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5 (1846)
Entstehung
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um das Haus des Professors Johannis von Frankfurt zu stürmen, wo-bei die Sturmglocke geläutet wurde. Dadurch wurde die ganze Stadtin Aufruhr gebracht, die Thore wurden geschlossen und unablässig dasHaus des erwähnten Professors gestürmt. Vergebens gebot der Bi-schof von Speicr Ruhe, die Bürger brachen aber in das Hausein und es fand ein arges Gemetzel unter Bürgern und Studentenstatt, auch wurde das ganze Haus geplündert. Als dies der Pfalz-graf vernahm, ward er sehr erzürnt, und er erließ für die Zukunftscharfe Verbote.

Im Jahre 1414 wurde Kaiser Sigismund feierlich in Heidelbergempfangen, als er zum Concilium nach Constanz reiste. Später wurdePapst Johannes XXIII auf dem Heidelberger Schloß in Haft gehal-ten. Im Jahre 1432 entstand abermals ein Studententumult, jedochvon geringerer Bedeutung; unter Kurfürst Ludwig IV wüthete aberdie Pest wieder arg.

Als Friedrich der Siegreiche sich im Jahre t46l gegen Adolf vonNassau erklärte, und deshalb gebannt wurde, entfernte er die aufrüh-rerischen Studenten > ernannte fünf Professoren zu Hauptlcuten, undließ, als er auch in die Reichsacht kam, den Trutzkaiser auf demGeisberg errichten. Die Stadt war auf eine Belagerung gefaßt, aberFriedrich schlug seine Feinde bei Seckenheim auf dem Frierrichsfeldeund brachte die gefangenen Fürsten aufs Schloß nach Heidelberg, vonwo sie sich um schweres Geld lösen mußten. Friedrich that Vieles fürdie Stadt und das Land; er erbaute 1461 eine neue Kauzlei, 1467die Schloßkapelle, das Dominikanerkloster und vollendete auch das Kar-meliterkloster. Die Freigrafcn und Schöffen der Vehmgcrichte jagte eraus dem Lande. Unter ihm wurde in Heidelberg die erste Buchdruckereierrichtet, ein Schwadenspiegel wurde 1472 darin gedruckt.

Im I. 1481 fand das dreißigste Turnier hier statt; 466 Helme,3500 Rosse hatten sich dazu eingefunden. Als 1490 Pest und Unruhe»in Heidelberg ausbrachcn, verlegte Kurfürst Philipp die Universitätauf kurze Zeit nach Speier. Weil Ruprecht der Tugendhafte auf dasbaierische Erbe Anspruch machte, wurde Heidelberg bedroht, die Ge-fahr ging aber glücklich vorüber.

Die Reformation fand hier bald Eingang, und im Jahre 1518hielt Luther im Augustinerkloster eine berühmte Disputation. Vieleausgezeichneten Männer wurden seine Anhänger, unter ihnen MartinBucerus, Johannes Brentz, Theobald Billican; Pfalzgraf Wolfgangwar sehr mit Luther zufrieden. Ludwigs Milde war Ursache, daß dieReformation hier wenig Hindernisse fand; im Jahre 1545 wurde unterKurfürst Friedrich II das Abendmahl zum ersten Mal in zweierlei Ge-stalt ausgetheilt, und im nächsten Jahre wurde die Reformation allge-mein eingeführt, und 1562 der Heidelberger Katechismus gedruckt,nachdem schon unter der Regierung Otto Heinrichs die kirchlichen Spal-tungen eingetreten waren. Die Reformirten wurven allein beschützt,die Lutherischen sehr bedrückt. In nämlichem Jahre war die Pest Ur-sache, daß die Universität auf einige Zeit nach Oppenheim verlegtwurde.

Die späteren Zeiten liefern ein trauriges Bild von menschlicherUndulvsamkcit. Bald siegte die reformirte, bald die lutherische, balddie katholische Parthei, und die anderen wurden mit Gewalt unter-drückt. Kurfürst Ludwig V I, jagte fast alle reformirten Prediger ausdem Lande. Sein Nachfolger, der Landesadministrator Johann Kasimir,rief die Reformirten zurück, und vertrieb die Lutherischen. WelcheNachtheile dies der Universität gebracht, sahen wir schon oben. Dassicbenzchnte Jahrhundert führte noch größere Drangsale herbei.

Kurfürst Friedrich V. feierte u»ter großem Gepränge seine Ver-mählung mit der englischen Königstochter Elisabeth im Jahre 1613,aber wenige Jahre später ward die Freude in Trauer verwandelt.Tilly zog im Jahre l62l vor die Stadt und eroberte sie im darauf-

Heidclberg in,

folgenden Jahre; vergebens war der Belagerten Muth und Ausdauer.Die ganze Stadt wurde verheert, die Bibliothek nach Rom abgeführt.Die meisten Orte in der Pfalz lagen öde. Es wurde gleich im näch-sten Jahre die katholische Religion wieder eingeführt und die Anhängerder Reformation mußten das Land verlassen. Bis zum Maimonat1633 währte dies: da erschien der schwedische Obrist Adel Moda vorder Stadt, unter dem Oberbefehle des Prinzen Christian von Birken-fcld, und nahm sie durch List; auch das Schloß ergab sich gleich darauf.

Im Jahre >634 wurden aber die Schweden bei Nördlingen ge-schlagen und mußten sich zurückziehen; im November des nämlichenJahres kam noch ein kaiserliches Heer unter Gallas vor Heidelbergund nahm die Stadt. Sie wurde durch Kampf, Plünderung, Mord undFeuer aufs Grausamste verheerts, nur das Schloß hielt sich. DerFeind mußte zwar am 20. November wieder abziehen, aber im näch-sten Jahre kam er wieder und nahm diesmal auch das Schloß hinweg.

Die nächsten Jahre bis 1641 waren voll des Elends und derfurchtbarsten Noth, und als endlich der westphälische Frieden geschlossenwurde, fand Kurfürst Karl Ludwig sein Land in der gräulichsten Ver-wüstung. Er sorgte väterlich für dasselbe, wo und wie er konnte,und bald schon nach neun Jahren war es wieder blühender,als je. So viel vermag ein Fürst, wenn er wahrhaft will, und sichnicht schlechten Räthe» überläßt, sondern überall selbst sieht! DieUniversität blühte von Neuem auf, die tüchtigsten Männer lehrte»an ihr.

Aber noch nicht war das Leiden vorüber; es kamen noch härtereTage, als die des dreißigjährigen Krieges. König Ludwig XIV,von Frankreich, dessen Bruder, der Herzog von Orleans, eine Tochterdes Kurfürsten zur Gemahlin hatte, verlangte von Karl Ludwig Bei-stand im Kampfe gegen den Kaiser Leopold. Der Kurfürst weigertesich dessen und der König von Frankreich nahm Rache dafür. BeiPhilippsbnrg ging Türenne im Jahre 1674 mit einem Heere über denRhein, siegte bei Sinsheim und drang nun plündernd und sengend indie Pfalz ei». Zwei Städte und fünf und zwanzig Dörfer gingen inFlamme» auf. Da schrieb der erzürnte Kurfürst an Türenne einenbittern Brief und verlangte Genugthuung, aber der französische Mar-schall lehnte dies ab.

Als der Kurfürst im Jahre 1685 starb, machte Ludwig XIV, An-sprüche auf die Pfalz und sandte ei» Heer in dies kurz zuvor so sehrverwüstete Land. Am 26. Oktober 1688 kapitulirtc Stadt und SchloßHeirelbcrg, u»d nun begann die teuflischste Verheerung. Melac, derfranzösische Feldherr, ließ die Stadt plündern, auzündcn und dieBürger grausam mißhandeln. Als er iin März 1689 wieder abgezo-gen war, wurde Heidelberg von den Kaiserlichen besetzt, und im näch-sten Jahre kehrte auch Kurfürst Johann Wilhelm dahin zurück. Aberschon im Februar 1693 erschienen die Franzosen wieder, und nahmendie Stadt im Maimonat durch die Verrätherei des pfälzischen Generalsvon Hepdersdorf. Jetzt waren die fürchterlichsten Tage für Heidelbergangebrochen. Alles wurde geplündert, zerstört, verbrannt, die Leich-name aus den Gräbern gerissen, und das schöne Schloß durch Mienengesprengt und in eine traurige Ruine verwandelt. Als Ludwig xiv.von Frankreich davon Kunde erhielt, ließ er ein feierliches Hochamthalten, das Lecke»,» l»uck»i»»s absingen und eine Medaille mit derUmschrift: Heickelberj-» ckeleta schlagen!

Ebst als der Ryswicker Frieden geschlossen war (1697), bekam diePfalz wieder Ruhe und der Kurfürst gab sich alle Mühe, der Stadtwieder aufzuhelfen. Er sicherte im Jahre 1705 allen drei christlichenReligionsbekenntnisse» Gewissensfreiheit zu, legte 1712 den Grundsteinzum neuen Univcrsitätsgebäude und errichtete später noch das Bürger-spital und die St. Annenkapelle.

So wohlthätig er aber auch für Wiederherstellung der Blüthe