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5 (1846)
Entstehung
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im Jahre 1806 auf nur 18,000. Seit dieser Zeit hat sich die Seelenzahlaber wieder bedeutend vermehrt, und während dieselbe im November1822 erst noch lg,780 betrug, wohnten im Jahre 1839 in Mannheim10,086 Evangelische, 11,003 Katholiken, 60 Mennonitcn und 1483 Js-raeliten, zusammen also 22,634 Menschen; »ach der Zählung vom Spät-jahre 1840 aber 22,8ll Menschen in 1565 Häusern und 4791 Familien.

Der Abstammung nach bilden Niederländer den Urstoff; zu diesenhaben sich Baiern und Franzosen gemischt, und Schwaben kamen inneuerer Zeit zu denselben. Die Einwohner dieser Stadt sind abermeistens lebhaft, gebildet und ziemlich aufgeklärt, lieben Künste undWissenschaften und nehmen großen Antheil an öffentlichen Angelegen-heiten, sowohl der Stadt, als des ganzen Landes. Es herrscht hierdurchgängig Wohlstand, ja sogar Reichthum. Die Gemarkung umfaßtetwa 4990 Morgen Land, nämlich etwa 3320 M. Accker, 1140 M.Wiesen, 360 M. Gärten, 110 M. Wald, 20 M. unbebautes Land, und40 M. Teiche und Weiher. Dabei werde» über 500 Pferde, 600 Kühe,100 Rinder, 500 Schweine und 800 Schaafe gehalten. Groß ist be-sonders die Consumtion von gewöhnlichen Lebensrnitteln; und manberechnet den jährlichen Bedarf auf 500,000 Pfd. Mehl, 2000 Ochsen,1200 Kühe, 900 Rinder, 8000 Kälber, 1500 Hämmel, 6000 Schweine,1900 Fuder Wein, 6600 Fuder Bier, 90 Fuder Branntwein, 10,000 Wa-gen Holz, 120,000 Wellen, eine große Menge Steinkohlen und Torfund mehr als 4500 Ccntner Salz. Feld-, Wiesen-, Garten-, Ho-pfenbau, Handwerke, Künste, Fabriken, Handel und Schiffsahrt sinddie HauptnahrungSquellen, und die vielen Fremden, welche die Stadtbesuchen, oder sich lange daselbst aufhalten, bringen ebenfalls vielesGeld in den Verkehr. Als Uebersicht der Gewcrbthätigkeit Mannheim'sdiene folgende Liste, wie sie im letzten Addreßhandbuche der Stadt auf-gezeichnet ist: 1 Antiquar, 6 Apotheker, 41 Bäcker, 11 Barbiere, 33 Bier-brauer, 1 Bildhauer, l Bleicher, 2 Blciweißfabrikanten, 1 Blumenmacherin,

1 Branntweinbrenner, 16 Buchbinder, 5 Buchdrucker, 5 Buchhändler,3 Büchsenmacher, 2 Bürstenmacher, 4 Chaiscnfabrikanten, 3 Cho-koladefabrikanten , 1 Dosenfabrikant, 20 Dreher, 1 Eisengießerei,3 Färber, l Feilenhaucr, 20 Fischer, 12 Friseure, 3 Früchtehändlcr,47 Gärtner, >2 Glaser, 14 Gold- und Silbcrarbeitcr, 5 Goldmäkler,

2 Gold- und Silbcrdrahtfabrikanten, 3 Gürtler, 10 Güterfuhrleute,7 Häfner, 9 Holzhändler, 3 Holzmesser, 10 Hutmacher, 4 Jnstrumen-tenmachcr, 1 Käsehändler, 14 Kammmacher, 1 Kartenfabrikant, 2 Knopf-macher, 3 Korbmacher, 2 Krahncngießer, I Kreppfabrikant, 8 Küblcr,

23 Küfer, 5 Kürschner, I Kupferdrucker, 4 Kupferschmiede, 3 Lackirer,2 Leihbibliotheken, 2 Leistenschneider, 9 Lohnkutscher, 6 Mäkler, 13 Mau-rer, 23 Mehlhändlcr, 48 Metzger, 1 Modellstecher, 7 Möbclhändler,2 Müller, 2 Musikalienhändler, 1 Nadler, 3 Nagelschmicde, 1 Opti-kus, 3 Pctschaftstecher, 3 Pfeifcnhändler, 1 Pfeifenschncider, 1 Pferde-händler, 3 Pflästerer, 3 Posamentiere, 1 PostHalter, 1 Puder- undStärkemehlfabrikant, 13 Putzmacherinnen, 1 Regenschirmfabrikant,

5 Säckler, 12 Sattler, 3 Schäker, 4 Schieferdecker, 13 Schiffer,

24 Schlosser, 14 Schmiede, 88 Schneider, 2 Schornsteinfeger, 1 Schreib-materialienhändler, 78 Schreiner, 151 Schuster, 1 Schwertfegcr,10 Seifensieder, ll Seiler, 4 Senffabrikanten, 2 Siebmacher, 16 Speng-ler, 1 Spiegelfabrikant, 1 Steinhauer, 7 Steindrucker, 1 Strumpf-weber, 5 Stuhlmacher, 4 Stuhlfiechter, 2 Stuccatcurc, 2 Tapetenfabri-kanten, 14 Tapeziere, 24 Trödler, 1 Tuchschcercr, 29 Tüncher, 6 Uhr-macher, 5 Vergolder, 3 Viehhändler, 1 Wachszieher, 2 Waffelbäcker,

6 Wagner, 1 Wascnmcister, l Wattenmacher, 9 Weber, 18 Wein-

Händler, 1 Weißgerber, 1 Windcnmacher, 3 Ziegler, 8 Zimmerleutc,2 Zinngießer, 4 Zirkelschmiede, 4 Zuckerbäcker, 32 Wirthe mit LogiS,5 Kaffetier, 34 Speise- und Getränkcwirthe, 8 Speisewirthe und16 Getränkewirthe.

Gegenwärtig zählt man 240 Geschäfte treibende Handelsleute, vonwelchen Einige große und ausgebreitete Handlungen besitzen und be-deutende Geschäfte bis in die entferntesten Gegenden mache». Jährlichfinden hier 2 Messen Statt. Mannheim ist eine der größten Handels-städte in Süddcutschland und ihre Verbindungen mehren sich täglich.Besonders trägt ihre günstige Lage am Rhcine und dem Neckar vieldazu bei, und die Eisenbahnen werden »och neue Vortheile bieten.Die Hauptgegenstände des Handels sind Taback, Getreide, Holz, Ho-pfen, Wein, Tuch- und Modewaarcn, Eisenwaaren und Vieh; bedeu-tend ist auch der CommissionS- und Speditionshandel. -

Eine große Wohlthat für Mannheim war die Errichtung deöschönen und großartigen Nhcinhafens, der mit ungeheuren Kosten er-baut wurde. Das Hafengcbäude hat eine Länge von 700 Fuß undbietet Raum genug, um mehr als 250,000 Centncr Güter lagern zukönne». Vier eiserne Krahnen, die »ach neuester Art verfertigt wurden,sind fast beständig thätig, und auch mit dem Neckar ist die Verbindungdurch eine große mit Quadersteinen erbaute Schleußt mit acht Thü-ren gesichert.

Seit Aufhebung des Stapels fahren die Schiffe direkt nach Hol-land, und Rottcrdamcr Schiffer kommen mit Ladungen von vier bisfünftausend Centnern. Weiter hinauf können diese Schiffe mit solchenLadungen nicht fahren, weil dies der schwächere Strom nicht zuläßt;deshalb ist auch Mannheim der natürliche Stapelplatz für die Neckar-gegenden, den Oberrhcin und die Schweiz geworden. Der Güter-zug mehrt sich täglich, und betrug im Jahre 1839 300,000 Centncrmehr, als im vorhergehenden Jahre; er wird aber noch bedeutenderzunehmen, wenn durch die Vollendung der Eisenbahn noch bessere undschnellere Verkehrswege eröffnet sind. Im Jahre 1841 kamen in Mann-heim 470 Dampfschiffe mit einer Ladung von 78,527 Centnern vomUnterrhein, und 210 Dampfschiffe mit 7621 Centner Ladung vom Ober-rheinc an, während 306 Dampfschiffe mit 12,483 Centncrn zur Berg-und 448 mit 55,186 Centncrn zur Thalfahrt von hier abgingen.Stärker war die Segelschifffahrt; es kamen nämlich in demselbenJahre vom Oberrhcine und Neckar 290 Schiffe mit 68,279 Ccntner»,vom Unterrheine aber 256 Schiffe mit 483,214 Centncrn, währendnach dem Unterrheine 130 Schiffe mit 112,502 Centnern, und nachdem Oberrhcine und Neckar 212 Schiffe mit 144,790 Centnern abgin-gen, so daß im Ganzen 1226 Schiffe ankamen und 1096 Schiffe vonhier abgingen. In neuerer Zeit fährt auch ein Schiff auf demNeckar zwischen Heidelberg und Hcilbronn. Die Eisenbahn, derenBahnhof vor der Heidelberger Barriere liegt, wo sich Straßen nachHeidelberg und Schwetzingen scheiden, wurde am >2. September 1840eröffnet und hat eine Länge von 4'/, Stunden; bald wird sie aber mitder Frankfurt-Baseler Eisenbahn ein Ganzes bilden. Täglich gehenmehrmals Wagenzüge nach Heivclbcrg und an Theatertagen noch inder Nacht. Im Jahre 1841 wurden darauf 333,740 Personen befördert,wodurch eine Einnahme von 112,157 fl. sich ergab, während die Aus-gabe» 3l,258 fl. betrugen.

Die Gasthöfe, welche am meisten besucht werden, sind: der längstrühmlich bekannte psälzer Hof, pariser Hof, russische Hof, Weinberg,