GRAFEN V. BORCH.
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3. Feldes, in der Mille gefasst und die Spitzen gegen sielt gekehrt, in der Linkenaber eine lilanc, mit einem goldenen Kreuze bezeichnete Fahne trägt; links einweisser Adler mit goldenem Schnabel und Fängen, welcher einen goldenen Scepterund eine rothe, mit den goldenen Buchstaben SR bezeichnete Fahne hält. Beidestehen auf einem Bande mit den Worten: OMNIC TRINUM PER TECTUM, und dasGanze unter einem mit Hermelin gefütterten Mantel, über welchen der Schmuckder Helme hinaus ragt. Nach Lackabdrücken von älteren Petschaften hält denSchild rechts ein Wilder, welcher in der Rechten Pfeil und Rogen trägt, links einAdler, welcher in der linken Klaue einen Scepter hält. Nach Abdrücken von neue-ren Petschaften halten Wilder und Adler neben Rogen und Pfeil und Scepter nocheine Fahne.
Alte, ursprünglich Paderbornische Familie, welche sich im Anfangedes 14. Jahrhunderts in dem Lippeschen und dann in dem Bremischenund in den früheren Liefläriflischen Ländern des deutschen Ordens aus-breitete. Bernd v. d. Borch wurde 1471 zum Ordensmeisler in Lief-land gewählt, und Simon, Domherr zu Hihlesheim, erhielt 1477 dasBisthum Reval. Friedrich, gest. 1492, war mit der Tochter des Für-sten v. Achaya, Helene, aus dem berühmten Stamme der Paliiologen,vermählt, und Imbekt , poln. Gesandter bei Kaiser Friedrich III., wurdevom Kaiser Maximilian I. in den Reichsgrafenstand erhoben und zwarmit der Restimmimg, dass Lubeschitz, die Besitzung der Familie, alsGrafschaft betrachtet werden und die Grafen v. d. Borch-Lubeschitz sichzugleich Barone v. Borchland nennen und schreiben sollten. Die Ge-mahlin des Grafen Inibert war Mathilde, die Tochter des Herzogs Pan-dolfo Malatesta v. Rimini. — Stanislaus Graf v. d. Borch, geh. 1526,halle Georgette, die jüngste Tochter George I., Herzogs von Pommern,und der Margarethe v. Brandenburg, zur Gemahlin, und sein Schwager,Herzog. Philipp I., verlieh ihm deshalb in das Wappen das Wappen desHerzoglhums Pommern. Fabian , Bruder des Grafen Stanislaus, erhieltvon Sigismund August, König von Polen, nicht allein die Bestätigung derReichsgrafenwürde der Familie, sondern auch, unter Vermehrung desWappens — Feld 2 — die besondere Erhebung derselben in den pol-nischen Grafenstand mit dem Prädicate v. Borchshoff. — Gideon SimonGraf v. d. Borch, ,poln. General, focht unter Sobiesky und fiel am Ka-ienberge bei Wien. Der Bruder desselben, Gideon Johann , geb. 1665,k. poln. Oberst, erhielt durch seine Gemahlin, Helene v. Plater, dieHerrschaft Warkland unweit Dünaburg, welche noch jetzt die Nachkom-men als Stammsitz bewahren. Gideon Johanns Sohn, Johann , Staats-minister unter August III. König von Polen und Kanzler des Königreichsunter Stanislaus August, hinterliess zwei Söhne, welche Stifter zweierLinien wurden. Der ältere, Joseph , geb. 1751, gest. 1835, erbte dasMajorat Prelli, der jüngere aber, der auch als Schriftsteller bekannt ge-wordene Woywod v. Belitz, Michael Johann Reichsgraf v. d. Borch-Lubeschitz, geh. 1753, welchen Kaiser Joseph II. 17. März 1783 inallen vom deutschen Kaiserhause empfangeneil Titeln und Würden be-stätigte und der als k. poln. General-Lieutenant 28. Ree. 1810 starb,ererbte das Majorat Warkland.
Der jetzige Majoratsherr von Prelli ist Reichsgraf MICHAEL —Sohn des Grafen Joseph — geh. 11. Jan. 1806, erblicher Malteser-