Druckschrift 
1 (1852) A - K
Entstehung
Seite
219
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GRAFEN V. ENZENBERG.

Grafen v. Eitzenberg.

JSall)oIifdj. ©ejlcrrcirf) unir (ßrofiljerjogtljum Haben.

Besitz: Herrschaft Singen in Baden.

Altes schwäbisches, wahrscheinlich nach dem Städtchen Enzenberggenanntes Geschlecht, welches sich weiter in Schwaben und Elsass undspäter in Tirol ausbreitete. Die Herrschaft Mühlheim an der Donau kam1409 durch Kauf in Besitz der Familie. Um die Jahre 1481 und 1495 leb-ten die Brüder Johann und Eberhard v. Enzenberg. Ersterer wird alsAhnherr der schwäbischen Linie angenommen, welche noch jetzt Mühl-heim besitzt, Letzterer, Eberhard , erhielL vom Kaiser Maximilian I. 9. Juli1495 die Bestätigung seines alten Adels. Der Enkel desselben, Georg,geb. 1540, erkaufte 1568 den llof Freienthurm bei Mühlbach in Tirol,und seine beiden Sübne: Michael und Ananias v . Enzenberg zum Freien-thurm, stifteten zwei besondere Linien, von denen aber die jüngere baldwieder erlosch. Michaels Sohn, Georg , wurde vom Kaiser Ferdinand 11.27. Dec. 1628 in den Reichsrittersland, und der Sohn desselben, Franz,vom Kaiser Leopold I. 14. Juli 1671 in den Reichsfreiherrenstand er-hoben. Von den beiden Söhnen des Freiherrn Franz v. EnzenbergiChristoph und Ferdinand , gründete Christoph die grälliche Linie, indemder Enkel desselben, Cassian Ignaz Bonaventura , geh. 14. Juli 1709,gest. 18. Sept. 1772, vom Kaiser Franz I. 4. April 1764 die Reichs-

Wappen: quadrirter Schild mit Mittelschild. Im gekrönten Mittelschildei n Blau ein goldener, mit einem Rubinstein gefasster Ring. 1 und 4 in Goldeine auf drei blauen Bergen einwärtsspringende Gemse von natürlicher Farbe;2 und 3 in Roth drei aufrechtstehende, bis an den Schildrand reichende silberneSpitzen. Auf der Grafenkrone vier gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme er-heben sich zwei Biiffelshörner, von denen das rechte von Gold und Schwarz, daslinke von Gold und Blau quergetheilt ist; aus dem zweiten wächst eine linksge-kehrte Gemse empor; der dritte trägt einen rechtsschenden goldenen Sperber, wel-cher den Ring des Mittelschildes im Schnabel hält (nach Einigen auf drei blauenBergen), und auf dem linken Helme steht ein rother Adlersfliigel, auf welchem sichdie drei Spitzen des 2. und 3. Feldes wiederholen. Die Decken des rechten Hel-mes sind schwarz und golden, die der übrigen rotli und silbern, und den Schildhalten zwei schwarze, auswärtssehende, gekrönte Adler.