liche Punkte, wo man, besonders an Sonntagen, viele Leute hinwal-len ficht.
Vor dem Rheinthore liegt der Hafen mit seinem schönen, vonHübsch aufgeführten Gebäude und der Menge von Mastbäumen. Nebendemselben erhebt fich das großartige Gasthaus zum europäischen Hof,wie in weiterm Umkreise nicht leicht ein gleiches gefunden werden dürfte.Die Rheinbrücke, welche auf vielen Pontons ruht, führt nach demjenseitigen Ufer zur baicrischen Rheinschanze, wo fich ein Wirthshaus,leider aber auch ein Bureau der Nürnberger Zahlenlottcrie befindet,wohin eine Menge Landleute und Dienstboten der ganzen Umgegendden letzten Pfennig ihrer Ersparnisse tragen, um in dem Spiele ihrGlück zu versuchen. — Ein Rheinbad liegt neben der Schiffbrücke ge-rade hinter dem Schloßgarten und bei der Rhcinlust.
Dies die nächste Umgebung Mannheim's; wer aber weitere Aus-flüge in die Umgegend machen will, wandere entweder hinüber nachRheinbaiern inS Hardtgebirgc, wo Neustadt und das Schloß Trisclsliegen, oder nach Worms und Speier; oder auf diesseitigem Ufer überKäferthal nach Weinheim am Fuße der Burg Windeck und hinter dem-selben in das Gorrheimcr und Birkenaner Thal.
Die Eisenbahn führt jetzt in einer halben Stunde nach Heidelberg,der berühmten Universitätsstadt, mit dem herrlichen Schlosse, am Ein-gang in's Neckarthal, das so reich ist an mannichfaltigcn Naturschön-heiten und durch zahlreiche Burgen eine köstliche Zierde erhält. Auchdie Bergstraße zwischen Heidelberg und Weinheini verdient einen We-tz) e s ch
Die Geschichte Mannheims ist bei ihren Anfängen in tiefes Dunkelgehüllt und erst mit dem achten Jahrhunderte beginnt sie, aus demGebiete der Sage aufzutauchen und klarer zu werden. Die Gegenddes jetzigen Mannheim war unstreitig in frühester Zeit eine Insel,umflossen vom Rheine und Neckar, die damals sehr häufig ihr Bettwechselten, bis nach dem Rhcindurchbruche bei Bingen die Gewässermehr zurücktraten und festere Richtungen beibchicUen. Gewöhnlich er-zählte man sich von der römischen Kolonie I»^rai»»i«>n, die hier ge-standen sein soll; aber alles beruhte nur auf Vermuthungen, die inneuerer Zeit vor dem Lichte der Forschung verschwanden, wie man jetztauch das alte 8»Iic!»ium von Schwetzingen »ach dem weit entferntenRottenburg am oberen -Neckar zu verlegen, sich genöthigt sah. .
Mannheim kommt zum Erstenmale in einer Urkunde des Jahres765 als Villa vor, und war damals schon im Besitze von Obstgärten,urbarem Feld und Weingärte»; ebenso gab es daselbst Freie und Frei-gelassene. Da es in dieser Urkunde Mannenheini genannt wird, sostritt man sich mehrmals darum, ob es diesen Namen von Männern,freien Männern, oder von den Allemannen erhalten habe; cS ist jedochdas Wahrscheinlichste, daß die Gründung durch einen gewissen Manngeschah, der hier zuerst einen Hof anlegte, und demselben seinen Na-men beilegte, wie dies häufig geschah.
Mehrere Jahrhunderte hindurch mochte nun die Villa Mannheimin diesem Zustande geblieben sein; denn außer sehr spärlicher Erwäh-nung in Urkunden, wird derselben nirgends gedacht, und sie gehörtewohl zum Kloster Lorsch und dem Domstifte Worms, bis sie endlichan die Pfalzgrafcn kam, welche ihre Besitzungen in dieser Gegend zujener Zeit bedeutend erweiterten. Schon im Jahre 1349 erhielten sie
such, und die herrliche Ausficht auf dem Allerheiligenbcrg lohnt dieMühe des beschwerlichen Hinaufstcigcns. Ladcnburg, am rechten Uferdes Neckars, zieht durch sein Alterthum an, während auch das reiche,und wegen seines starken HopfenbaucS bekannte Seckenheim durch diehier vorgefallene Schlacht denkwürdig bleibt.
Den schönsten Genuß bietet jedoch, nach Heidelberg, Schwetzingen,das nur drei Stunden entfernt ist. Hier war einst die Sommerresidcnzder Churfürsten von der Pfalz, welche, zumal in letzter Zeit, Allesaufboten, um dasselbe zu einem schöne» Ausenthaltsorte zu machen.Es ist hier ein kleines, aber freundliches Schloß mit einem Theaterund einem herrlichen Garten, dem eigentlich das Städtchen seine Be-rühmtheit verdankt. Dieser ist sehr schön angelegt und reich an ab-wechselnden Scenen und herrlichen Kunstgegenständen. . Besonders sinddarin schcnswcrth, außer dem großen Basfin mit dem Arion auf einemDelphin und dem Hirschbassin, der Tempel der Minerva, die Moschee,der Merkuriustcmpel als Ruine, der See mit den kolossalen Statuendes Rheins und der Donau, der herrliche Apollotempel, der Tempelder Waldbotanik, die römische Wasserleitung, die Pansgrotte und dieStatue der Galathea, nebst mehrere» andern Statuen, die größtcn-theils von Crepcllo oder Verschaffelt gearbeitet wurden. Am Pfingst-fefle werden sämmtliche Wasserkünste losgelassen und dann strömenTausende von Menschen hierher. Auch fand hier im Jahre 1846 dasSchlußmanöver der Kriegsübungcn Statt, welche das zehnte Armee-korps von Baden, Würtemberg und Hesse» ausführte.
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vom Kaiser Karl IV. drei Tornosen am hiesigen Nheinzoll, und zwanzigJahre später war Pfalzgraf Ruprecht schon im Besitze von sieben der-selben. Hundert Jahre später gehörte Mannheim schon ganz zur Pfalz,denn Churfürst Friedrich ertheilte im Jahre 1490 seinen Leute» zuMannheim die Erlaubniß, auf der Mühlau UnHolz zu hauen.
Damals lagen um Mannheim, und ganz nahe bei demselben dasDorf Dornheim und das Schloß Eicholsheim auf der südlichen Seite,und die Burg Nheinhausen, wohin diese Orte gehörten, nicht weit vonder jetzigen Heidelberger Barriere. Wegen der Nähe dieser Ortekonnte aber Mannheim nicht aufkommen, und wäre vielleicht stets einkleines und unbedeutendes Dörfchen geblieben, wenn nicht mit demEnde des sechzehnten Jahrhunderts unerwartete Ereignisse eingetretenwären.
In den Niederlanden, wo spanische Unduldsamkeit herrschte, wur-den die Anhänger der Reformation über alle Maaße» bedrückt, so daßeine Menge derselben auswanderte und in fremden Länder» sich neueWohnsitze suchte. Auf solche Weise kamen auch viele Niederländer anden Oberrhein und ersuchten den Churfürsten um Ueberlassung einesPlatzes, wo sie sich eine zweite Heimath gründen könnten. Der Chur-fürst erwog den Nutzen, welchen die gewerbsamen und thätigen Nie-derländer seinem Lande verschaffen könnten, wenn sie, wie in ihrerHeimath, einen Ort bewohnten, der für Fabriken und Handel vor-theilhaft läge, und wies ihnen also das Dörfchen Mannheim zu, dassie alsbald vergrößerten und zu einiger Blüthe' brachte». Deshalberhob Churfürst Friedrich IV. am 9. December 1605 Mannheim zueiner Stadt, und befahl, daß die Häuser in den Bezirk des von ihmerbauten und Friedrichsburg genannten festen Kastells verlegt würden.