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5 (1846)
Entstehung
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Schon am 17. März des folgenden Jahres wurde feierlich der Grund-stein gelegt. Die Stadt erhielt, nach niederländischem Geschmacke, einedurchaus regelmäßige Anlage, es wurden ihr Gewcrbcfreiheit und ver-schiedene andere Freiheiten und Privilegien verliehen, eine Kasernefür dreihundert Mann und ein Zeughaus erbaut, und im Jahre 1603daselbst schon Münzen geprägt. Für den evangelischen Gottesdienstwurde eine Kirche erbaut, für Schifffahrt und Handel ein Krahnenangelegt, und überhaupt alles Mögliche gethan, um das schnelle Auf-blühen der jungen Stadt zu fördern. Zum äußeren Schutze derselbenwurde die erwähnte Fricdrichsburg in Gestalt eines Siebenecks mitsieben Hauptbollwerkcn erbaut, und acht andere Bollwerke umga-ben die Stadt und stellten ihre Verbindung mit der eigentliche»Festung her.

In kurzer Zeit zählte die Stadt schon 180 Häuser mit 207 Fami-lie», und vergrößerte sich schnell, als auf Keinmal schweres Unglücküber dieselbe hereinbrach, und ihren Wohlstand für lange Zeit unter-grub. Churfürst Friedrich V. konnte nämlich dem lockenden Antrage,die böhmische Krone anzunehmen, nicht widerstehe», und mußte diesenSchritt schwer büßen. Ei» österreichisches Heer zog in den pfälzischenLändern ein, und am 10. September 1622 erschien Tillp vor den Tho-ren Mannheim'S, worin der englische General Horatius Veer und derpfälzische Obrist Waldmannshausen den Oberbefehl führten. Die Be-satzung vertheidigte sich nach Kräfte», konnte es aber^nicht verhindern,daß die Feinde nach und nach mehrere feste Punkte eroberten, am8. Oktober durch Pechkränze die Stadt in Brand steckten und sie er-stürmten. Die Besatzung zog sich in die Festung zurück, mußte abernach kurzer Zeit kapituliren und durste mit zwei Kanonen am 25. Ok-tober abziehen. Tilly's Soldaten hausten jetzt schwer in Mannheim,wo Handel und Gewerbe darnieder lagen, und die Bürger schwer be-drückt waren.

Acht Jahre lang blieb nun die Stadt und Festung im Besitze dessiegreichen kaiserlichen Heeres, bis auf cininal durch Erscheinen des KönigsGustav Adolph von Schweden i» Deutschland die protestantischen Für-sten ihr Haupt wieder erhoben, und Oesterreichs Heere zurückschlugen.Am 29. December 163l kam Herzog Bernhard von Sachsen-Weimarunversehens vor Mannheim, wo Hauptmann Marestal über eine nichtstarke Besatzung das Kommando führte. Mannheim mußte sich mitseiner Besatzung ergeben, und blieb nun bis zur Schlacht bei Nörd-lingcn im Besitze der Schweden. Als sich aber diese alsdann wiederzurückzogen, wurde die Stadt von den Kaiserlichen besetzt, und imJahre >635 mit der Nheinpfalz an Baiern gegeben; nun wurden dieBewohner schrecklich mißhandelt und Hungersnoth und Pest, die von1635 bis 1637 hier wütheten, vernichteten den letzten Rest des frühe-ren Wohlstandes, so daß an ein baldiges Aufkommen nicht mehr zudeuten war.

Im Jahre 1644 wurde Mannheim ohne alle Mühe von den Fran-zosen genommen; die Baicr» rückten aber sogleich mit verstärkter Machtherbei, uud suchten Mannheim wieder zunehmen, worauf ein schreck-liches Gemetzel entstand und ei» großer Theil der Stavt gänzlich ver-wüstet wurde. Erst durch den im Jahre 1648 erfolgten Frieden wuroedie Pfalz ihrem alten Herrn wieder zugetheilt uud am 25. Septemberdes folgenden Jahres zogen die Baicrn von Mannheim ab.

Nun bemühte sich Churfürst Karl Ludwig, die schweren Wundenwieder zu heilen, welche ver lange und unglücksvvlle Krieg geschlagen

hatte; es war aber unmöglich, den alten blühende» Zustand in demerschöpften Lande wieder herzustellen. Zuerst bestätigte er im Jahre1652 der Stadt die alten Privilegien, und fügte denselben neue bei;die zerstörten Gebäude erhoben sich bald wieder, und kaum warenzwölf Jahre vorüber, so waren die meisten Spuren des Kriegs wiedergetilgt. Auch die Festung Friedrichsburg wurde wieder hergestellt, miteiner Kirche versehen und erhielt neue Vorrechte. Damit endlich auchdie Stadt ein schöneres Aussehen erhielt, ließ der Churfürst im Jahre1663 einen Bauplan entwerfen, beförderte das Entstehen schöner neuerHäuser und ließ sich selbst einen Palast erbauen. Zwar herrschte imJahr 1666 die Pest wiederholt in der Stadt und Türenue verwüstetedie Pfalz, er konnte aber Mannheim nicht nehmen, und so entgingdasselbe der Zerstörung.

Churfürst Karl Ludwig, der sich erhaben fühlte über alle Confes-sionSstreitigkeiten, faßte einen großartigen Plan zur Vereinigung derReligionspartheien, und ließ in solcher Gesinnung am 29. März 1677den Grundstein zur Concordicnkirche legen, die für alle drei Confcs-sionen bestimmt war, und im Jahre 1680 vollendet wurde. Sie lagda, wo jetzt die Schlvßkapclle steht; der schöne Zweck derselben gingaber nicht in Erfüllung, und statt der Toleranz begannen in derPfalz schreckliche Rcligionsverfolgungen. Unter diesem und dem nach-folgenden Churfürsten Karl wurden eine Menge trefflicher Einrichtun-gen getroffen und das ganze Aussehen der Stadt bedeutend verschönert.Eine fliegende Brücke führte über den Rhein, eine Schiffbrücke überden Neckar; es wurden eine reformirte Kirche, mehrere Schulhäuser,ei» Rathhaus, Waisenhaus und Hospital erbaut, und in der Festungaußer der Concordicnkirche und dem churfürstlichen Palaste, ein Mar-stall und mehrere Kasernen errichtet. Fünf Thore führten in Stadtund Festung und ein großer freier Platz lag zwischen beiden, da wosich jetzt die Planken befinden. Am Rheine lag das Belvedere-Bollwerk,gegen Süden und Ost das Eicholsheimer, Heidelberger und Windmüh-lcnbollwerk, und gegen West und Nord das Rhein-, Frankcnthaler undBruderbollwerk. Die acht Bastionen, welche um die Stadt lagen,hieße» Ziegel-, Garten-, Krahnen-, Bronnen-, Stein-, Knochen-,Juden- und Rheinthorbollwcrk. Auf solche Weise waren Stadt undFestung geschützt, und es begann im Innern sich wieder das Gemein-wesen zu entwickeln und der Wohlstand zu hebe», als Churfürst Karlim Jahre 1685 mit der Ahnung dessen, was da Schreckliches kommenwerde,'starb, und die Regierung an Philipp Wilhelm, aus dem HauseNeuburg, überging.

Der König von Frankreich machte plötzlich auf die Nheinpfalz An-sprüche, weil der Herzog von Orleans eine Pfälzische Prinzessin zurGemahlin hatte, obgleich jegliches Recht dagegen sprach, und im Jahre1638 fielen die Franzosen in die Pfalz, wo sie aufs Schrecklichstehausten und Alles niederbrannten. Der Gouverneur Freiherr von Sc-ligenkron kommandirtc nebst den zwei Obristlieutenants Strupp undSchenk in Mannheim, und setzte die Festung in Verthcidigungszustand.Er befahl deshalb, Alles auszubessern und forderte die Bürger auf, sichbeim ersten Zeichen, das er geben würde, auf ihren angewiesenenPlätzen einzufinden und seine Vcrtheidigungsmaßregeln zu unterstützen.Da die Werke in gutem Stande waren, und außer dem Bürgerkorpsvon 1050 Mann, eine Besatzung von 900 Mann Infanterie, Kavallerieund Artillerie in Mannheim lag, so hoffte der Kommandant, sich einigeZeit lang halten zu können, bis Entsatz herbeieile.