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5 (1846)
Entstehung
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ihr blühten. Während also die besten Nahrungsquellen versiegten, dieEinwohnerzahl abnahm und im Jahre 1784 auch eine Ucberschwem-mung großen Schaden verursachte, konnte Mannheim auf keinen Er-satz mehr hoffen, und bald brach auch die französische Revolution aus,welche den Kriegsschauplatz in diese Gegend brachte. Zwar begnügtensich am 24. December 1794 die Franzosen mit der Rheinschanze, dieman ihnen freiwillig überließ, aber im nächsten Jahre kamen sie wie-der, und weil die Besatzung zu schwach war, mußte sie sich am 20. Sep-tember ergeben. Die Kaiserlichen vermehrten aber in kurzer Zeit ihreStrcitkräfte und zogen am 18. Oktober bis vor die Festung. Anfangsfanden nur tägliche Gefechte statt, bald aber wurde Mannheim be-schossen und das Feuern so stark unterhalten, daß schon am vierzehntenNovember die Hälfte der Stadt zusammengeschossen war. MehrereAufforderungen zur Ucbergabc fruchteten nichts, und so begann am15. und 17. November das Bombardement von Neuem. Eine furcht-bare Verwirrung entstand in der Stadt und gräßliches Jammergeschreiertönte durch die Straßen; aber erst nachdem die meisten.Häuser zer-trümmert waren, und schon ein Theil des Schlosses in Flammen stand,ergaben sich die Franzosen. Am 23. November zogen dieselbe», noch9792 Mann stark, mit klingendem Spiele aus, um vor dem Thordie Gewehre zu strecken, während General Wurmser seinen Einzug indie Stadt hielt, die größtentheils in Schutt lag und einem großen

Aschenhaufen glich. Nur vierzehn Häuser waren unverletzt geblieben,und um sich einen Begriff davon zu machen, wie furchtbar das Bom-bardement war, führen wir noch an, daß während desselben 20,090große, 6000 kleine Kanonenkugeln, 2700 Haubitzen und 1780 Bombenin die Stadt flogen.

Von nun an behielt Mannheim Ruhe, obgleich die nächsten Jahreviele Durchmärsche von Soldaten brachten. Im Jahre 1803 fiel dieStadt an Baden, und mit dieser Zeit begann die Stadt wieder auf-zublühen. Im Jahre 1813 ging ein russisches Corps unter dem GeneralSacken hier über den Rhein; in den Jahren 1816 und 1817 litt dieStadt sehr durch die überall erfolgte Theuerung, alle früheren undneueren Wunden vernarbten aber schnell durch die Thätigkeit und das vor-treffliche Wirken der städtischen Behörden und der Regierung. All-mählig wurde Mannheim mehr eine Handelsstadt und seit Aufhebungdes Stapels und der Errichtung des herrlichen Rheinhafens wurde dieStadt Stapelplatz für den Oberrhein und die Neckargegend, währenddie errichtete Eisenbahn den raschen Verkehr noch mehr fördert.

Nur um eine geringe Zahl wird Mannheim von Karlsruhe hin-sichtlich der Bevölkerung übertreffen; was aber Reichthum, Schönheitder Stadt, Thätigkeit und politische Mündigkeit betrifft, so geht Mann-heim jeder andern Stadt des Großherzogthums vor und kann als dieeigentliche Hauptstadt Badens bezeichnet werden.