Druckschrift 
Bericht über das 50. Stiftungsfest der Burschenschaft Alemannia zu Bonn gefeiert zu Bonn und Oberwesel vom 28. bis 31. Juli 1894
Entstehung
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Kein Schlachtenbanner, aber doch zum Siege!

Bei euch, wir wissen's, weht sie stark und gut.

Wir geben sie in eure starke Hut."

Während dieser anmutigen Verse war die Hülle von der Fahnegesunken, und hell flimmerte der Sonnenschein auf der kostbaren Stickereider prächtigen Gabe, die nun der Sprecher aus der Hand der Spenderinentgegennahm. Er sprach den Dank der Burschenschaft und das Gelöbnisunverbrüchlicher Treue zu den schwarz-rot-goldenen Farben in folgendenWorten aus:

„Mit dem Gefühle innigen Dankes nimmt heut an ihrem goldenen Jubeltag dieBurschenschaft dies prächtige Banner entgegen. Sie nimmt es entgegen als ein heiligesGeschenk, von deutscher Frauen Hand gewidmet. Preis, Lob und ehrerbietige Huldigungden Alemannendamcn, die in so sinniger Weise unserer Alemannia die schönste Gabeauf den Geburtstagstisch legen, Preis und Huldigung vor allein auch ihren Vertreterinnen,den Bundesschwestern, die uns in dieser weihevollen Stunde die Fahne überreichen! —So laßt uns denn hier, an dieser denkwürdigen Stätte, zu Füßen des ehernen Arndt,jenes unverbrüchliche Vermächtnis unserer Väter erneuern, welche vor fünfzig Jahrenals edle Jünglinge, von idealer Begeisterung getragen, hier am Rheinesstrand zum erstenMal das schwarz-rot-goldcne Banner kühn entfalteten! Hundert Semester hindurch hates, von wackeren Alemannen gehütet, in Sturm und Sonnenschein lustig geflattert undhat weit ins Land hinein verkündet, daß auch auf unserer rheinischen Hochschule dieburschenschaftliche Idee Eingang und eine warme Pflegestätte zu finden wußte. Heute,an einem bedeutungsvollen Zeitpunkt in der Geschichte unserer Alemannia, blicken wirmit Stolz auf ihre Vergangenheit zurück, freuen uns ihres gegenwärtigen Blühens undlassen sie unter guten Auspicien in ihr zweites Semester-Säculum eintreten.

Wir jungen aktiven Alemannen aber, die wir unsere teuern Farben schwarz-rot-gold in so kostbarer Ausstattung uns gewidmet sehen, erheben feierlich den blankenStahl zum Schwüre und geloben, dieses Banner wie eins der heiligsten Güter in Wortund That, mit Herz und Hand zu schützen, seine Ehre nicht minder sorgsam wie unsereeigene allzeit mit dem scharfen Schwerte zu verteidigen und es in Ehren zu haltenbis zu unserem letzten Atemzuge. Möge es uns und allen kommenden Geschlechternals ein sicherer Leitstern voranschweben auf unserm Wege zu einem sittlich reinenStreben nach Wahrheit, nach Freiheit, nach jeder menschlichen und vaterländischenTugend. Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, wir wollen frei sein, wie dieVäter waren, wir wollen trauen auf den höchsten Gott. Laßt uns wackere Alemannensein, die würdig das Erbteil ihrer Väter besitzen! Unter diesem Panier wollen wirleben und streben dem Vaterlande, unter diesem Panier wollen wir weiterbauen an demstolzen Bau unserer Alemannia. Euch, liebe aktive Bundesbrüder, fordere ich allesamtauf, dieser neuen Fahne und dem auch in ihr enthaltenen Wahlspruch: Gott, Ehre,Freiheit, Vaterland! unverbrüchliche Treue zu schwören und zu geloben: Dies Schwarz-rot-gold soll nimmer und nimmer fallen, so lange die Wogen dort zum Meere wallen!

Hoch Schwarz-rot-gold!

Hoch unsere Alemannia!"

Und dann erklang nach der Weise „Strömt herbei ihr Völkerscharcn"das von Thikötter verfaßte Weihelied, würdig die Feier abschließend: