadt Worms,von welchem wir im ersten Bande dieses Werkes eine durch diedavorliegendcn Straßen cheilweisc verdeckte Ansicht lieferten, ha-ben wir aus allgemein ausgesprochene Wünsche hin in den vor-liegenden 5ten Band dieses Werkes zwei vollständige Ansichtenund zwar eine vollständige Aeußere und eine möglichst voll-ständige Innere Ansicht aufgenommen und knüpfen nundie Geschichte und Beschreibung dieses merkwürdigen Denkmalsaltbyzantinischcr Baukunst an das eine, wie an das andere dieserBilder an.
Schon in der frühesten christlich - germanischen Zeit (urkund-lich wenigstens schon im Jahr 639) stand an der Stelle dergegenwärtigen Kirche eine Basilika (Hauptkirche) des heiligenPetrus, und ihr zur Seite nach dem seit dem 8. Jahrhundertmehr und mehr aufkommenden Gebrauche wohl schon um dieMitte desselben die Taufkirchc (Baptisterium) des heil.Johannes. Letztere hatte sich ganz unversehrt in ihrer ur-sprünglichen höchst merkwürdigen Form bis auf das Jahr 1807erhalten, wo sie unter dem Regiment der Franzosen auf denAbbruch versteigert und darauf in den folgenden Jahren mitgrößter Mühe und Anstrengung — so felsenfest waren die Stein-quadern in einander gefügt! — völlig niedergerissen wurde, sodaß sich gegenwärtig nur noch einige wenige Säulen und Ka-pitäle im Besitze eines Privatmannes erhalten haben. Es warein achteckiges Nundgebäudc, durchaus aus großen Quadern ineiner Dicke von 12 Schuh zusammengesetzt und mit einem hut-förmig zulaufenden Kuppeldach versehen, unter welchem ein mitkleinen Säulen eingefaßter Umgang hinlief. Das Innere be-stand aus drei über einander gebauten Gewölben, von welchendas obere mitten auf dem Dach des andern stand, daö mitt-lere, in daö man geraden Fußes von der Erde hineinging,zur eigentlichen Kirche diente und das untere bis auf die kleinenschmalen Fenster bis unter die Erde reichte. Die Domkircheselbst, zu der wir nach dieser kleinen Abschweifung wieder zu-rückkehren, wechselte im Laufe der Zeiten vielfach ihre Gestalt,bis sie ihr gegenwärtiges Aussehen erhielt. Schon im Jahr 872wurde die aus frühester Zeit stammende Basilika vom Blitz ge-
troffen und völlig in Asche gelegt. Zwar versuchten es nun dienächstfolgenden Bischöfe nach Kräften, sie auf die Dauer wie-der herzustellen; aber alle ihre Bemühungen wurden durch die ver-heerenden Einfälle der Normannen, welche im 9. Jahrhundertmehrmals den Rhein aufwärts selbst bis nach Worms dran-gen, immer wieder vereitelt. Erst dem würdigen, um dieStadt hochverdienten Bischof Burkard, welcher zu Ende des10. Jahrhunderts das so oft unterbrochene Werk mit heiligemEifer wieder aufnahm, gelang es endlich, an die Stelle derbisherigen unansehnlichen Kirche nunmehr einen großen underhabenen Bau zu errichten. Er kam damit in so ungcmeinkurzer Zeit zu Stande (von 996 — 1016), daß derselbe sei-nen Zeitgenossen wie durch ein Wunder emporgestiegen zu seinschien. Auf den dringenden Wunsch Kaiser Heinrich II., wel-cher um diese Zeit auf einer Reise nach Worms kam, wurdesie noch vor ihrer gänzlichen Vollendung im Jahr 1016 inseiner und vieler weltlichen und geistlichen Fürsten Gegenwart aufdas Feierlichste eingeweiht. Nach der Chronik des ehemaligenKlosters Kirschgarten bei Worms fiel zwar bereits zwei Jahre nach-her der östliche Theil der Kirche nächtlicher Weile gänzlich zusam-men, allein schon nach den nächsten zwei Jahren war derselbeauf einem unverwüstlich festen Fundament noch prachtvoller alsvorher wieder aufgeführt. Doch blieb es Vurkards siebentemNachfolger, Bischof Eppo (regierte von 1107 — 1115), vor-behalten, die letzte Hand an das ricsenmäßige Werk zu legen,worauf die Kirche im Jahr 1110 nochmals eingeweiht, sedocherst im folgenden Jahre völlig ausgebaut wurde. Gleichwohlward schon im Jahr 1181 eine Wiederherstellung der in denhäufigen Kricgsstürmen jener Zeit vielfach zerfallenen Kirchenöthig, welche denn auch Bischof Konrad II. mit solchem Er-folge unternahm, daß seitdem das Gebäude wenige Verände-rungen erlitten haben mag. Zu den bedeutendsten Veränderun-gen, von welchen wir außer den Kapell-Anbäucn und ande-ren noch außerwcscntlicheren Zusätzen wissen, gehört, daß imJahr 1429 der eine Hintere Thurm, welcher zunächst an denBischofshof stieß, zusammenfiel und einen Theil des letzterenzerschmetterte, worauf er im Jahr 1472 durch Bischof Reinhard