332 GRAFEN V. IIATZFELDT.
ser Ferdinand III. für seine ausgezeichneten Dienste 1641 die freieStandesherrschaft Trachenberg, welche, als derselbe 9. Jan. 1658 un-vernülhlt starb, mit den übrigen Gütern auf seinen Bruder Hermann fiel.Letzterer, gest. 1676, hatte aus der Ehe mit Catharina v. Dalberg vierSöhne, durch welche zwei neue Aeste entstanden. Der iiiteste SohnHeinrich, gest. 1683, stiftete den Trachenbergischen, und der zweiteSohn Sebastian den Rosenbergschen Ast, welcher jedoch schon mit denKindern des Stifters 1722 erlosch, so dass Heinrichs Sohn: Franz, geb.1674, gest. 1738, die Rosenbergschen Güter wieder mit den Trachen-bergsehen vereinigte. Des Letzteren Sohn: Franz Philipp Adrian, geb.1717, gest. 1779, wurde vom Könige Friedrich 11. von Preussen 1741in den preuss. Fürstenstand und die Herrschaft Trachenberg zum Für-stenthum erhoben; auch erlangle derselbe vom Kaiser Franz I. 1748die reichsfürstliche Würde. Franz Philipp Adrians einziger Sohn:Fürst Franz Friedrich Cajetan, geh. 1773, starb unverm. am 23. Mai1794 als der letzte männliche Sprosse dieser fürstlichen Linie. DasAllodialvermögen desselben fiel an die Familie der Grafen v. Schönborn,und Kurmainz und das Ilochstift Würzburg zogen ihre Lehen zurück,in den Sammtlehen aber und in den Stammgütern folgten nach Hans-verträgen und Mitbelehnungen die Hatzfeldt-Wildenberg-Weisweilerseheund Halzfeldt-Wildenberg-Schönsteinsche Linien, auch gewann dieHalzfeldtsehe Familie gegen die Schönbornsche den Rechtsstreit um dasFürstenthum Trachenberg und nahm 1802 von derselben wieder Besitz.
Die Halzfeldt-Wildenberg-Wildenbergsche Hauptlinie wurde vonJohann I. (s. oben), gest. 1476, geslifLet. Derselbe hinterliess aus derEhe mit Catharina v. Draclienfelss drei Söhne, von denen Johann IL,gest. 1508, verm. mit Anna Maria v. Nesselrode, das Geschlecht fort-pflanzte. Von den Söhnen desselben stiftete Johann III. die Weiswei-lersche, Franz die Mertensche, 1681 mit Daniel v. Halzfeldt er-loschene Speciallinie und Hermann "die Werth ersehe Speciallinie.
Der Stifter der in dieses Werk gehörenden Weisweil ersehen Spe-ciallinie, Johann III., erheirathete 1509 mit seiner Gemahlin, Johanna v.Harf, die -Herrschaft Weisweiler, und Wilhelm Heinrich brachte in dieseLinie 1635 die reichsgräfliche Würde, welche dem Sohne desselben,Adolph Alexander 28. Febr. 1698 bestätigt wurde. Diese Linie hatAnlheil am Fürstenllmme Trachenberg und an der Herrschaft Wilden-berg, besitzt auch von der Herrschaft Rosenberg Scldoss und Dorf Wald-mannshofen im Königreich Württemberg (Iheill aber die Einnahme davonmit der Schönslcinscheu Linie) und das Gut Kalkum bei Düsseldorf. —
Der Stifter der Wertherschen Speciallinie, Hermann, gest. 1539, er-hielt durch seine Gemahlin Anna v, Droste die Herrschaft Werther in derGrafschaft Ravensberg, und da später, nach Aussterben der MerlenschenSpeciallinie im Mannsstamme, ein weitläufiger Process über die Herr-schaften Schönstein und Merten zu Gunsten der Wertherschen, um dieMitte des 18. Jahrhunderts in den Reichsgrafenstand erhobenen Special-linie entschieden wurde, erhielt diese Linie die Herrschaft Schönstem