GRAFEN DRECHSEL V. DEUFSTETTEN. 201
Grafen Drechsel v. Deigstetten.
fiatyolifd). Sägern.
Besitz: totstem, Nabegg und Wolfersdorf in der Ober-Pfalz.
Wappen: im blauen Schilde wächst aus der rechten Seite des Schildes-tusses ein linksaufspringender zwölfendiger Hirsch mit ausschlagender rollier Zungebis zum Hinterleib hervor. Den Schild deckt die Grafenkrone, auf der sich einoffener gekrönter Heini erhebt, welcher einen silbernen offenen Flug trägt, JederFlügel desselben ist mit einem blauen Querbalken bezeichnet, welcher mit einemgoldenen, dos Mundstück gegen die innere Seite aufwärtskehrenden, mit blau undsilbernen Schnüren umwundenen Posthorn belegt ist. Zwischen den Flügeln steht derwachsende Hirsch, ganz wie im Schilde. Die Helmdecken sind blau und golden.
Die Familie stammt aus einem alten und vornehmen Patrizierge-schlechte der ehemaligen freien Reichsstadt Dinkelshühl, aus welchemseit 1437 mehrere Glieder sich als Bürgermeister und Magistratsperso-nen grosse Verdienste um die Stadt erworben haben. — Dr. MelchiorDrechsel , Pfalzgraf Friedrichs Rath und nachheriger k. Kammergerichts-assessor, wurde vom Kaiser Carl V. 14. April 1556 zu Brüssel in denReichsadelsland erhohen, und Kaiser Rudolph II. dehnte 14. Mai 1579diese Ernennung auf die beiden Brüder desselben: Walter und Peteraus. Walter , unter Herzog Wolfgang v. Neuburg und Zweibrückenerster Hofrath, dann Canzleiverwalter und durch das Testament des Her-zogs während der Minderjährigkeit der Söhne desselben Mitregent desFürstenthums Neuburg, wurde später Ganzler des Pfalzgrafen PhilippLudwig, und von ihm stammen die jetzigen Grafen v. Drechsel ab. Peterwar Stadtamman zu Dinkelsbühl. — Religionsunrnhen wegen verliessspäter ein Theil der Familie Dinkelshühl und begab sich nach demreichsunmittelbaren, ritterschafllichen Gute Deufstelten im schwäbischenCanton Kocher, welches der Familie gehörte und von derselben überzwei Jahrhunderte besessen wurde. — Johann Ulrich wurde 10. März1731 als Erwerber der Drechseischen Lehen in Neuburg Freiherr, unddie ältere Linie Drechsel v. Deufstetten erhielt vom König Max Joseph vonBayern 20. Mai 1817 in der Person Carl Josephs die Grafenwürde undzwar zur ausgezeichneten Belohnung für die eifrigen und verdienstvollen