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GRAFEN V. HOMPESCH.
Uralte, ursprünglich niederrheinische und burgundische Familie,welche früher auch Hondtzpusch, Hundshusc.h und Hoenbusch geschrie-ben wurde. Das Wort „Pesch" bedeutet in batavischer Mundart einGehölz, kleinen Wald oder Busch, „Horn" aber ist mit „Hoch" gleich-bedeutend, und so heisst denn die Verbindung beider Wörter so vielals: Hochwald, Hochbusch. Wilhelm v. Hompesch kommt 1119 aufdem Turniere zu Güttingen als Turniervogt vor und zwar mit dem Na-men Hundsbusch und dem Hompeschschen Wappen. Heinrich v. Hom-pesch, fiirstl. jülichscher Hofmarschall, wurde 1444 mit seinem Bruderzum Bitter des eben gestifteten St. Hubertusordens ernannt. Ein an-derer Heinrieb v. Hompesch mit dem Beinamen: der feste und frommeRiller, fürsll. jülichscher Oberhofmeisler, erhielt 1498 die HerrlichkeitWickradi (Wykradt) als unmittelbares Reichslehen. Derselbe war 1496Mitunterzeichner der jülich-clevischen Union und schloss 1499 denFrieden zwischen Jülich und Cleve. Mit seinen Agnaten in gutem Ver-nehmen nicht stehend, hinterliess er die Reichsherrschaft Wickradt sei-nem Stiefsohne Adolph v. Quadt, durch welchen das Haus Quadt Wick-radt entstand. Johann Dietrich Freiherr v. Hompesch, Herr zu Bollheim,Frauenberg, Rurich, Eycks und Tetz, Amtmann zu Boslar, verm. mitAnna v. Hess, lebte in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, und nachdem Tode desselben Iheilte sich die Familie in die jetzt noch blühendenHäuser: Ilompesch-Bollheim und Hompesch-Rurich. Zu welchem Hauseder im spanischen Erbfolgekriege als Chef sämmtlicher holländischerHülfstruppen und später als Diplomat berühmt gewordene Reiner Vincent,gest. 1733, gehört habe, ist genau nicht zu ermitteln. Derselbe wurdevom Kaiser Joseph I. 1706 in den Reichsgrafenstand erhoben, dochhat der mit seiner Gemahlin, Charlotte v. Verken, Erbin der Herrschaf-ten Hemmersbach und Symdorf, erzeugte Sohn Adam, holländ. General-major, den Grafentilel wohl nicht weiter fortgepflanzt.
Beide Häuser haben eine lange Reihe berühmter im Kirchen- wieim Staatsdienste zu hohen Würden gelangter Männer aufzuweisen, vondenen hier nur diejenigen aufzuführen sind, welche für die Genealogieder jetzigen Familienglieder besonderes Interesse haben. Aus dem HauseBollheim stammte Carl Franz Freiherr v. Hompesch, kurf. pfalzbayer-scher, später k. bayerscher Kämmerer, w. Geh. Staats-, Conferenz- unddirigirender Minister, jülich- und bergischer Canzler etc., verm. zuerstmit Antonelte Freiin v. Hacke und später mit Theresia Marquisev. Hoensbroech, und der eine Bruder desselben war Ferdinand Joseph,geb. 9. Nov. 1744, der bekannte letzte Grossmeister des Malteserordens,welchen die im Orden seit dem 10. Juni 1798 eingetretenen Verhält-nisse so angriffen, dass er einige Zeit nachher zu Montpellier starb.Von den Söhnen des Freiherrn Carl Franz aus erster Ehe wurde Fer-dinand Ludwig Joseph Anton Freiherr v. Hompesch, gest. 24. Juni 1831,k. grossbrit. General der Cavallerie, vom König Friedrich Wilhelm III.von Preussen 20. Juli 1822 in den Grafenstand erhoben. Deftelbewar in erster Ehe mit der Tochter des englischen Admirals Hugh Chri-stian Baronet, und in zweiter mit Isabella Gräfin v. Nesselrode-Ereshpven,